DDR-Museum Berlin

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DDR-Museum an der Spree

Das DDR Museum ist ein Museum in Berlin-Mitte. Es behandelt in seiner Dauerausstellung das Leben und die Alltagskultur der DDR. Das DDR Museum befindet sich an der Uferpromenade unter der Karl-Liebknecht-Brücke im DomAquarée, gegenüber dem Berliner Dom auf dem Gelände des ehemaligen Palasthotels. Nach der Statistik des Institutes für Museumsforschung und der Berliner Senatskanzlei stand es im Jahr 2012 mit 504.564 Besuchern auf Platz 9 der meistbesuchten Museen und Gedenkstätten Berlins.[1]

Das Museum umfasst die Themenbereiche „Staatsgrenze der DDR“, Berlin, Verkehr, Stasi, Einkauf, DDR-Produkte, Bauen, Wohnen, Frau und Familie, Medien, Bildung, Jugend, Arbeit, Mode, Kultur, Freizeit, Urlaub, Partei, Staat, Ideologie, Bruderstaaten, DDR-Opposition, Strafvollzug, Wirtschaft, Umwelt und Obrigkeit. Im Unterschied zu anderen Museen kann bei dieser Ausstellung ein Großteil der Ausstellungsstücke berührt werden: Man kann sich in einen Trabant setzen, in Küche und Wohnzimmer in den Schränken stöbern oder Kleidungsstücke aus einem Kleiderschrank nehmen und ansehen.

Das Haus wirbt mit einem belegten Besucherzitat von sich als eines der interessantesten Museen der Welt: One of the most interesting museums in the world.

Besondere Ausstellungselemente[Bearbeiten]

Wohnzimmer im Museum
Gefängniszelle im Museum
  • Erster Ausstellungsraum (Plattenbausiedlung im verkleinerten Maßstab) und zweiter Ausstellungsraum (Vor und hinter den Kulissen)
  • Museumsspiel (interaktives Spielsystem für vier Spieler, Mischung aus Brett- und Computerspiel)
  • Plattenbauwohnung (Wohnzimmer, Küche, Bad)
  • Kino
  • Trabant mit Fahrsimulation
  • Stasi-Abhöreinrichtung
  • Fogscreen (Nebelwand)
  • Multitouch-Tisch
  • Volvo mit Fahrsimulation
  • Gefängniszelle und Verhörraum

Besondere Exponate[Bearbeiten]

  • Druckmaschine der Umweltbibliothek
  • Filmprojektor des Staatsrates der DDR
  • Trabant
  • Mangeltagebuch
  • Schulranzen mit Schularbeiten, Zeugnissen und Hausaufgabenheft
  • Wandbild „Lob des Kommunismus“ von Ronald Paris
  • Erdmine von der Deutsch-Deutschen Grenze
  • 1-Megabit-Chip
  • Volvo 264 TE aus dem Ministerfuhrpark

Generell stehen in der Ausstellung nicht unbedingt die einzelnen Exponate, sondern die szenische Zusammenstellung der Exponate im Vordergrund. Diese vermittelt das Erlebnis.

Das Archiv umfasst nach den offiziellen Angaben über 205.000 Objekte, die nach konservatorischen Aspekten archiviert werden. Auf der Internetseite des Museums befindet sich ein digitaler Katalog im Aufbau.

Ausstellungsgestaltung[Bearbeiten]

Von einer Eingangsebene steigt der Besucher hinab in eine inszenierte Plattenbausiedlung im Maßstab 1:20. Jeder Plattenbau beinhaltet einen anderen Themenbereich, in jedem Einzelnen sind zahlreiche Schubläden, Klappen, Türen, Fenster oder Medien. Hinter diesen Elementen finden sich die Exponate und Informationen. Neben den Plattenbauten finden sich noch ein Trabant zum Hineinsetzen, ein großes Spielfeld, ein Kino und eine Plattenbauwohnung. Die gesamte Ausstellung ist interaktiv aufgebaut. Seit Oktober 2010 ist der Ausstellung auch ein Erlebnisrestaurant angeschlossen, in dem der Besucher auch die DDR-typische Küche erfahren kann.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Projekt DDR Museum wurde von dem Freiburger Ethnologen Peter Kenzelmann ins Leben gerufen. Laut Medienberichten habe er auf einer Berlin-Reise ein Museum zur DDR gesucht und keines gefunden. Eröffnet wurde das Haus am 15. Juli 2006. Gründungsdirektor ist Robert Rückel, wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolle.

Am 14. Juli 2007 feierte das Museum sein einjähriges Bestehen und gab an, im ersten Jahr 180.000 Besucher empfangen zu haben. Außerdem wurde im Juli 2007 das Museumsspiel präsentiert – ein interaktives Spielsystem in der Ausstellung. Im Januar 2008 wurde das DDR Museum für den European Museum of the Year Award als bestes Europäisches Museum des Jahres nominiert. Am 26. August 2008 begrüßte das DDR Museum seinen 500.000 Besucher.[2] Am 23. Dezember 2009 hatte das Museum seinen einmillionsten Besucher.[3]

Am 10. Oktober 2010 wurde der zweite Teil der Dauerausstellung mit zahlreichen neuen Themengebieten und neuen Medienstationen eröffnet. Die Ausstellungsfläche hat sich dadurch auf etwa 1000 m² mehr als verdoppelt. Zum selben Termin öffnete auch die Domklause, ein dem Museum angeschlossenes DDR-Restaurant.[4]

Die zweite Dauerausstellung wurde für den European Museum of the Year Award 2012 nominiert.[5]

Träger[Bearbeiten]

Das DDR Museum ist eine private Initiative und verzichtet auf staatliche Förderung. Träger ist die DDR Museum Berlin GmbH, mit Geschäftsführer Robert Rückel (Stand Dezember 2008).[6]

Zur Unterstützung gibt es einen gemeinnützigen Förderverein, den DDR Museum Berlin e. V. Ferner besteht ein DDR Museum Verlag, der die Publikationen des Museums veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Rückel (Hrsg.): DDR Museum: Führer durch die Dauerausstellung „Alltag eines vergangenen Staates zum Anfassen“. DDR Museum Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-939801-00-3.
  • Robert Rückel (Hrsg.): The GDR Museum: a guide to the permanent exhibition A hands-on experience of everyday life. DDR Museum Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-939801-01-1.
  • Robert Rückel (Hrsg.): DDR-Führer. Alltag eines vergangenen Staates in 22 Kapiteln. DDR Museum Verlag, Berlin 2009, ISBN 3-939801-13-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: DDR-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 'Pressemitteilung der Senatskanzlei', abgerufen am 6. Januar 2014
  2. ddr-museum.de (PDF; 76 kB)
  3. sz-online.de
  4. ddr-museum.de (PDF; 506 kB)
  5. ddr-museum.de (PDF; 129 kB)
  6. offizielle Webpräsenz: Impressum, abgerufen am 28. Mai 2009

52.51893055555613.402258333333Koordinaten: 52° 31′ 8,2″ N, 13° 24′ 8,1″ O