Fußball-Weltmeisterschaft 2002

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Fußball-Weltmeisterschaft 2002
2002 FIFA World Cup Korea/Japan
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Anzahl Nationen 32 (von 198 Bewerbern)
Weltmeister BrasilienBrasilien Brasilien (5. Titel)
Austragungsort JapanJapan Japan & Korea SudSüdkorea Südkorea
Eröffnungsspiel 31. Mai 2002 (Seoul)
Endspiel 30. Juni 2002 (Yokohama)
Spiele 64
Tore 161 (∅: 2,52 pro Spiel)
Zuschauer 2.705.197 (∅: 42.269 pro Spiel)
Torschützenkönig BrasilienBrasilien Ronaldo (8 Tore)
Bester Spieler DeutschlandDeutschland Oliver Kahn
Bester Torhüter DeutschlandDeutschland Oliver Kahn
Gelbe Karten 266 (∅: 4,16 pro Spiel)
Gelb-Rote Karten (∅: 0,09 pro Spiel)
Rote Karten 11 (∅: 0,17 pro Spiel)

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 (engl.: FIFA World Cup) war die 17. Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften. Die Endrunde fand vom 31. Mai bis zum 30. Juni 2002 erstmals in Asien und auch erstmals in zwei Ländern statt. Japan und Südkorea erhielten überraschend gemeinsam von der FIFA den Zuschlag, nachdem sie sich getrennt beworben hatten.

Letztmals war der Titelverteidiger direkt qualifiziert. Weltmeister wurde Brasilien, Zweiter wurde Deutschland, Dritter die Türkei.

Die Gastgeber[Bearbeiten]

Südkoreas Beziehungen zu Japan sind durch die Zeit, in der Korea eine Provinz Japans war (1910 bis 1945), noch immer schwer belastet. Daher gab es schon in der Planungsphase hitzige Diskussionen. Hauptstreitpunkte waren die Reihenfolge der Namen und die Vergabe des Endspiels. Man einigte sich schließlich darauf, dass die Eröffnungsfeier in Seoul und das Endspiel in Yokohama stattfand und dass der koreanische Name zuerst genannt wurde. Die offizielle Turnierbezeichnung lautete daher: 2002 FIFA World Cup Korea/Japan.

Wegen „ihrer ansteckenden Freude, ihrer riesigen Euphorie, ihrer grossen Gastfreundschaft und insbesondere ihrem überaus fairen und freundlichen Verhalten“ erhielten Fußballfamilien von Japan und Südkorea den FIFA Fairplay-Preis 2002.[1]

Spielorte[Bearbeiten]

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in jeweils zehn Stadien in je zehn verschiedenen japanischen und südkoreanischen Städten ausgetragen. Nie zuvor gab es bei einer Fußball-Weltmeisterschaft derartig viele Spielorte, die durchweg über modernste Stadien und Verkehrsanbindungen verfügten.

Japan[Bearbeiten]

Fukuroi Kashima Kōbe Niigata Ōita
Shizuoka-Ecopa-Stadion Kashima Soccer Stadium Home’s Stadium Kobe Niigata Stadion Kyūshū Sekiyu Dome
Kapazität: 50.600 Kapazität: 42.000 Kapazität: 42.000 Kapazität: 42.300 Kapazität: 43.000
Gesamtzuschauerzahl: 141.161 Gesamtzuschauerzahl: 106.376 Gesamtzuschauerzahl: 107.591 Gesamtzuschauerzahl: 106.500 Gesamtzuschauerzahl: 118.738
Schnitt: 47.054 Schnitt: 35.459 Schnitt: 35.864 Schnitt: 35.500 Schnitt: 39.579
Ecopa030304.jpg Kashima Stadium 1.JPG Inside View of Kobe Wing Stadium.jpg Bigswan080628.JPG Ooita Stadium20090514.jpg
Ōsaka Rifu Saitama Sapporo Yokohama
Nagai Stadium Miyagi Stadium Saitama Stadium Sapporo Dome Yokohama International
Kapazität: 50.000 Kapazität: 49.000 Kapazität: 63.000 Kapazität: 42.000 Kapazität: 70.000
Gesamtzuschauerzahl: 134.310 Gesamtzuschauerzahl: 137.053 Gesamtzuschauerzahl: 221.363 Gesamtzuschauerzahl: 99.226 Gesamtzuschauerzahl: 266.319
Schnitt: 44.770 Schnitt: 45.684 Schnitt: 55.341 Schnitt: 33.075 Schnitt: 66.580
Nagai stadium20040717.jpg MiyagiStadiumTrackField.jpg Saitama stadium.jpg Sapporodome201108171.JPG NISSANSTADIUM20080608.JPG

Südkorea[Bearbeiten]

Busan Daegu Daejeon Gwangju Incheon
Busan-Asia-Main-Stadion Daegu-World-Cup-Stadion Daejeon-World-Cup-Stadion Gwangju-World-Cup-Stadion Incheon-Munhak-Stadion
Kapazität: 56.000 Kapazität: 68.000 Kapazität: 40.400 Kapazität: 43.000 Kapazität: 52.200
Gesamtzuschauerzahl: 112.235 Gesamtzuschauerzahl: 214.987 Gesamtzuschauerzahl: 96.094 Gesamtzuschauerzahl: 97.929 Gesamtzuschauerzahl: 140.638
Schnitt: 37.412 Schnitt: 53.747 Schnitt: 32.031 Schnitt: 32.643 Schnitt: 46.879
BW
BW
Daejeon-World-Cup-Stadium.jpg
BW
BW
Jeonju Seogwipo Seoul Suwon Ulsan
Jeonju-World-Cup-Stadion Jeju-World-Cup-Stadion Seoul-World-Cup-Stadion Suwon-World-Cup-Stadion Ulsan-Munsu-Fußballstadion
Kapazität: 42.400 Kapazität: 42.300 Kapazität: 70.000 Kapazität: 43.200 Kapazität: 43.600
Gesamtzuschauerzahl: 91.380 Gesamtzuschauerzahl: 92.102 Gesamtzuschauerzahl: 171.422 Gesamtzuschauerzahl: 148.437 Gesamtzuschauerzahl: 101.336
Schnitt: 30.60 Schnitt: 30.701 Schnitt: 57.141 Schnitt: 37.109 Schnitt: 33.779
BW
Jeju World Cup Stadium 2.JPG AFC Champions League Final 1st leg.jpg Glandbleu01.jpg Munsu 20121110 204310 5.jpg

Qualifikation[Bearbeiten]

Insgesamt bewarben sich 198 Nationen um die 32 Endrundenplätze. Für die einzelnen Kontinente waren die Teilnehmerzahlen fest vorgegeben. In einigen Fällen gab es Entscheidungsspiele.

Europa stellte 15 Teilnehmer, davon war Frankreich als Titelverteidiger direkt qualifiziert. WM-Plätze gab es für die ersten vier der südamerikanischen Qualifikationsrunde, der Fünfte musste zwei Ausscheidungsspiele gegen den Sieger der Ozeanien-Gruppe bestreiten. Nord- und Mittelamerika stellte drei Teilnehmer. Für Asien standen neben Japan und Südkorea, die als Gastgeberländer direkt qualifiziert waren, zwei weitere Plätze zur Verfügung. Afrika schickte fünf Mannschaften ins Rennen. Die größte Überraschung der Qualifikation war das Ausscheiden der Niederlande, die hinter Portugal und Irland nur den dritten Platz in ihrer Gruppe belegte. Auch die stärker eingeschätzten Tschechen konnten sich nicht qualifizieren, da sie in den Play-offs der Gruppenzweiten an Belgien scheiterten. Die Türkei erreichte erstmals seit 1954 ein Endturnier. Für China, Slowenien, den Senegal und Ecuador war es die erste WM-Teilnahme überhaupt.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Für die Endrunde qualifizierten sich letztlich folgende 32 Nationalmannschaften aus den jeweiligen Kontinentalverbänden:

15 aus Europa BelgienBelgien Belgien DanemarkDänemark Dänemark DeutschlandDeutschland Deutschland EnglandEngland England FrankreichFrankreich Frankreich
IrlandIrland Irland ItalienItalien Italien KroatienKroatien Kroatien PolenPolen Polen PortugalPortugal Portugal
RusslandRussland Russland SchwedenSchweden Schweden SlowenienSlowenien Slowenien SpanienSpanien Spanien TurkeiTürkei Türkei
5 aus Südamerika ArgentinienArgentinien Argentinien BrasilienBrasilien Brasilien EcuadorEcuador Ecuador Paraguay 1990Paraguay Paraguay UruguayUruguay Uruguay
3 aus Nord- und Mittelamerika Costa RicaCosta Rica Costa Rica MexikoMexiko Mexiko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
5 aus Afrika KamerunKamerun Kamerun NigeriaNigeria Nigeria SenegalSenegal Senegal SudafrikaSüdafrika Südafrika TunesienTunesien Tunesien
4 aus Asien China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China JapanJapan Japan Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien Korea SudSüdkorea Südkorea
Weltkarte der Teilnehmer und deren Platzierungen

Auslosung[Bearbeiten]

  • Topf 1: Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich (A), Italien, Japan (H), Spanien, Südkorea (D)
  • Topf 2: Belgien, Dänemark, England, Irland, Kroatien, Polen, Portugal, Russland, Schweden, Slowenien, Türkei
  • Topf 3: China, Saudi-Arabien, Ecuador, Paraguay, Uruguay
  • Topf 4: Kamerun, Nigeria, Senegal, Südafrika, Tunesien, Costa Rica, Mexiko, USA
  • Die Gruppen A, B, C und D spielten in Südkorea, die Gruppen E, F, G und H in Japan.

Die beiden Gastgeber Südkorea (Gruppe D) und Japan (Gruppe H) sowie Weltmeister Frankreich (Gruppe A) wurden vorab gesetzt.
Die fünf übrigen Gruppen bekamen aus Topf 1 je eine Mannschaft als Gruppenkopf zugelost. Dabei wurde schon vorher festgelegt, dass eine südamerikanische Mannschaft in eine in Japan spielende Gruppe kam und die andere in eine in Südkorea spielende Gruppe.

Aus dem Topf 2 wurden zunächst acht Mannschaften den Gruppenköpfen aus Topf 1 frei zugelost. Die drei übrig gebliebenen Mannschaften aus Topf 2 komplettierten Topf 3.

  • In jeder Gruppe durften maximal zwei europäische Mannschaften stehen. Aus den anderen Kontinenten durfte nur eine Mannschaft in derselben Gruppe sein.
    China spielte aus „geografischen und ökonomischen Gründen“ in Südkorea. Um das asiatische Gleichgewicht zu wahren, spielte deshalb Saudi-Arabien in Japan.

Wegen dieser Einschränkungen wurden aus Topf 3 allen Gruppenköpfen gezielt Mannschaften aus anderen Kontinenten zugelost.
Also europäische Teams nicht zu Frankreich, China nicht zu Japan, Paraguay nicht zu Brasilien, usw.

Als letzten Schritt wurden die acht Mannschaften aus Topf 4 ohne Einschränkungen den acht Gruppen frei zugelost.

Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
FrankreichFrankreich Frankreich SpanienSpanien Spanien BrasilienBrasilien Brasilien Korea SudSüdkorea Südkorea
SenegalSenegal Senegal SlowenienSlowenien Slowenien TurkeiTürkei Türkei PolenPolen Polen
UruguayUruguay Uruguay Paraguay 1990Paraguay Paraguay China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
DanemarkDänemark Dänemark SudafrikaSüdafrika Südafrika Costa RicaCosta Rica Costa Rica PortugalPortugal Portugal
Gruppe E Gruppe F Gruppe G Gruppe H
DeutschlandDeutschland Deutschland ArgentinienArgentinien Argentinien ItalienItalien Italien JapanJapan Japan
Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien NigeriaNigeria Nigeria EcuadorEcuador Ecuador BelgienBelgien Belgien
IrlandIrland Irland EnglandEngland England KroatienKroatien Kroatien RusslandRussland Russland
KamerunKamerun Kamerun SchwedenSchweden Schweden MexikoMexiko Mexiko TunesienTunesien Tunesien

Für Informationen zu den einzelnen WM-Gruppen und Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.

Vorrunde[Bearbeiten]

Gruppe A[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. DanemarkDänemark Dänemark 3  2  1  0 005:200  +3 07
 2. SenegalSenegal Senegal 3  1  2  0 005:400  +1 05
 3. UruguayUruguay Uruguay 3  0  2  1 004:500  −1 02
 4. FrankreichFrankreich Frankreich 3  0  1  2 000:300  −3 01
31. Mai 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Seoul
Frankreich Senegal 0:1 (0:1)
1. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Ulsan
Uruguay Dänemark 1:2 (0:1)
6. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Daegu
Dänemark Senegal 1:1 (1:0)
6. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Busan
Frankreich Uruguay 0:0
11. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Incheon
Dänemark Frankreich 2:0 (1:0)
11. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Suwon
Senegal Uruguay 3:3 (3:0)

Die erste Überraschung des Turniers war gleich im Eröffnungsspiel der Sieg des Senegal über Titelverteidiger Frankreich. Der Titelfavorit konnte in den drei Vorrundenspielen keinen Treffer erzielen und schied als Letzter der Gruppe A frühzeitig aus dem Turnier aus. Frankreichs Spielmacher Zinédine Zidane konnte verletzungsbedingt nur im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark auflaufen. Uruguay scheiterte ebenfalls in der Gruppenphase, obwohl im letzten Gruppenspiel nach einem 0:3-Rückstand noch ein 3:3-Unentschieden erreicht werden konnte.

Gruppe B[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. SpanienSpanien Spanien 3  3  0  0 009:400  +5 09
 2. Paraguay 1990Paraguay Paraguay 3  1  1  1 006:600  ±0 04
 3. SudafrikaSüdafrika Südafrika 3  1  1  1 005:500  ±0 04
 4. SlowenienSlowenien Slowenien 3  0  0  3 002:700  −5 00
2. Juni 2002, 16:30 Uhr (09:30 Uhr MESZ) in Busan
Paraguay Südafrika 2:2 (1:0)
2. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Gwangju
Spanien Slowenien 3:1 (1:0)
7. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Jeonju
Spanien Paraguay 3:1 (0:1)
8. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Daegu
Südafrika Slowenien 1:0 (1:0)
12. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Daejeon
Südafrika Spanien 2:3 (1:2)
12. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Seogwipo
Slowenien Paraguay 1:3 (1:0)

Spanien setzte sich in dieser Gruppe mit drei Siegen durch. Es gelang die Revanche gegen Paraguay, gegen das die Selección vier Jahre zuvor gescheitert war. Paraguay konnte sich im Gegensatz zu damals weniger defensivstark präsentieren, aber dank eines 3:1-Sieges in Unterzahl gegen Slowenien kam die Albirroja aufgrund eines mehr erzielten Tores gegenüber Südafrika noch ins Achtelfinale. Südafrika verpasste dies durch die Niederlage gegen Spanien. Südafrikas Spieler wurden über den Zwischenstand aus dem Parallelspiel bewusst nicht in Kenntnis gesetzt. So machten sie gegen Ende der Partie keine großen Anstalten nach vorne zu spielen, da sie nach der Halbzeitführung der Slowenen wohl nicht damit rechneten noch ein Tor erzielen zu müssen. Slowenien schied als schlechteste europäische Mannschaft in der Vorrunde aus. Nach einem Disput zwischen Trainer Srečko Katanec und Mittelfeldspieler Zlatko Zahovič wurde dieser vorzeitig nach Hause geschickt.

Gruppe C[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. BrasilienBrasilien Brasilien 3  3  0  0 011:300  +8 09
 2. TurkeiTürkei Türkei 3  1  1  1 005:300  +2 04
 3. Costa RicaCosta Rica Costa Rica 3  1  1  1 005:600  −1 04
 4. China VolksrepublikVolksrepublik China China 3  0  0  3 000:900  −9 00
3. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Ulsan
Brasilien Türkei 2:1 (0:1)
4. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Gwangju
China Costa Rica 0:2 (0:0)
8. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Seogwipo
Brasilien China 4:0 (3:0)
9. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Incheon
Costa Rica Türkei 1:1 (0:0)
13. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Suwon
Costa Rica Brasilien 2:5 (1:3)
13. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Seoul
Türkei China 3:0 (2:0)

Brasilien schien von allen Titelkandidaten die lösbarste Gruppe erwischt zu haben, jedoch erwies sich die Türkei als schwer bespielbarer Gegner. Der brasilianische Sieg war umstritten, da der Unparteiische einige zweifelhafte Entscheidungen traf. Nach einem 1:1 gegen Costa Rica waren die Türken auf Schützenhilfe Brasiliens am letzten Spieltag angewiesen. Nur knapp verpasste Costa Rica, die zwischenzeitlich gegen Brasilien auf 2:3 rangekommen waren, den zweiten Achtelfinaleinzug nach 1990. China verlor alle drei Gruppenspiele.

Gruppe D[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Korea SudSüdkorea Südkorea 3  2  1  0 004:100  +3 07
 2. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 3  1  1  1 005:600  −1 04
 3. PortugalPortugal Portugal 3  1  0  2 006:400  +2 03
 4. PolenPolen Polen 3  1  0  2 003:700  −4 03
4. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Busan
Südkorea Polen 2:0 (1:0)
5. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Suwon
USA Portugal 3:2 (3:1)
10. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Daegu
Südkorea USA 1:1 (0:1)
10. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Jeonju
Portugal Polen 4:0 (1:0)
14. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Incheon
Portugal Südkorea 0:1 (0:0)
14. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Daejeon
Polen USA 3:1 (2:0)

Portugal scheiterte bereits nach zwei Niederlagen in der Vorrunde. Im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea standen dabei nach zwei Feldverweisen zum Schluss nur noch neun Portugiesen auf dem Platz. Polen zeigte nur im letzten Spiel gegen die USA eine ansprechende Leistung. So waren die beiden favorisierten europäischen Mannschaften ausgeschieden, dem Co-Gastgeber Südkorea gelang erstmals der Einzug in ein WM-Achtelfinale.

Gruppe E[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. DeutschlandDeutschland Deutschland 3  2  1  0 011:100 +10 07
 2. IrlandIrland Irland 3  1  2  0 005:200  +3 05
 3. KamerunKamerun Kamerun 3  1  1  1 002:300  −1 04
 4. Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 3  0  0  3 000:120 −12 00
1. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Niigata
Irland Kamerun 1:1 (0:1)
1. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Sapporo
Deutschland Saudi-Arabien 8:0 (4:0)
5. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Ibaraki
Deutschland Irland 1:1 (1:0)
6. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Saitama
Kamerun Saudi-Arabien 1:0 (0:0)
11. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Shizuoka
Kamerun Deutschland 0:2 (0:0)
11. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Yokohama
Saudi-Arabien Irland 0:3 (0:1)

Die deutsche Mannschaft besiegte Saudi-Arabien klar mit 8:0, erhielt aber im folgenden Spiel gegen Irland in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch den 1:1-Ausgleich. So konnte die Mannschaft von Rudi Völler erst im letzten Gruppenspiel den Einzug in die nächste Runde sicherstellen, als die Deutschen in Unterzahl agierend Kamerun mit 2:0 besiegten. Die Iren hatten in der Qualifikation schon überrascht, als sie trotz Gegnern wie Portugal und den Niederlanden kein Gruppenspiel verloren. Durch das 1:1 gegen Deutschland und ein 3:0 gegen Saudi-Arabien und trotz der Suspendierung des Mittelfeldspielers Roy Keane belegte Irland den zweiten Rang vor dem stärker eingeschätzten Afrikameister Kamerun und kam ins Achtelfinale. Saudi-Arabien war die eindeutig schwächste Mannschaft der Gruppe.

Gruppe F[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. SchwedenSchweden Schweden 3  1  2  0 004:300  +1 05
 2. EnglandEngland England 3  1  2  0 002:100  +1 05
 3. ArgentinienArgentinien Argentinien 3  1  1  1 002:200  ±0 04
 4. NigeriaNigeria Nigeria 3  0  1  2 001:300  −2 01
2. Juni 2002, 14:30 Uhr (07:30 Uhr MESZ) in Saitama
England Schweden 1:1 (1:0)
2. Juni 2002, 18:30 Uhr (11:30 Uhr MESZ) in Ibaraki
Argentinien Nigeria 1:0 (0:0)
7. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Kobe
Schweden Nigeria 2:1 (1:1)
7. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Sapporo
Argentinien England 0:1 (0:1)
12. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Miyagi
Schweden Argentinien 1:1 (0:0)
12. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Osaka
Nigeria England 0:0

Titelfavorit Argentinien schied bereits in der Vorrunde aus, da sie das Prestigeduell gegen England verloren und auch gegen Schweden nicht zu einem benötigten Sieg kamen. Der nach seinem Platzverweis von der WM 1998 viel gescholtene David Beckham erzielte per Elfmeter das Siegtor gegen Argentinien. Durch ein 0:0 gegen Nigeria sicherte sich England den Achtelfinaleinzug. Schweden wurde von den meisten Experten vorher als Außenseiter der Gruppe gesehen, wurde letztlich aber Gruppensieger, während Nigeria diesmal in der Vorrunde ausschied.

Gruppe G[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. MexikoMexiko Mexiko 3  2  1  0 004:200  +2 07
 2. ItalienItalien Italien 3  1  1  1 004:300  +1 04
 3. KroatienKroatien Kroatien 3  1  0  2 002:300  −1 03
 4. EcuadorEcuador Ecuador 3  1  0  2 002:400  −2 03
3. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Niigata
Kroatien Mexiko 0:1 (0:0)
3. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Sapporo
Italien Ecuador 2:0 (2:0)
8. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Ibaraki
Italien Kroatien 1:2 (0:0)
9. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Miyagi
Mexiko Ecuador 2:1 (1:1)
13. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Oita
Mexiko Italien 1:1 (1:0)
13. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Yokohama
Ecuador Kroatien 1:0 (0:0)

Italien qualifizierte sich als Gruppenzweiter für die Endrunde. Dabei haderten die Italiener vor allem mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter. Mexiko war die positive Überraschung der Gruppe G und wurde Gruppensieger. Der damals amtierende WM-Dritte Kroatien zeigte mit dem Sieg über Italien zwar eine gute Antwort auf die Niederlage gegen Mexiko, aber durch die Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen WM-Debütant Ecuador schieden die Kroaten in der Vorrunde aus.

Gruppe H[Bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. JapanJapan Japan 3  2  1  0 005:200  +3 07
 2. BelgienBelgien Belgien 3  1  2  0 006:500  +1 05
 3. RusslandRussland Russland 3  1  0  2 004:400  ±0 03
 4. TunesienTunesien Tunesien 3  0  1  2 001:500  −4 01
4. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Saitama
Japan Belgien 2:2 (0:0)
5. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Kobe
Russland Tunesien 2:0 (0:0)
9. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Yokohama
Japan Russland 1:0 (0:0)
10. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Oita
Tunesien Belgien 1:1 (1:1)
14. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Osaka
Tunesien Japan 0:2 (0:0)
14. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Shizuoka
Belgien Russland 3:2 (1:0)

Russland verlor gegen Japan und Belgien und schied so zusammen mit Tunesien in der Vorrunde aus. Belgien und Japan qualifizierten sich für die nächste Runde, und somit blieb es (bis 2010) dabei, dass noch kein WM-Gastgeber in der ersten Runde gescheitert war.

Finalrunde[Bearbeiten]

Achtelfinale Viertelfinale Halbfinale Finale
                           
           
 A1: DanemarkDänemark Dänemark  0
 F2: EnglandEngland England  3  
 EnglandEngland England  1
   BrasilienBrasilien Brasilien  2  
 C1: BrasilienBrasilien Brasilien  2
 H2: BelgienBelgien Belgien  0  
 BrasilienBrasilien Brasilien  1
   TurkeiTürkei Türkei  0  
 F1: SchwedenSchweden Schweden  1
 A2: SenegalSenegal Senegal  121  
 SenegalSenegal Senegal  0
   TurkeiTürkei Türkei  111  
 H1: JapanJapan Japan  0
 C2: TurkeiTürkei Türkei  1  
 BrasilienBrasilien Brasilien  2
   DeutschlandDeutschland Deutschland  0
 B1: SpanienSpanien Spanien  21 (3)2
 E2: IrlandIrland Irland  1 (2)  
 SpanienSpanien Spanien  0 (3)
   Korea SudSüdkorea Südkorea  20 (5)2  
 D1: Korea SudSüdkorea Südkorea  121
 G2: ItalienItalien Italien  1  
 Korea SudSüdkorea Südkorea  0
   DeutschlandDeutschland Deutschland  1   Spiel um Platz drei
 E1: DeutschlandDeutschland Deutschland  1
 B2: Paraguay 1990Paraguay Paraguay  0  
 DeutschlandDeutschland Deutschland  1  Korea SudSüdkorea Südkorea  2
   Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA  0    TurkeiTürkei Türkei  3
 G1: MexikoMexiko Mexiko  0
 D2: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA  2  

1 Sieg nach Golden Goal
2 Sieg im Elfmeterschießen

Achtelfinale[Bearbeiten]

15. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Seogwipo
DeutschlandDeutschland Deutschland Paraguay 1990Paraguay Paraguay 1:0 (0:0)
15. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Niigata
DanemarkDänemark Dänemark EnglandEngland England 0:3 (0:3)
16. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Oita
SchwedenSchweden Schweden SenegalSenegal Senegal 1:2 n.GG. (1:1, 1:1)
16. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Suwon
SpanienSpanien Spanien IrlandIrland Irland 1:1 n.V. (1:1, 1:0), 3:2 i.E.
17. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Jeonju
MexikoMexiko Mexiko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 0:2 (0:1)
17. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Kobe
BrasilienBrasilien Brasilien BelgienBelgien Belgien 2:0 (0:0)
18. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Miyagi
JapanJapan Japan TurkeiTürkei Türkei 0:1 (0:1)
18. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Daejeon
Korea SudSüdkorea Südkorea ItalienItalien Italien 2:1 n.GG. (1:1, 0:1)

England gewann gegen Dänemark, Deutschland knapp gegen Paraguay. Die Spanier führten bis kurz vor Schluss gegen Irland mit 1:0, bevor die Iren mit einem Foulelfmeter ausgleichen konnten. Nach einer torlosen Verlängerung verschossen die Iren im abschließenden Elfmeterschießen drei Elfmeter in Folge, Spanien gewann. Die Schweden schieden gegen Senegal durch ein Golden Goal aus, die Türkei setzte sich mit einem frühen Tor gegen Japan durch. Brasilien gewann gegen Belgien. Umstritten war die Entscheidung des Schiedsrichters, einen Treffer von Marc Wilmots nicht anzuerkennen. Die beiden brasilianischen Tore fielen erst in der Schlussphase. Die USA setzten sich gegen den leicht favorisierten Nachbarn Mexiko durch.

Italien schied gegen Südkorea durch ein Golden Goal aus; die oft als feldüberlegen eingestuften Italiener konnten ihre Torchancen nicht nutzen. Einige Entscheidungen der Schiedsrichter sind bis heute umstritten: Schiedsrichter Byron Moreno erkannte Italien einen Treffer durch Damiano Tommasi ab und verwies Francesco Totti des Feldes. Im November 2002 wurde Moreno von der FIFA gesperrt.[2][3] 2008 gab Moreno in einem Interview die Fehlentscheidungen zu und machte den Linienrichter mitverantwortlich.

Viertelfinale[Bearbeiten]

21. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Shizuoka
EnglandEngland England BrasilienBrasilien Brasilien 1:2 (1:1)
21. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Ulsan
DeutschlandDeutschland Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 1:0 (1:0)
22. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Gwangju
SpanienSpanien Spanien Korea SudSüdkorea Südkorea 0:0 n.V., 3:5 i.E.
22. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Osaka
SenegalSenegal Senegal TurkeiTürkei Türkei 0:1 n.GG.

Im Gegensatz zu den vorherigen Endrunden hatte die FIFA den Spielplan so gestaltet, dass die Tableaus voneinander bereits durch die Auslosung getrennt wurden. Da England in der Vorrunde hinter Schweden nur den zweiten Platz belegte, musste man bereits im Viertelfinale gegen Brasilien antreten. Die Engländer erspielten sich zunächst die Führung, als Michael Owen einen Fehler Lúcios ausnutzte. Kurz vor der Halbzeitpause gelang Rivaldo der Ausgleich. Der Siegtreffer für Brasilien fiel nach einem Freistoß aus dem Halbfeld, den Ronaldinho hinter dem etwas zu weit vor dem Tor stehenden David Seaman ins Tor beförderte. Ein paar Minuten später wurde der Torschütze wegen Foulspiels vom Platz gestellt. Die Engländer schafften aber in den verbleibenden 35 Minuten nicht mehr den Ausgleich.

Deutschland setzte sich knapp gegen die spielstärkeren US-Amerikaner durch. Oliver Kahn vereitelte mehrere Torchancen. Noch vor der Halbzeitpause erzielte Michael Ballack per Kopfball nach einer Freistoßflanke den entscheidenden Treffer. Der dominierende amerikanische Spieler auf dem Platz war Claudio Reyna. Um den am 17. Juni verstorbenen Fritz Walter zu ehren, spielte die deutsche Nationalmannschaft mit Trauerflor. Südkorea setzte sich gegen die ohne Raúl angetretenen Spanier durch. Der Schiedsrichter versagte zwei Treffern der Spanier die Anerkennung, was im Nachhinein als Fehlentscheidung gewertet wurde. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen, in dem die Koreaner alle fünf Strafstöße verwandelten. Die Türkei bezwang Senegal durch ein Golden Goal, das sie bereits nach wenigen Minuten in der Verlängerung erzielen konnte.

Halbfinale[Bearbeiten]

25. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Seoul
DeutschlandDeutschland Deutschland Korea SudSüdkorea Südkorea 1:0 (0:0)
26. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Saitama
BrasilienBrasilien Brasilien TurkeiTürkei Türkei 1:0 (0:0)

Die Favoriten Deutschland und Brasilien trafen auf die Außenseiter Türkei und Südkorea. Michael Ballack, der nach einem Fehler von Carsten Ramelow einen Südkoreaner mit einem Foul stoppte, wurde dafür mit einer gelben Karte verwarnt und für das nächste Spiel gesperrt, da dies seine zweite gelbe Karte in der Finalrunde war. Ballack überwand in der 75. Minute den koreanischen Torwart im Nachschuss und schoss Deutschland damit ins Finale. Brasilien besiegte die Türkei, auf die es bereits in der Vorrunde getroffen war, mit 1:0 - ohne den gesperrten Ronaldinho. Das Tor schoss Ronaldo in der 49. Minute. Dass zwei Mannschaften aus der Vorrunde vor dem Finale aufeinandertreffen, ist dem Umstand geschuldet, dass die WM in zwei Ländern stattfand und auf die herkömmliche Überkreuzung, wie bei Weltmeisterschaften üblich, verzichtet wurde.

Spiel um Platz 3[Bearbeiten]

29. Juni 2002, 20:00 Uhr (13:00 Uhr MESZ) Daegu
Korea SudSüdkorea Südkorea TurkeiTürkei Türkei 2:3 (1:3)

Das Spiel um den dritten Platz bestritten Gastgeber Südkorea und die Türkei. In einem torreichen Spiel gingen die Türken mit 3:2 als Sieger vom Platz. Die Tore für Südkorea schossen Lee Eul-yong (9. Min.) und Song Chong-gug (93. Min.). Für die Türkei trafen Hakan Şükür (1. Min.) sowie zweimal İlhan Mansız (13. und 32. Min.). Hakan Şükürs Tor zum 1:0 nach elf Sekunden war dabei das schnellste Tor in der WM-Geschichte.

Finale[Bearbeiten]

Deutschland Brasilien Aufstellung
DeutschlandDeutschland
Finale
30. Juni 2002 um 20:00 Uhr in Yokohama (International Stadium Yokohama)
Zuschauer: 69.029
Schiedsrichter: Pierluigi Collina (ItalienItalien Italien)
Spielbericht
BrasilienBrasilien
Aufstellung Deutschland gegen Brasilien
Oliver Kahn (C)Kapitän der MannschaftThomas Linke, Carsten Ramelow, Christoph MetzelderTorsten Frings, Jens Jeremies (77. Gerald Asamoah), Dietmar Hamann, Marco Bode (84. Christian Ziege) – Bernd SchneiderOliver Neuville, Miroslav Klose (74. Oliver Bierhoff)
Trainer: Rudi Völler
MarcosLúcio, Edmílson, Roque JúniorCafu (C)Kapitän der Mannschaft, Gilberto Silva, Kléberson, Roberto CarlosRonaldinho (85. Juninho Paulista), RivaldoRonaldo (90. Denílson)
Trainer: Luiz Felipe Scolari
Tor 0:1 Ronaldo (67.)
Tor 0:2 Ronaldo (79.)
Gelbe Karten Klose (9.) Gelbe Karten Roque Junior (6.)

Im Finale der Weltmeisterschaft 2002 standen sich die bis dahin erfolgreichsten Mannschaften der WM-Geschichte, Deutschland und Brasilien, erstmals bei einer WM gegenüber. Der Schiedsrichter war Pierluigi Collina.

Das Endspiel konnte Brasilien mit 2:0 für sich entscheiden. In ihrem „besten Spiel des Turniers“ (Marca) zeigte die deutsche Mannschaft eine beherzte Leistung und konnte mit den gewohnt starken Brasilianern auch ohne den gesperrten Ballack lange auf Augenhöhe agieren. Nach dem Seitenwechsel gelang Oliver Neuville sogar mit einem Pfostenschuss aus 30 Metern (49. Min.) das erste Ausrufezeichen der zweiten Halbzeit. Im Endeffekt entschieden aber die herausragenden brasilianischen Einzelkönner das Spiel: Ronaldo erzielte in der 67. Minute nach einem Patzer Oliver Kahns, der einen Schuss von Rivaldo nicht festhalten konnte, das 1:0 und sorgte in der 79. Minute mit dem 2:0 auch für den Endstand. Damit konnte Brasilien auch in Asien und somit auf jedem Kontinent, auf dem bis dahin Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, einen Titel gewinnen. Zuvor hatten sie in Europa (1958), Südamerika (1962) sowie Mittel- und Nordamerika (1970 und 1994) gewonnen.

Ehrungen der Finalisten[Bearbeiten]

Die deutsche Nationalmannschaft wurde in Deutschland zur Mannschaft des Jahres, Michael Ballack zum Fußballer des Jahres in Deutschland und Ronaldo zu Europas Fußballer des Jahres sowie Weltfußballer des Jahres gewählt. Oliver Kahn wurde zum besten Torhüter und, als erster Torwart überhaupt, zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Beste Torschützen[Bearbeiten]

Rang Spieler Tore
1 BrasilianerBrasilianer Ronaldo 8
2 DeutscherDeutscher Miroslav Klose 5
BrasilianerBrasilianer Rivaldo
4 DäneDäne Jon Dahl Tomasson 4
ItalienerItaliener Christian Vieri
6 DeutscherDeutscher Michael Ballack 3
SenegaleseSenegalese Papa Bouba Diop
IreIre Robbie Keane
SchwedeSchwede Henrik Larsson
TürkeTürke İlhan Mansız
SpanienSpanien Fernando Morientes
PortugiesePortugiese Pauleta
SpanierSpanier Raúl
BelgierBelgier Marc Wilmots
Rang Spieler Tore
15 MexikanerMexikaner Jared Borgetti 2
SenegaleseSenegalese Henri Camara
Costa-ricanerCosta-ricaner Rónald Gómez
ParaguayerParaguayer Nelson Cuevas
TürkeTürke Ümit Davala
US-AmerikanerUS-Amerikaner Landon Donovan
SpanierSpanier Fernando Hierro
JapanerJapaner Junichi Inamoto
SüdkoreanerSüdkoreaner Ahn Jung-hwan
US-AmerikanerUS-Amerikaner Brian McBride
EngländerEngländer Michael Owen
BrasilianerBrasilianer Ronaldinho
TürkeTürke Hasan Şaş

Darüber hinaus gab es 79 Spieler mit einem Treffer. Hinzu kamen drei Eigentore.

Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs wurde ebenfalls der Brasilianer Ronaldo mit seinen acht Endrunden-Treffern.

All-Star-Team[Bearbeiten]

Die FIFA wählte 16 Spieler in ein All-Star-Team. Sechs von ihnen hatten am Endspiel teilgenommen (vier brasilianische und zwei deutsche Spieler, außerdem der im Finale gesperrte Michael Ballack).

Torhüter Abwehr Mittelfeld Stürmer

DeutschlandDeutschland Oliver Kahn
TurkeiTürkei Rüştü Reçber

BrasilienBrasilien Roberto Carlos
EnglandEngland Sol Campbell
SpanienSpanien Fernando Hierro
Korea SudSüdkorea Hong Myung-bo
TurkeiTürkei Alpay Özalan

DeutschlandDeutschland Michael Ballack
BrasilienBrasilien Rivaldo
BrasilienBrasilien Ronaldinho
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Claudio Reyna
Korea SudSüdkorea Yoo Sang-chul

BrasilienBrasilien Ronaldo
DeutschlandDeutschland Miroslav Klose
SenegalSenegal El Hadji Diouf
TurkeiTürkei Hasan Şaş

Hintergrund[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

Rückblickend auf die Fußball-WM 2002 wurden einige unbefriedigende Schiedsrichterentscheidungen kritisiert.

Vor allem Anhänger der Nationalmannschaften Italiens und Spaniens empfanden sich als Opfer einer Schiedsrichter-Manipulation, da ihrer Ansicht nach Italien in drei Spielen hintereinander fünf reguläre Tore aberkannt worden seien und somit Südkoreas Vorstoß bis in das Halbfinale durch Fehlentscheidungen der Schiedsrichter begünstigt wurde. Nach Deutschlands Sieg im Halbfinale gegen Südkorea gratulierten mehrere spanische und italienische Zeitungen der deutschen Mannschaft.[4] Dieser Argumentation zufolge konnte die Teilnahme Südkoreas am Halbfinale und dem Spiel um den dritten Platz (in Seoul) von den Organisatoren gewinnbringender vermarktet werden.

Seit 1998 wird das FIFA WM-Turnier mit 32 Mannschaften ausgetragen. Für das Achtelfinale qualifizieren sich stets die acht Gruppensieger und -zweiten, wobei zwei Mannschaften aus derselben Gruppe erst wieder im Finale aufeinandertreffen können. 2002 jedoch sollte verhindert werden, dass die beiden Veranstalter (Japan und Südkorea) zu früh aufeinandertreffen können, wodurch zwei Mannschaften aus der gleichen Gruppe (Brasilien und Türkei) im Halbfinale erneut gegeneinander spielten.

Beklagt wurde, dass während einer sportlich schlechten Weltmeisterschaft keine Impulse für die Entwicklung des Fußballs in der Zukunft ausgegangen waren. Das wird meist mit dem frühen Ausscheiden vieler Favoriten, wie beispielsweise Frankreichs oder Argentiniens, in Verbindung gebracht. Dieses Ausscheiden wiederum wurde auf die starke nationale und internationale Belastung der vielen internationalen Top-Spieler zurückgeführt.

Maskottchen, Song, Hymne und Spielball[Bearbeiten]

Maskottchen der WM 2002 waren drei computeranimierte Fantasiefiguren: „Ato“ (Trainer), „Kaz“ und „Nik“ (Spieler). Offizielles Lied der WM war „Boom“ von Anastacia, offizielle Instrumentalhymne „Anthem“ von Vangelis. Der offizielle Spielball der WM hieß „Fevernova“.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

  • Frankreich stellte einen Negativ-Rekord auf: Der damals amtierende Welt- und Europameister erzielte nicht ein einziges Tor. Das hatte es vorher noch nicht gegeben.
  • Mit Oliver Kahn wurde erstmals ein Torhüter zum besten Spieler des Turniers gewählt.
  • Hakan Şükür schrieb im Spiel um Platz drei gegen Co-Gastgeber Südkorea WM-Geschichte: Sein 1:0 fiel nach offizieller FIFA-Zeitmessung elf Sekunden nach dem Anstoß. Nie hatte ein Spieler bei einer WM-Endrunde eher getroffen. Die Türkei gewann die Partie mit 3:2.
  • Im Spiel zwischen Kamerun und Deutschland gab der spanische Schiedsrichter Antonio Jesus Lopez Nieto insgesamt 14 Gelbe Karten und zwei weitere Gelb-Rote Karten.
  • Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen hatte mit Lucio einen Weltmeister, mit Oliver Neuville einen Zweitplatzierten und mit Yildiray Bastürk einen Drittplatzierten in seinem Kader.
  • Brasilien ist die erste und bisher einzige Mannschaft, die beim Titelgewinn - ebenso wie die zweit- und drittplatzierten Mannschaften - in sieben Städten spielte.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fußball-Weltmeisterschaft 2002 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FIFA Fairplay Preis, Seite 9 (PDF-Datei; 266 kB), abgerufen am 10. November 2013.
  2. Jubel in Italien: Fifa entreißt Skandal-Referee die Pfeife. In: Spiegel Online. 8. November 2002, abgerufen am 5. Juli 2014.
  3. Christian Witt: Festival falscher Pfiffe. In: Focus. 24. Juni 2002, abgerufen am 5. Juli 2014.
  4. Internationale Pressestimmen: „Die unbesiegbare germanische Seele“. In: Spiegel Online. 26. Juni 2002, abgerufen am 5. Juli 2014.