Dammam

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الدمام
Dammam
Dammam (Saudi-Arabien)
Dammam
Dammam
Koordinaten 26° 25′ N, 50° 7′ O26.41666666666750.116666666667Koordinaten: 26° 25′ N, 50° 7′ O
Lage
Basisdaten
Staat Saudi-Arabien

Provinz

asch-Scharqiyya
Fläche 800 km²
Einwohner 744.321
Metropolregion 3.120.000 (2012)
Dichte 930,4 Ew./km²
Webauftritt www.dammam.gov.sa
Politik
Bürgermeister Muhammad ibn Fahd
Sonstiges
Postleitzahl (CEP) 314xx
Telefonvorwahl 966 (Land), 3 (Stadt)Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Anmerkung

Die Hafenstadt Dammam (auch Ad Dammam oder Damman; arabisch ‏الدمام‎, DMG ad-Dammām) ist die Hauptstadt und größte Stadt der Provinz asch-Scharqiyya (Ostprovinz) in Saudi-Arabien und ein wichtiger Standort der saudischen Erdölindustrie.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Ostküste Saudi-Arabiens, nordwestlich des Inselstaates Bahrain, auf einer Landspitze, die sich in den persischen Golf hineinzieht. Städte in der näheren Umgebung von Dammam sind al-Chubar, und Zahran mit dem Firmensitz von Saudi Aramco, der größten Ölgesellschaft der Welt. Zusammen haben die drei Städte etwa 2 Millionen Einwohner, von denen fast 750.000 in Dammam wohnen.

Geologie[Bearbeiten]

In der Provinz liegt der Großteil der saudischen Ölvorkommen und gleichzeitig ein Viertel der Welterdölreserven.[1]

Stadtgebiet[Bearbeiten]

Dammam ist die fünftgrößte Stadt Saudi-Arabiens (siehe Liste der Städte in Saudi-Arabien).

Noch in den frühen 1980er Jahren war Dammam eine eigene Stadt. Sie war jedoch so nahe an al-Chubar und Dhahran gelegen, dass sich im Zuge der andauernden Ausdehnung die drei Städte zu einer Stadt namens Dammam Area vereinigten. Jede der drei Städte behielt ihren eigenen Charakter und einige Verwaltungsbehörden, gemeinsam treten sie aber als administrative Einheit auf. Das Gebiet der Dammam Area umfasst ca. 700 km².[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Vor der Entdeckung von Ölvorkommen in Saudi-Arabien war Dammam ein kleines Fischerdorf. Am 4. März 1938 kam es nach drei erfolglosen Jahren der Bohrungen an der mittlerweile berühmten Bohrstelle Dammam Nr.7 zu einem Ausbruch, der auf ein enormes Vorkommen von Öl schließen ließ.[3][4] In den 40er Jahren erlaubten die Öleinkünfte König Ibn Saud eine Modernisierung des Landes, die zum großen Teil auch Dammam zugutekam. In den 1970er Jahren begann der Bau des modernen Dammam. Innerhalb von drei Jahrzehnten wuchs die Stadt enorm an und wurde zur Hauptstadt der Ostprovinz.[5]

Politik[Bearbeiten]

In Dammam kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Unterstützern der Terrororganisation al-Qaida. Im Mai 2004 starben bei einer Geiselnahme 22 Ausländer [6], im September 2005 stürmten saudische Sicherheitskräfte einen Unterschlupf und töteten alle Terroristen.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Dammam am Persischen Golf

Verkehr[Bearbeiten]

Die wichtigsten Erdölexporthäfen in Saudi-Arabien sind Ras Tanura und Dammam am Persischen Golf. Die Stadt besitzt mit dem King Abdul Aziz Port [8] einen der größten Häfen am persischen Golf, der Hafen für Außenhandel ist der zweitgrößte saudische Hafen nach dem der Stadt Dschidda. Der Hafen ist auch eine wichtige Exportstätte für Erdgas. 2000/2001 wurden am King Abdul Aziz Port 13.740.338 Tonnen Waren umgeschlagen.[9] Durch den Hafen werden die Städte der östlichen und zentralen Provinzen versorgt.[10] Der Hafen ist weitgehend unabhängig und besitzt eine eigene Klinik, Wohngebäude für Bedienstete, eine Kläranlage und Moscheen.[11]

Dammams Hafen wird bedient vom 1999 fertiggestellten und 30 km westlich gelegenen King Fahd International Airport [12], einem von drei internationalen saudischen Flughäfen, der u.a. von US-amerikanischem Militär während des Zweiten Golfkrieges 1991 genutzt wurde. Dammam ist die Garnisonsstadt der saudischen Nationalgarde in der Ostprovinz.[13]

Die 556 km lange Hauptlinie des nur 1.400 km langen saudischen Eisenbahnnetzes verläuft von Riad über Haradh nach Dammam und wurde 1952 von Aramco fertiggestellt. 1985 wurde eine zweite 449 km lange direkte Route für den Personenverkehr ausgebaut.[14] [15] 2010 wird eine 950 km lange Weiterführung der Linie Dammam/Riad als Landbrücke nach Dschidda am Roten Meer und eine 115 km lange Strecke zwischen Dammam und der Hafen- und Industriestadt Dschubail nördlich von Dammam in Betrieb genommen.[16] [17]

Trotz der industriellen Entwicklung der Provinz liegt Dammam als Messeplatz hinter der Hauptstadt Riad zurück.[1]

Industrie[Bearbeiten]

Dammam besitzt ein Wärmekraftwerk sowie chemische und petrochemische Industrie.[18]

Bildung[Bearbeiten]

Dammam ist ein wichtiges Bildungszentrum des Königreichs.[19] 1975 wurde die König-Faisal-Universität[20] in Hofuf und Dammam gegründet, eine von acht Universitäten des Landes.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das beliebteste Naherholungsgebiet in Dammam ist das um eine Meeresbucht herum ausgebaute Hang-Ufer (Corniche) entlang der Straße vom Al-Aziziyya-Strand bis zu den Tarot-Inseln. Viele Open-Air-Kunstwerke, Kinderspielplätze und Freizeiteinrichtungen finden sich in der rund elf Kilometer langen begrünten Flanierzone.

Der König-Fahd-Park befindet sich an der Autobahn von Dhahran nach Dammam zwischen Dammam und al-Chubar. Es ist ein moderner Park mit Cafeterias, Swimmingpools, Lagunen, Fontänen und einem Vergnügungszentrum für Kinder.

Das Dammam National Museum befindet sich im vierten Stock der öffentlichen Bücherei gegenüber dem Stadion. Es enthält Exponate, die die Kultur des Gebiets schildern.

Der Halbmond-Strand ist der bekannteste Strand der Ostprovinz. Er trägt seinen Namen auf Grund seiner halbkreisförmigen Gestalt. Während der Wochenenden ist er stark besucht. In der Nähe befinden sich zwei Vergnügungsparks.

Sport[Bearbeiten]

Die erste Runde der Qualifikation der asiatischen Teilnehmer zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 wurde als Turnier komplett in Dammam ausgespielt. Saudi-Arabien zog als erster der Gruppe in Runde zwei ein.

1984 und 1988 gewann die Fußballmannschaft al-Ettifaq aus Dammam den Arab Club Champions Cup.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Saudi-Arabien - Dhahran/Dammam (Version vom 24. März 2007 im Internet Archive), AUMA, Verband der deutschen Messewirtschaft (im Internet Archive)
  2. The Remarkable Transformation of the Dammam-Dhahran- Al-Khobar Triangle (Version vom 28. Juli 2008 im Internet Archive), saudiembassy.net (im Internet Archive)
  3. Discovery! The Story Of Aramco Then, Chapter 7: Dammam No. 7 (Version vom 24. Februar 2008 im Internet Archive); saudiaramcoworld.com (im Internet Archive)
  4. 50 Jahre saudiarabische Geschichte - Die Entwicklung des Königreichs Saudi-Arabien von der Gründung 1932 bis zum Tod König Chalids 1982, Seminararbeit, Uni Rostock
  5. Dammam, Enzyclopaedia of the Orient
  6. 22 Tote bei Terrordrama, Der Stern, 31. Mai 2004
  7. Terrorists Wiped Out in Dammam, arabnews.com, September 2005
  8. King Abdul Aziz Port of Dammam (Version vom 18. Mai 2006 im Internet Archive), Barwil Unitor Ships Service (im Internet Archive)
  9. King Abdul Aziz Port at Dammam, KingFahdBinAbdulaziz.com
  10. King Abdul Aziz Port, Dammam, Saudi Ports Authority
  11. King Abdul Aziz Port, Dammam, Services, Saudi Ports Authority
  12. King Fahd International Airport, a magnificent achievement for the kingdom in the air transport industry, Prepared by: The Editorial Board, Civil Aviation Magazine, Extracted in full from issue No.27
  13. Dammam, Saudi Arabia, globalsecurity.org
  14. Karte der saudischen Bahnlinien, saudirailways.com
  15. Long overdue Saudi railway link will have huge benefits for global shipping industry, Future of cargo, saudirailexpansion.com, The Times, 7 September 2004
  16. Expanson Projekt, saudirailways.com
  17. Renewal of the existing railway line Dammam - Hofuf - Harad - Al Karj - Riyadh
  18. Dammam, wissen.de
  19. Dammam (Version vom 28. Mai 2006 im Internet Archive), Etihad Airways, National Airline of the UAE (im Internet Archive)
  20. King Faisal University

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dammam – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien