Fußball-Weltmeisterschaft 2002

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FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2002
2002 FIFA World Cup Korea/Japan
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Anzahl Nationen 32 (von 198 Bewerbern)
Weltmeister BrasilienBrasilien Brasilien (5. Titel)
Austragungsort JapanJapan Japan & Korea SudSüdkorea Südkorea
Eröffnungsspiel 31. Mai 2002
Endspiel 30. Juni 2002
Spiele 64
Tore 161  (∅: 2,52 pro Spiel)
Zuschauer 2.705.134  (∅: 42.268 pro Spiel)
Torschützenkönig BrasilienBrasilien Ronaldo (8 Tore)
Bester Spieler DeutschlandDeutschland Oliver Kahn
Bester Torhüter DeutschlandDeutschland Oliver Kahn
Gelbe Karten 266 (∅: 4,16 pro Spiel)
Gelb-Rote Karten (∅: 0,09 pro Spiel)
Rote Karten 11 (∅: 0,17 pro Spiel)

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2002, engl.: FIFA World Cup, war die 17. Ausspielung dieses bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 31. Mai bis zum 30. Juni 2002 erstmals in Japan und in Südkorea und auch erstmals in zwei Ländern und in Asien statt. Ursprünglich hatten sich beide Länder getrennt beworben. Etwas überraschend erhielten dann Japan und Südkorea gemeinsam von der FIFA den Zuschlag. Letztmals war der Titelverteidiger direkt für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Sieger wurde die Mannschaft Brasiliens, Zweiter Deutschland, Dritter die Türkei.

Die Gastgeber[Bearbeiten]

Südkoreas Beziehungen zu Japan sind durch die Zeit, in der Korea eine Provinz Japans war (1910 bis 1945), noch immer schwer belastet. Daher gab es schon in der Planungsphase hitzige Diskussionen. Hauptstreitpunkte waren die Reihenfolge der Namen und die Vergabe des Endspiels. Man einigte sich schließlich darauf, dass die Eröffnungsfeier in Seoul und das Endspiel in Yokohama stattfand und dass der koreanische Name zuerst genannt wurde. Die offizielle Turnierbezeichnung lautete daher: 2002 FIFA World Cup Korea/Japan.

Wegen „ihrer ansteckenden Freude, ihrer riesigen Euphorie, ihrer grossen Gastfreundschaft und insbesondere ihrem überaus fairen und freundlichen Verhalten“ erhielten Fußballfamilien von Japan und Südkorea den FIFA Fairplay-Preis 2002.[1]

Spielorte[Bearbeiten]

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in jeweils zehn Stadien in je zehn verschiedenen japanischen und südkoreanischen Städten ausgetragen. Nie zuvor gab es bei einer Fußball-Weltmeisterschaft derartig viele Spielorte, die durchweg über modernste Stadien und Verkehrsanbindungen verfügten.

Japan[Bearbeiten]

Fukuroi Kashima Kōbe Niigata Ōita
Shizuoka-Ecopa-Stadion Kashima Soccer Stadium Home’s Stadium Kobe Niigata Stadion Kyūshū Sekiyu Dome
Kapazität: 50.600 Kapazität: 42.000 Kapazität: 42.000 Kapazität: 42.300 Kapazität: 43.000
Ecopa030304.jpg Kashima Stadium 1.JPG Inside View of Kobe Wing Stadium.jpg Bigswan080628.JPG Ooita Stadium20090514.jpg
Ōsaka Rifu Saitama Sapporo Yokohama
Nagai Stadium Miyagi Stadium Saitama Stadium Sapporo Dome Yokohama International
Kapazität: 50.000 Kapazität: 49.000 Kapazität: 63.000 Kapazität: 42.000 Kapazität: 70.000
Nagai stadium20040717.jpg MiyagiStadiumTrackField.jpg Saitama stadium.jpg Sapporodome201108171.JPG NISSANSTADIUM20080608.JPG

Südkorea[Bearbeiten]

Busan Daegu Daejeon Gwangju Incheon
Busan-Asia-Main-Stadion Daegu-World-Cup-Stadion Daejeon-World-Cup-Stadion Gwangju-World-Cup-Stadion Incheon-Munhak-Stadion
Kapazität: 56.000 Kapazität: 68.000 Kapazität: 40.400 Kapazität: 43.000 Kapazität: 52.200
BW
BW
BW
BW
BW
Jeonju Seogwipo Seoul Suwon Ulsan
Jeonju-World-Cup-Stadion Jeju-World-Cup-Stadion Seoul-World-Cup-Stadion Suwon-World-Cup-Stadion Ulsan-Munsu-Fußballstadion
Kapazität: 42.400 Kapazität: 42.300 Kapazität: 70.000 Kapazität: 43.200 Kapazität: 43.600
BW
Jeju World Cup Stadium 2.JPG Seoul World Cup Stadium-03.jpg Glandbleu01.jpg Munsu 20121110 204310 5.jpg

Qualifikation[Bearbeiten]

Insgesamt bewarben sich 198 Nationen um die 32 Endrundenplätze. Für die einzelnen Kontinente waren die Teilnehmerzahlen fest vorgegeben. In einigen Fällen gab es Entscheidungsspiele.

Europa stellte 15 Teilnehmer, davon war Frankreich als Titelverteidiger direkt qualifiziert. WM-Plätze gab es für die ersten vier der südamerikanischen Qualifikationsrunde, der Fünfte musste zwei Ausscheidungsspiele gegen den Sieger der Ozeanien-Gruppe bestreiten. Nord- und Mittelamerika stellte drei Teilnehmer. Für Asien standen neben Japan und Südkorea, die als Gastgeberländer direkt qualifiziert waren, zwei weitere Plätze zur Verfügung. Afrika schickte fünf Mannschaften ins Rennen. Die größte Überraschung der Qualifikation war das Ausscheiden der Niederlande, die hinter Portugal und Irland nur den dritten Platz in ihrer Gruppe belegte. Auch die stärker eingeschätzten Tschechen konnten sich nicht qualifizieren, da sie in den Play-offs der Gruppenzweiten an Belgien scheiterten. Die Türkei erreichte erstmals seit 1954 ein Endturnier. Für China, Slowenien, den Senegal und Ecuador war es die erste WM-Teilnahme überhaupt.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Für die Endrunde qualifizierten sich letztlich folgende 32 Nationalmannschaften aus den jeweiligen Kontinentalverbänden:

15 aus Europa BelgienBelgien Belgien DanemarkDänemark Dänemark DeutschlandDeutschland Deutschland EnglandEngland England FrankreichFrankreich Frankreich
IrlandIrland Irland ItalienItalien Italien KroatienKroatien Kroatien PolenPolen Polen PortugalPortugal Portugal
RusslandRussland Russland SchwedenSchweden Schweden SlowenienSlowenien Slowenien SpanienSpanien Spanien TurkeiTürkei Türkei
5 aus Südamerika ArgentinienArgentinien Argentinien BrasilienBrasilien Brasilien EcuadorEcuador Ecuador Paraguay 1990Paraguay Paraguay UruguayUruguay Uruguay
3 aus Nord- und Mittelamerika Costa RicaCosta Rica Costa Rica MexikoMexiko Mexiko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
5 aus Afrika KamerunKamerun Kamerun NigeriaNigeria Nigeria SenegalSenegal Senegal SudafrikaSüdafrika Südafrika TunesienTunesien Tunesien
4 aus Asien China VolksrepublikChina Volksrepublik China JapanJapan Japan Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien Korea SudSüdkorea Südkorea
Weltkarte der Teilnehmer und deren Platzierungen


Auslosung[Bearbeiten]

  • Topf 1: Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich (A), Italien, Japan (H), Spanien, Südkorea (D)
  • Topf 2: Belgien, Dänemark, England, Irland, Kroatien, Polen, Portugal, Russland, Schweden, Slowenien, Türkei
  • Topf 3: China, Saudi-Arabien, Ecuador, Paraguay, Uruguay
  • Topf 4: Kamerun, Nigeria, Senegal, Südafrika, Tunesien, Costa Rica, Mexiko, USA
  • Die Gruppen A, B, C und D spielten in Südkorea, die Gruppen E, F, G und H in Japan.

Die beiden Gastgeber Südkorea (Gruppe D) und Japan (Gruppe H) sowie Weltmeister Frankreich (Gruppe A) wurden vorab gesetzt.
Die fünf übrigen Gruppen bekamen aus Topf 1 je eine Mannschaft als Gruppenkopf zugelost. Dabei wurde schon vorher festgelegt, dass eine südamerikanische Mannschaft in eine in Japan spielende Gruppe kam und die andere in eine in Südkorea spielende Gruppe.

Aus dem Topf 2 wurden zunächst acht Mannschaften den Gruppenköpfen aus Topf 1 frei zugelost. Die drei übrig gebliebenen Mannschaften aus Topf 2 komplettierten Topf 3.

  • In jeder Gruppe durften maximal zwei europäische Mannschaften stehen. Aus den anderen Kontinenten durfte nur eine Mannschaft in derselben Gruppe sein.
    China spielte aus „geografischen und ökonomischen Gründen“ in Südkorea. Um das asiatische Gleichgewicht zu wahren, spielte deshalb Saudi-Arabien in Japan.

Wegen diesen Einschränkungen wurden aus Topf 3 allen Gruppenköpfen gezielt Mannschaften aus anderen Kontinenten zugelost.
Also europäische Teams nicht zu Frankreich, China nicht zu Japan, Paraguay nicht zu Brasilien, usw.

Als letzten Schritt wurden die acht Mannschaften aus Topf 4 ohne Einschränkungen den acht Gruppen frei zugelost.

Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
FrankreichFrankreich Frankreich SpanienSpanien Spanien BrasilienBrasilien Brasilien Korea SudSüdkorea Südkorea
SenegalSenegal Senegal SlowenienSlowenien Slowenien TurkeiTürkei Türkei PolenPolen Polen
UruguayUruguay Uruguay Paraguay 1990Paraguay Paraguay China VolksrepublikChina Volksrepublik China Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
DanemarkDänemark Dänemark SudafrikaSüdafrika Südafrika Costa RicaCosta Rica Costa Rica PortugalPortugal Portugal
Gruppe E Gruppe F Gruppe G Gruppe H
DeutschlandDeutschland Deutschland ArgentinienArgentinien Argentinien ItalienItalien Italien JapanJapan Japan
Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien NigeriaNigeria Nigeria EcuadorEcuador Ecuador BelgienBelgien Belgien
IrlandIrland Irland EnglandEngland England KroatienKroatien Kroatien RusslandRussland Russland
KamerunKamerun Kamerun SchwedenSchweden Schweden MexikoMexiko Mexiko TunesienTunesien Tunesien

Für Infos zu den einzelnen WM-Gruppen und Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.

Vorrunde[Bearbeiten]

Gruppe A[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 DanemarkDänemark Dänemark 3 2 1 0 5:2 +3 7
2 SenegalSenegal Senegal 3 1 2 0 5:4 +1 5
3 UruguayUruguay Uruguay 3 0 2 1 4:5 -1 2
4 FrankreichFrankreich Frankreich 3 0 1 2 0:3 -3 1
31. Mai 2002 in Seoul
Frankreich Senegal 0:1 (0:1)
1. Juni 2002 in Ulsan
Uruguay Dänemark 1:2 (0:1)
6. Juni 2002 in Daegu
Dänemark Senegal 1:1 (1:0)
6. Juni 2002 in Busan
Frankreich Uruguay 0:0
11. Juni 2002 in Incheon
Dänemark Frankreich 2:0 (1:0)
11. Juni 2002 in Suwon
Senegal Uruguay 3:3 (3:0)

Die erste Überraschung des Turniers war gleich im Eröffnungsspiel der Sieg des Senegal über Titelverteidiger Frankreich. Der Titelfavorit konnte in den drei Vorrundenspielen keinen Treffer erzielen und schied als Letzter der Gruppe A frühzeitig aus dem Turnier aus. Frankreichs Spielmacher Zinédine Zidane konnte verletzungsbedingt nur im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark auflaufen. Uruguay scheiterte ebenfalls in der Gruppenphase, obwohl im letzten Gruppenspiel nach einem 0:3-Rückstand noch ein 3:3-Unentschieden erreicht werden konnte.

Gruppe B[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 SpanienSpanien Spanien 3 3 0 0 9:4 +5 9
2 Paraguay 1990Paraguay Paraguay 3 1 1 1 6:6 +0 4
3 SudafrikaSüdafrika Südafrika 3 1 1 1 5:5 +0 4
4 SlowenienSlowenien Slowenien 3 0 0 3 2:7 -5 0
2. Juni 2002 in Busan
Paraguay Südafrika 2:2 (1:0)
2. Juni 2002 in Gwangju
Spanien Slowenien 3:1 (1:0)
7. Juni 2002 in Jeonju
Spanien Paraguay 3:1 (0:1)
8. Juni 2002 in Daegu
Südafrika Slowenien 1:0 (1:0)
12. Juni 2002 in Daejeon
Südafrika Spanien 2:3 (1:2)
12. Juni 2002 in Seogwipo
Slowenien Paraguay 1:3 (1:0)

Spanien setzte sich in dieser Gruppe mit drei Siegen durch. Es gelang die Revanche gegen Paraguay, gegen das die Selección vier Jahre zuvor gescheitert war. Paraguay konnte sich im Gegensatz zu damals weniger defensivstark präsentieren, aber dank eines 3:1-Sieges in Unterzahl gegen Slowenien kam die Albirroja aufgrund eines mehr erzielten Tores gegenüber Südafrika noch ins Achtelfinale. Südafrika verpasste dies durch die Niederlage gegen Spanien. Südafrikas Spieler wurden über den Zwischenstand aus dem Parallelspiel bewusst nicht in Kenntnis gesetzt. So machten sie gegen Ende der Partie keine großen Anstalten nach vorne zu spielen, da sie nach der Halbzeitführung der Slowenen wohl nicht damit rechneten noch ein Tor erzielen zu müssen. Slowenien schied als schlechteste europäische Mannschaft in der Vorrunde aus. Nach einem Disput zwischen Trainer Srečko Katanec und Mittelfeldspieler Zlatko Zahovič wurde dieser vorzeitig nach Hause geschickt.

Gruppe C[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 BrasilienBrasilien Brasilien 3 3 0 0 11:3 +8 9
2 TurkeiTürkei Türkei 3 1 1 1 05:3 +2 4
3 Costa RicaCosta Rica Costa Rica 3 1 1 1 05:6 -1 4
4 China VolksrepublikChina China 3 0 0 3 00:9 -9 0
3. Juni 2002 in Ulsan
Brasilien Türkei 2:1 (0:1)
4. Juni 2002 in Gwangju
China Costa Rica 0:2 (0:0)
8. Juni 2002 in Seogwipo
Brasilien China 4:0 (3:0)
9. Juni 2002 in Incheon
Costa Rica Türkei 1:1 (0:0)
13. Juni 2002 in Suwon
Costa Rica Brasilien 2:5 (1:3)
13. Juni 2002 in Seoul
Türkei China 3:0 (2:0)

Brasilien schien von allen Titelkandidaten die lösbarste Gruppe erwischt zu haben, jedoch erwies sich die Türkei als schwer bespielbarer Gegner. Der brasilianische Sieg war umstritten, da der Unparteiische einige zweifelhafte Entscheidungen traf. Nach einem 1:1 gegen Costa Rica waren die Türken auf Schützenhilfe Brasiliens am letzten Spieltag angewiesen. Nur knapp verpasste Costa Rica, die zwischenzeitlich gegen Brasilien auf 2:3 rangekommen waren, den zweiten Achtelfinaleinzug nach 1990. China verlor alle drei Gruppenspiele.

Gruppe D[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 Korea SudSüdkorea Südkorea 3 2 1 0 4:1 +3 7
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 3 1 1 1 5:6 -1 4
3 PortugalPortugal Portugal 3 1 0 2 6:4 +2 3
4 PolenPolen Polen 3 1 0 2 3:7 -4 3
4. Juni 2002 in Busan
Südkorea Polen 2:0 (1:0)
5. Juni 2002 in Suwon
USA Portugal 3:2 (3:1)
10. Juni 2002 in Daegu
Südkorea USA 1:1 (0:1)
10. Juni 2002 in Jeonju
Portugal Polen 4:0 (1:0)
14. Juni 2002 in Incheon
Portugal Südkorea 0:1 (0:0)
14. Juni 2002 in Daejeon
Polen USA 3:1 (2:0)

Portugal scheiterte bereits nach zwei Niederlagen in der Vorrunde. Im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea standen dabei nach zwei Feldverweisen zum Schluss nur noch neun Portugiesen auf dem Platz. Polen zeigte nur im letzten Spiel gegen die USA eine ansprechende Leistung. So waren die beiden favorisierten europäischen Mannschaften ausgeschieden, dem Co-Gastgeber Südkorea gelang erstmals der Einzug in ein WM-Achtelfinale.

Gruppe E[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 DeutschlandDeutschland Deutschland 3 2 1 0 11:01 +10 7
2 IrlandIrland Irland 3 1 2 0 05:02 +03 5
3 KamerunKamerun Kamerun 3 1 1 1 02:03 -01 4
4 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 3 0 0 3 00:12 -12 0
1. Juni 2002 in Niigata
Irland Kamerun 1:1 (0:1)
1. Juni 2002 in Sapporo
Deutschland Saudi-Arabien 8:0 (4:0)
5. Juni 2002 in Ibaraki
Deutschland Irland 1:1 (1:0)
6. Juni 2002 in Saitama
Kamerun Saudi-Arabien 1:0 (0:0)
11. Juni 2002 in Shizuoka
Kamerun Deutschland 0:2 (0:0)
11. Juni 2002 in Yokohama
Saudi-Arabien Irland 0:3 (0:1)

Die deutsche Mannschaft besiegte Saudi-Arabien klar mit 8:0, erhielt aber im folgenden Spiel gegen Irland in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch den 1:1-Ausgleich. So konnte die Mannschaft von Rudi Völler erst im letzten Gruppenspiel den Einzug in die nächste Runde sicherstellen, als die Deutschen in Unterzahl agierend Kamerun mit 2:0 besiegten. Die Iren hatten in der Qualifikation schon überrascht, als sie trotz Gegnern wie Portugal und den Niederlanden kein Gruppenspiel verloren. Durch das 1:1 gegen Deutschland und ein 3:0 gegen Saudi-Arabien und trotz der Suspendierung des Mittelfeldspielers Roy Keane belegte Irland den zweiten Rang vor dem stärker eingeschätzten Afrikameister Kamerun und kam ins Achtelfinale. Saudi-Arabien war die eindeutig schwächste Mannschaft der Gruppe.

Gruppe F[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 SchwedenSchweden Schweden 3 1 2 0 4:3 +1 5
2 EnglandEngland England 3 1 2 0 2:1 +1 5
3 ArgentinienArgentinien Argentinien 3 1 1 1 2:2 +0 4
4 NigeriaNigeria Nigeria 3 0 1 2 1:3 -2 1
2. Juni 2002 in Ibaraki
Argentinien Nigeria 1:0 (0:0)
2. Juni 2002 in Saitama
England Schweden 1:1 (1:0)
7. Juni 2002 in Kobe
Schweden Nigeria 2:1 (1:1)
7. Juni 2002 in Sapporo
Argentinien England 0:1 (0:1)
12. Juni 2002 in Miyagi
Schweden Argentinien 1:1 (0:0)
12. Juni 2002 in Osaka
Nigeria England 0:0

Titelfavorit Argentinien schied bereits in der Vorrunde aus, da sie das Prestigeduell gegen England verloren und auch gegen Schweden nicht zu einem benötigten Sieg kamen. Der nach seinem Platzverweis von der WM 1998 viel gescholtene David Beckham erzielte per Elfmeter das Siegtor gegen Argentinien. Durch ein 0:0 gegen Nigeria sicherte sich England den Achtelfinaleinzug. Schweden wurde von den meisten Experten vorher als Außenseiter der Gruppe gesehen, wurde letztlich aber Gruppensieger, während Nigeria diesmal in der Vorrunde ausschied.

Gruppe G[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 MexikoMexiko Mexiko 3 2 1 0 4:2 +3 7
2 ItalienItalien Italien 3 1 1 1 4:3 +1 4
3 KroatienKroatien Kroatien 3 1 0 2 2:3 -1 3
4 EcuadorEcuador Ecuador 3 1 0 2 2:4 -2 3
3. Juni 2002 in Niigata
Kroatien Mexiko 0:1 (0:0)
3. Juni 2002 in Sapporo
Italien Ecuador 2:0 (2:0)
8. Juni 2002 in Ibaraki
Italien Kroatien 1:2 (0:0)
9. Juni 2002 in Miyagi
Mexiko Ecuador 2:1 (1:1)
13. Juni 2002 in Oita
Mexiko Italien 1:1 (1:0)
13. Juni 2002 in Yokohama
Ecuador Kroatien 1:0 (0:0)

Italien qualifizierte sich als Gruppenzweiter für die Endrunde. Dabei haderten die Italiener vor allem mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter. Mexiko war die positive Überraschung der Gruppe G und wurde Gruppensieger. Der damals amtierende WM-Dritte Kroatien zeigte mit dem Sieg über Italien zwar eine gute Antwort auf die Niederlage gegen Mexiko, aber durch die Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen WM-Debütant Ecuador schieden die Kroaten in der Vorrunde aus.

Gruppe H[Bearbeiten]

Rang Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 JapanJapan Japan 3 2 1 0 5:2 +3 7
2 BelgienBelgien Belgien 3 1 2 0 6:5 +1 5
3 RusslandRussland Russland 3 1 0 2 4:4 +0 3
4 TunesienTunesien Tunesien 3 0 1 2 1:5 -4 1
4. Juni 2002 in Saitama
Japan Belgien 2:2 (0:0)
5. Juni 2002 in Kobe
Russland Tunesien 2:0 (0:0)
9. Juni 2002 in Yokohama
Japan Russland 1:0 (0:0)
10. Juni 2002 in Oita
Tunesien Belgien 1:1 (1:1)
14. Juni 2002 in Osaka
Tunesien Japan 0:2 (0:0)
14. Juni 2002 in Shizuoka
Belgien Russland 3:2 (1:0)

Russland verlor gegen Japan und Belgien und schied somit zusammen mit Tunesien in der Vorrunde aus. Japan überstand die Vorrunde, und es blieb dabei, dass noch nie ein WM-Gastgeber in der ersten Runde scheiterte. Die Belgier qualifizierten sich ebenfalls für die nächste Runde.

Finalrunde[Bearbeiten]

Achtelfinale Viertelfinale Halbfinale Finale
                           
           
 A1: DanemarkDänemark Dänemark  0
  F2: EnglandEngland England  3  
 EnglandEngland England  1
   BrasilienBrasilien Brasilien  2  
 C1: BrasilienBrasilien Brasilien  2
  H2: BelgienBelgien Belgien  0  
 BrasilienBrasilien Brasilien  1
    TurkeiTürkei Türkei  0  
 F1: SchwedenSchweden Schweden  1
  A2: SenegalSenegal Senegal  121  
 SenegalSenegal Senegal  0
   TurkeiTürkei Türkei  111  
 H1: JapanJapan Japan  0
  C2: TurkeiTürkei Türkei  1  
 BrasilienBrasilien Brasilien  2
   DeutschlandDeutschland Deutschland  0
 B1: SpanienSpanien Spanien  21 (3)2
  E2: IrlandIrland Irland  1 (2)  
 SpanienSpanien Spanien  0 (3)
   Korea SudSüdkorea Südkorea  20 (5)2  
 D1: Korea SudSüdkorea Südkorea  121
  G2: ItalienItalien Italien  1  
 Korea SudSüdkorea Südkorea  0
    DeutschlandDeutschland Deutschland  1   Spiel um Platz drei
 E1: DeutschlandDeutschland Deutschland  1
  B2: Paraguay 1990Paraguay Paraguay  0  
 DeutschlandDeutschland Deutschland  1  Korea SudSüdkorea Südkorea  2
   Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA  0    TurkeiTürkei Türkei  3
 G1: MexikoMexiko Mexiko  0
  D2: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA  2  

1 Sieg nach Golden Goal
2 Sieg im Elfmeterschießen

Achtelfinale[Bearbeiten]

Im Achtelfinale spielten die Ersten und Zweiten der verschiedenen Vorrundengruppen über Kreuz gegeneinander. Südkorea besiegte Italien, wobei einige Entscheidungen der Schiedsrichter als umstritten galten und die oft als feldüberlegen eingestuften Italiener einige Torchancen nicht nutzen. Schiedsrichter Byron Moreno erkannte Italien einen Treffer durch Damiano Tommasi ab und verwies Francesco Totti des Feldes – beide Entscheidungen sind bis heute umstritten. Allerdings gab er 2008 in einem Interview zu, falsch entschieden zu haben, machte jedoch den Linienrichter mitverantwortlich. Im November 2002 wurde Moreno von der FIFA gesperrt.[2][3] England gewann gegen Dänemark, Deutschland knapp gegen Paraguay. Die Spanier führten bis kurz vor Schluss gegen Irland mit 1:0, bevor die Iren mit einem Foulelfmeter ausgleichen konnten. Nach einer torlosen Verlängerung verschossen die Iren im abschließenden Elfmeterschießen drei Elfmeter in Folge und Spanien ging als Sieger vom Platz. Die Schweden schieden durch ein Golden Goal gegen Senegal aus, die Türkei setzte sich mit einem frühen Tor gegen Japan durch. Brasilien gewann gegen Belgien. Ein Treffer von Marc Wilmots wurde vom Schiedsrichter nicht anerkannt, eine umstrittene Entscheidung. Die beiden brasilianischen Tore fielen erst in der Schlussphase. Die USA setzten sich gegen den als leicht favorisiert geltenden Nachbarn Mexiko durch.

15. Juni 2002 in Seogwipo
DeutschlandDeutschland Deutschland Paraguay 1990Paraguay Paraguay 1:0 (0:0)
15. Juni 2002 in Niigata
DanemarkDänemark Dänemark EnglandEngland England 0:3 (0:3)
16. Juni 2002 in Oita
SchwedenSchweden Schweden SenegalSenegal Senegal 1:2 n.GG. (1:1, 1:1)
16. Juni 2002 in Suwon
SpanienSpanien Spanien IrlandIrland Irland 1:1 n.V. (1:1, 1:0), 3:2 i.E.
17. Juni 2002 in Jeonju
MexikoMexiko Mexiko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 0:2 (0:1)
17. Juni 2002 in Kobe
BrasilienBrasilien Brasilien BelgienBelgien Belgien 2:0 (0:0)
18. Juni 2002 in Miyagi
JapanJapan Japan TurkeiTürkei Türkei 0:1 (0:1)
18. Juni 2002 in Daejeon
Korea SudSüdkorea Südkorea ItalienItalien Italien 2:1 n.GG. (1:1, 0:1)

Viertelfinale[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den vorherigen Endrunden hatte die FIFA den Spielplan so gestaltet, dass die Tableaus voneinander bereits durch die Auslosung getrennt wurden. Da England in der Vorrunde hinter Schweden nur den zweiten Platz belegte, musste man bereits im Viertelfinale gegen Brasilien antreten. Die Engländer erspielten sich zunächst die Führung, als Michael Owen einen Fehler Lúcios ausnutzte. Kurz vor der Halbzeitpause gelang Rivaldo der Ausgleich. Der Siegtreffer für Brasilien fiel nach einem Freistoß aus dem Halbfeld, den Ronaldinho hinter dem etwas zu weit vor dem Tor stehenden David Seaman ins Tor beförderte. Ein paar Minuten später wurde der Torschütze wegen Foulspiels vom Platz gestellt. Die Engländer schafften aber in den verbleibenden 35 Minuten nicht mehr den Ausgleich.

Deutschland setzte sich knapp gegen die spielstärkeren US-Amerikaner durch. Oliver Kahn vereitelte mehrere Torchancen. Noch vor der Halbzeitpause erzielte Michael Ballack per Kopfball nach einer Freistoßflanke den entscheidenden Treffer. Der dominierende amerikanische Spieler auf dem Platz war Claudio Reyna. Um den am 17. Juni verstorbenen Fritz Walter zu ehren, spielte die deutsche Nationalmannschaft mit Trauerflor. Südkorea setzte sich gegen die ohne Raúl angetretenen Spanier durch. Der Schiedsrichter versagte zwei Treffern der Spanier die Anerkennung, was im Nachhinein als Fehlentscheidung gewertet wurde. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen, in dem die Koreaner alle fünf Strafstöße verwandelten. Die Türkei bezwang Senegal durch ein Golden Goal, das sie bereits nach wenigen Minuten in der Verlängerung erzielen konnte.

21. Juni 2002 in Shizuoka
EnglandEngland England BrasilienBrasilien Brasilien 1:2 (1:1)
21. Juni 2002 in Ulsan
DeutschlandDeutschland Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 1:0 (1:0)
22. Juni 2002 in Gwangju
SpanienSpanien Spanien Korea SudSüdkorea Südkorea 0:0 n.V., 3:5 i.E.
22. Juni 2002 in Osaka
SenegalSenegal Senegal TurkeiTürkei Türkei 0:1 n.GG.

Halbfinale[Bearbeiten]

Die Favoriten Deutschland und Brasilien trafen auf die Außenseiter Türkei und Südkorea. Michael Ballack, der nach einem Fehler von Carsten Ramelow einen Südkoreaner mit einem Foul stoppte, wurde dafür mit einer gelben Karte bestraft und für das nächste Spiel gesperrt, da dies seine zweite gelbe Karte in der Finalrunde war. Ballack überwand in der 75. Minute den koreanischen Torwart im Nachschuss und schoss Deutschland damit ins Finale. Brasilien besiegte die Türkei, auf die sie bereits in der Vorrunde getroffen waren, mit 1:0 - ohne den gesperrten Ronaldinho. Das Tor schoss Ronaldo in der 49. Minute.

25. Juni 2002 in Seoul
DeutschlandDeutschland Deutschland Korea SudSüdkorea Südkorea 1:0 (0:0)
26. Juni 2002 in Saitama
BrasilienBrasilien Brasilien TurkeiTürkei Türkei 1:0 (0:0)

Spiel um Platz 3[Bearbeiten]

Das Spiel um den dritten Platz bestritten Gastgeber Südkorea und die Türkei. In einem torreichen Spiel gingen die Türken mit 3:2 als Sieger vom Platz. Die Tore für Südkorea schossen Lee Eul-yong (9. Min.) und Song Chong-gug (93. Min.). Für die Türkei trafen Hakan Şükür (1. Min.) sowie zweimal İlhan Mansız (13. und 32. Min.). Hakan Şükürs Tor zum 1:0 nach elf Sekunden war dabei das schnellste Tor in der WM-Geschichte.

29. Juni 2002 Daegu
Korea SudSüdkorea Südkorea TurkeiTürkei Türkei 2:3 (1:3)

Finale[Bearbeiten]

Im Finale der Weltmeisterschaft 2002 standen sich die bis dahin erfolgreichsten Mannschaften der WM-Geschichte, Deutschland und Brasilien, erstmals bei einer WM gegenüber. Der Schiedsrichter war Pierluigi Collina.

Das Endspiel konnte Brasilien mit 2:0 für sich entscheiden. In ihrem „besten Spiel des Turniers“ (Marca) zeigte die deutsche Mannschaft eine beherzte Leistung und konnte mit den gewohnt starken Brasilianern auch ohne den gesperrten Ballack lange auf Augenhöhe agieren. Nach dem Seitenwechsel gelang Oliver Neuville sogar mit einem Pfostenschuss aus 30 Metern (49. Min.) das erste Ausrufezeichen der zweiten Halbzeit. Im Endeffekt entschieden aber die herausragenden brasilianischen Einzelkönner das Spiel: Ronaldo erzielte in der 67. Minute nach einem Patzer Oliver Kahns, der einen Schuss von Rivaldo nicht festhalten konnte, das 1:0 und sorgte in der 79. Minute mit dem 2:0 auch für den Endstand. Damit konnte Brasilien auch in Asien und somit auf jedem Kontinent, auf dem bis dahin Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, einen Titel gewinnen. Zuvor hatten sie in Europa (1958), Südamerika (1962) sowie Mittel- und Nordamerika (1970 und 1994) gewonnen.

30. Juni 2002 Yokohama
DeutschlandDeutschland Deutschland BrasilienBrasilien Brasilien 0:2 (0:0)

Ehrungen der Finalisten[Bearbeiten]

Die Deutsche Nationalmannschaft wurde in Deutschland zur Mannschaft des Jahres, Michael Ballack zum Fußballer des Jahres in Deutschland und Ronaldo zu Europas Fußballer des Jahres sowie Weltfußballer des Jahres gewählt. Oliver Kahn wurde zum besten Torhüter und, als erster Torwart überhaupt, zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Beste Torschützen[Bearbeiten]

Rang Spieler Tore
1 BrasilianerBrasilianer Ronaldo 8
2 DeutscherDeutscher Miroslav Klose 5
BrasilianerBrasilianer Rivaldo
4 DäneDäne Jon Dahl Tomasson 4
ItalienerItaliener Christian Vieri
6 DeutscherDeutscher Michael Ballack 3
SenegaleseSenegalese Papa Bouba Diop
IreIre Robbie Keane
SchwedeSchwede Henrik Larsson
TürkeTürke İlhan Mansız
SpanienSpanien Fernando Morientes
PortugiesePortugiese Pauleta
SpanierSpanier Raúl
BelgierBelgier Marc Wilmots
Rang Spieler Tore
15 MexikanerMexikaner Jared Borgetti 2
SenegaleseSenegalese Henri Camara
Costa-ricanerCosta-ricaner Rónald Gómez
ParaguayerParaguayer Nelson Cuevas
TürkeTürke Ümit Davala
US-AmerikanerUS-Amerikaner Landon Donovan
SpanierSpanier Fernando Hierro
JapanerJapaner Junichi Inamoto
SüdkoreanerSüdkoreaner Ahn Jung-hwan
US-AmerikanerUS-Amerikaner Brian McBride
EngländerEngländer Michael Owen
BrasilianerBrasilianer Ronaldinho
TürkeTürke Hasan Şaş

Darüber hinaus gab es 79 Spieler mit einem Treffer. Hinzu kamen drei Eigentore.

Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs wurde ebenfalls der Brasilianer Ronaldo mit seinen 8 Endrunden-Treffern.

All-Star-Team[Bearbeiten]

Die FIFA wählte 16 Spieler in ein All-Star-Team. Sechs Spieler davon waren Teilnehmer des Endspiels (vier Spieler von Weltmeister Brasilien, zwei vom Final-Gegner Deutschland). Dazu kommt noch der im Endspiel gesperrte Michael Ballack.

Torhüter Abwehr Mittelfeld Stürmer Bester Spieler

DeutschlandDeutschland Oliver Kahn
TurkeiTürkei Rüştü Reçber

BrasilienBrasilien Roberto Carlos
EnglandEngland Sol Campbell
SpanienSpanien Fernando Hierro
Korea SudSüdkorea Hong Myung-bo
TurkeiTürkei Alpay Özalan

DeutschlandDeutschland Michael Ballack
BrasilienBrasilien Rivaldo
BrasilienBrasilien Ronaldinho
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Claudio Reyna
Korea SudSüdkorea Yoo Sang-chul

BrasilienBrasilien Ronaldo
DeutschlandDeutschland Miroslav Klose
SenegalSenegal El Hadji Diouf
TurkeiTürkei Hasan Şaş

DeutschlandDeutschland Oliver Kahn

Hintergrund[Bearbeiten]

Kritik

Rückblickend auf die Fußball-WM 2002 wurden einige unbefriedigende Schiedsrichterentscheidungen kritisiert.

Vor allem Anhänger der Nationalmannschaften Italiens und Spaniens empfanden sich als Opfer einer Schiedsrichter-Manipulation, da ihrer Ansicht nach Italien in drei Spielen hintereinander fünf reguläre Tore aberkannt worden seien und somit Südkoreas Vorstoß bis in das Halbfinale durch Fehlentscheidungen der Schiedsrichter begünstigt wurde. Nach Deutschlands Sieg im Halbfinale gegen Südkorea gratulierten mehrere spanische und italienische Zeitungen der deutschen Mannschaft.[4] Dieser Argumentation zufolge konnte die Teilnahme Südkoreas am Halbfinale und dem Spiel um den dritten Platz (in Seoul) von den Organisatoren gewinnbringender vermarktet werden.

Beklagt wurde, dass während einer sportlich schlechten Weltmeisterschaft keine Impulse für die Entwicklung des Fußballs in der Zukunft ausgegangen waren. Das wird meist mit dem frühen Ausscheiden vieler Favoriten, wie beispielsweise Frankreichs oder Argentiniens, in Verbindung gebracht. Dieses Ausscheiden wiederum wurde auf die starke nationale und internationale Belastung der vielen internationalen Top-Spieler zurückgeführt.

Bemerkenswertes

  • Frankreich stellte einen Negativ-Rekord auf. Der damals amtierende Welt- und Europameister erzielte nicht ein einziges Tor. Das hatte es vorher noch nicht gegeben.
  • Mit Oliver Kahn wurde erstmals ein Torhüter zum besten Spieler des Turniers gewählt.
  • Hakan Şükür hat im Spiel um Platz drei gegen Co-Gastgeber Südkorea WM-Geschichte geschrieben. Noch nie traf ein Spieler bei einer WM-Endrunde eher als Şükür. Sein 1:0 fiel nach offizieller FIFA-Zeitmessung elf Sekunden nach dem Anstoß. Die Türkei gewann die Partie mit 3:2.
  • Im Spiel zwischen Kamerun und Deutschland wurden vom spanischen Schiedsrichter Antonio Jesus Lopez Nieto insgesamt 14 Gelbe Karten und zusätzlich zwei Gelb-Rote Karten verteilt.
  • Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen hatte mit Lucio einen Weltmeister, mit Oliver Neuville einen Zweitplatzierten und mit Yildiray Bastürk einen Drittplatzierten in seinem Kader.

WM-Maskottchen

Die WM-Maskottchen für die Weltmeisterschaft waren die drei computeranimierten Gestalten „Ato“, "Kaz“ und "Nik“. Hierbei handelte es sich um sogenannte Sferics. Spherics sind Energiepartikel in der Atmosphäre.

WM-Song Anastacia - Boom

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FIFA Fairplay Preis, Seite 9 (PDF-Datei; 266 kB), abgerufen am 10. November 2013.
  2. Fifa entreißt Skandal-Referee die Pfeife
  3. [1] Artikel im Focus
  4. http://www.bz-berlin.de/archiv/spanien-jubelt-danke-ballack-article133822.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fußball-Weltmeisterschaft 2002 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien