Coriolanus (2011)

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Filmdaten
Deutscher Titel Coriolanus
Originaltitel Coriolanus
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 123 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Ralph Fiennes
Drehbuch John Logan
Produktion Ralph Fiennes
Musik Ilan Eshkeri
Kamera Barry Ackroyd
Schnitt Nicolas Gaster
Besetzung

Coriolanus ist ein britisches Historiendrama aus dem Jahr 2011, und die erste Regiearbeit des Schauspielers Ralph Fiennes. Die Handlung basiert auf der Tragödie Coriolanus von William Shakespeare, in welchem der römische Patrizier und Kriegsheld Caius Martius Coriolanus sich rachsüchtig gegen sein eigenes Volk wendet. Die antike Vorlage ist eine Erzählung im 2. Buch des Geschichtswerk von Titus Livius „Ab urbe condita“. Im Film wird die Handlung hingegen in das 21. Jahrhundert verlegt. Der Film lief im internationalen Wettbewerb der 61. Berlinale. Die Dreharbeiten begannen im März 2010 und fanden unter anderem in Belgrad statt.[2]

Handlung[Bearbeiten]

In einem modernen Rom gibt es Unruhen, weil den Bürgern Getreidevorräte vorenthalten werden. Zudem halten die Konflikte mit den Volskern an. Der Unmut der Unruhestifter richtet sich vor allem gegen den römischen General Caius Martius, den sie für die Probleme verantwortlich machen. Martius hat jedoch für die Bürger nur Verachtung übrig.

Der Kommandant der volskischen Armee, Tullus Aufidius, der einige Male gegen Martius kämpfte, sieht ihn als Todfeind und will ihn in der nächsten Schlacht um jeden Preis besiegen. Martius fährt einen Angriff gegen die volskische Stadt Corioli und kann sie nach einem Rückschlag einnehmen. Nach der Schlacht geraten Martius und Aufidius in einen Zweikampf, bei dem beide verwundet werden. Aufidius wird schließlich von seinen Soldaten gerettet.

Martius kehrt ruhmreich nach Rom zurück und erhält von General Cominius den Beinamen „Coriolanus“. Seine Mutter Volumnia ermutigt ihren Sohn, Konsul im Römischen Senat zu werden. Coriolanus zögert, entspricht jedoch schließlich dem Wunsch seiner Mutter. Die beiden Volkstribune Brutus und Sicinius sehen seinen Eintritt in die Politik jedoch kritisch. Sie befürchten, dass seine Popularität den Senat in seiner Macht schwächen könnte, sodass sie eine Intrige gegen ihn anzetteln.

Sie bezichtigen Coriolanus des Verrats, woraufhin dieser außer sich gerät. Er wettert gegen die Herrschaft des Volkes wie gegen das Volk selbst und zeigt offen seine Geringschätzung der Senatsmitglieder. Sie verurteilen ihn als Verräter und verbannen ihn aus der Stadt. Coriolanus sucht daraufhin Aufidius in der volskischen Stadt Antium auf. Er bietet ihm an, dass er ihn töten dürfe, sofern er ihn unterstütze, Rom ein letztes Mal zu schaden. Aufidius gewährt Coriolanus diese Bitte und überlässt ihm die Führung eines Angriffs auf die Stadt, sodass er Vergeltung üben kann.

Als Coriolanus auf die Stadt zureitete, versucht Rom in Person des Generals Titus panisch Coriolanus zu besänftigen. Als Titus scheitert, verliert Senator Menenius jede Hoffnung und nimmt sich das Leben. Schließlich werden Coriolanus’ Mutter Volumnia und dessen Frau Virgilia sowie ihr gemeinsamer Sohn geschickt, um Coriolanus zu bremsen. Volumnia kann ihn davon abbringen, die Stadt zu zerstören. Stattdessen schließt er mit General Cominius einen Friedensvertrag zwischen den zerfeindeten Parteien.

Daraufhin gilt er bei Aufidius und seinen Männern als Verräter. Sie rufen ihn Martius und weigern sich, ihn mit „seinem gestohlenen Namen“ anzusprechen. Aufidius beruft sich auf das Versprechen von Coriolanus und tötet ihn mit seinen Männern.

Kritiken[Bearbeiten]

Elmar Krekeler urteilte in der Welt vom 14. Februar 2011: „Eine zeitlose Parabel hat Fiennes aus „Coriolanus“ gemacht, die sich jeglicher direkter politischer Botschafterei wohltuend enthält, einen Film wie eine Faust.“[3] Die Wochenzeitschrift Focus lobte die „intelligente Inszenierung“ des Films und das „wunderbare Spiel“ von Vanessa Redgrave und James Nesbitt. Der Film sei ein „Ereignis“.[4] Deutlich weniger begeistert war Peter von Becker, der den Film für den Tagesspiegel rezensierte: „Fiennes als sein eigener Hauptdarsteller verkörpert den volksverachtenden, jähzornigen und eitlen Kriegshelden, Aufrührer und Vaterlandsverräter Coriolan immerhin mit dramatischer Verve. Doch selbst bei ihm ist man von der Diskrepanz zwischen Gesprochenem und Gezeigtem ständig genervt. Vor allem die politischen Szenen an heutigen Drehorten in Belgrad und Dalmatien wirken mit ihren „Tribunen“, „Konsuln“ und „Senatoren“ sowie einigen „Volks“-Statisten erschreckend hölzern, staffagehaft, papierknisternd.“[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK (PDF; 34 kB), abgerufen am 20. Juni 2013
  2. Ralph Fiennes makes directorial debut in Serbia, AFP, 17. März 2010, abgerufen am 6. März 2012.
  3. Elmar Krekeler: Ralph Fiennes zeigt Shakespeare brutal, welt.de, abgerufen am 6. März 2012.
  4. Ralph Fiennes triumphiert mit Coriolanus, Artikel auf focus.de vom 14. Februar 2011, abgerufen am 6. März 2012.
  5. Peter von Becker: Shakespeare in brav, Artikel im Tagesspiegel vom 14. Februar 2011, abgerufen am 6. März 2012.