Das Gewand

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Film
Titel Das Gewand
Originaltitel The Robe
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Henry Koster
Drehbuch Albert Maltz
Philip Dunne
Produktion Frank Ross für Twentieth Century Fox
Musik Alfred Newman
Kamera Leon Shamroy
Schnitt Barbara McLean
Besetzung

Das Gewand (Originaltitel: The Robe) ist ein Monumentalfilm des amerikanischen Regisseurs Henry Koster. Er beruht auf dem gleichnamigen Roman von Lloyd C. Douglas und war der erste abendfüllende Spielfilm im CinemaScope-Format. Welturaufführung war am 16. September 1953 in den Vereinigten Staaten, die Erstaufführung in der Bundesrepublik Deutschland folgte am 4. Dezember 1953.

Inhalt

Marcellus − ein junger römischer Militärtribun zur Zeit Jesu Christi in der Regierungszeit des Kaiser Tiberius − führt in Rom ein leichtfertiges Leben mit Trunk und Spiel. Er macht sich den zukünftigen Kaiser Caligula endgültig zum Feind, indem er ihn auf dem Sklavenmarkt bei der Versteigerung des Griechen Demetrius überbietet. Marcellus wird von Caligula nach Palästina strafversetzt, wohin er gemeinsam mit Demetrius zieht. Die beiden sehen dort zum ersten Mal Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem. Derweil erwirkt Marcellus’ Jugendliebe Diana beim Kaiser den Widerruf der Versetzung nach Palästina. Vor seiner Rückkehr wird Marcellus von Pontius Pilatus mit der Aufsicht über die Kreuzigung Jesu beauftragt. Demetrius, der mittlerweile zu einem Anhänger Jesu geworden ist, fleht vergeblich um Gnade für den Heiland. Angetrunken gewinnt Marcellus nach der Kreuzigung bei einem Würfelspiel hinter dem Fuße des Kreuzes das Gewand des Erlösers. Als er Demetrius befiehlt, ihn mit dem Gewand vor einem aufkommenden Sturm zu schützen, verfällt er bei der Berührung des Gewandes in Agonie.

Demetrius verflucht seinen ehemaligen Herren und flieht mit dem Gewand, um sich den Christen anzuschließen. Marcellus fährt allein, jetzt von Visionen und Albträumen geplagt, nach Capri zum Kaiser und gilt dort als wahnsinnig. In der Hoffnung, das „verhexte“ Gewand ausfindig zu machen und sich damit heilen zu können, kehrt er auf Befehl des Kaisers nach Judäa zurück. Auch will Marcellus mehr über jene Person herausfinden, die er gekreuzigt hat, und dem Kaiser Bericht über frühe Christengemeinden erstatten. Als er das Gewand, Demetrius und Petrus findet, dort Vergebung für seine Tat erfährt und mit den Zeitzeugen des Lebens Jesu redet, wendet sich Marcellus dem Christentum zu. Zurückgekehrt nach Rom, offenbart er sich Diana, die sich aus Liebe ihm anschließt und freiwillig dem durch den neuen Kaiser Caligula verurteilten Marcellus in den Tod folgt. Das Gewand lassen sie vorher zu Demetrius schicken.

Sonstiges

  • Der Film wurde beworben als „modernes Unterhaltungswunder, das man ohne Brille sehen kann“. Zur Zeit des Erscheinens von The Robe war in den Vereinigten Staaten eine Welle von 3D-Filmen in die Kinos gekommen, die für den Zuschauer mit Hilfe einer 3D-Brille ein räumliches Sehen des Films ermöglichten. Weil das CinemaScope-Format damals eine gebogene Leinwand benutzte, um Randunschärfen auszugleichen, wollten die Werbestrategen der Verleihfirma mit dieser Bewerbung des Films ausdrücken, dass man es hier ebenfalls mit einem „räumlich wirkenden“ Film zu tun hätte, für den man jedoch keine 3D-Brille benötige.
  • Jesus, dargestellt vom zweiten Regieassistenten des Films, Donald C. Klune, wurde entweder im Mittelgrund oder von hinten dargestellt, ohne dass seine Züge zu erkennen sind, oder es waren nur seine Füße zu sehen.
  • Der Film fand eine cineastische Fortsetzung in Die Gladiatoren (Demetrius and the Gladiators, 1954), in der Victor Mature ebenfalls mitspielte, nun in der Hauptrolle. Das Gewand ist damit der einzige Monumentalfilm mit einer direkten Fortsetzung in diesem Filmgenre.

„Ich hatte einige schwierige Tage am Anfang des Filmes The Robe. Man hatte mir eine Woche zur Verfügung gestellt, in der ich alles drehen konnte, was ich wollte, um mich mit diesem neuen Verfahren bekannt zu machen. Und dann stellte sich heraus, dass viele Sachen einfach nicht mehr gehen, die wir […] in den konventionellen Filmen gemacht hatten. Ich kann nicht mehr wild hin und her schneiden, ich kann die Kamera nicht mehr schnell bewegen, auf so einer großen Leinwand ist das irritierend und es hilft der Geschichte des Films nicht.“

Henry Koster[1]

Auszeichnungen

Außer drei Oscar-Nominierungen in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ für Richard Burton, „Beste Kamera in einem Farbfilm“ für Leon Shamroy und „Bester Film“ für Frank Ross erhielt der Film die Auszeichnungen

  • NBR Award 1953 für Jean Simmons als „Beste Schauspielerin“
  • Oscar 1954 in der Kategorie „Best Art Direction-Set Decoration, Color“
  • Oscar 1954 in der Kategorie „Best Costume Design, Color“
  • Golden Globe 1954 in der Kategorie „Best Motion Picture – Drama“

Kritiken

„Das Spiel von Jean Simmons wirkt anmutig. Richard Burton stellt seinen Gewissenskonflikt überzeugend zur Schau. Eine der besten schauspielerischen Leistungen zeigt Jay Robinson als Caligula, der zum Sinnbild des morschgewordenen Römerreichs wird.“

„Vorerst indessen brüllt das bunte Panorama, die Farben knallen, und die Riesenleinwand zittert. Und unbeobachtet in einer Ecke sitzt die Muse der Filmkunst, hält sich die Ohren zu und weint.“

Gunter Groll in Lichter und Schatten/Filme in dieser Zeit. Süddeutscher Verlag, München 1953

„Der neue Effekt des hier erstmals angewandten Cinemascope-Verfahrens liegt in einer Steigerung des dekorativen und dramatischen Stils. Die geistig-künstlerische Ausdrucksform kommt jedoch dabei zu Schaden. Für das religiöse Empfinden deutscher Christen zu monströs.“

6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 157

„Der erste CinemaScope-Film glänzt durch prächtige Farben und Kulissen, große Stars und romantisiertes Zeitkolorit." (Wertung: 2½ Sterne = überdurchschnittlich)“

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 302

DVD-Veröffentlichung

  • Das Gewand. Große Film-Klassiker, Twentieth Century Fox Home Entertainment 2005

Soundtrack

  • Alfred Newman: The Robe. Original Motion Picture Soundtrack, Varèse Sarabande, Hollywood s. a., Tonträger-Nr. VSD-5295 – Originaleinspielung der Filmmusik (Mono) durch das Hollywood Symphony Orchestra unter der Leitung des Komponisten

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Cornelis Hähnel: Filme mit dem göttlichen Äther der Dichter. In: Kalenderblatt (Rundfunksendung auf DLF). 16. September 2013, abgerufen am 16. September 2013.