Datenwiederherstellung

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Datenwiederherstellung (englisch data restore, data recovery) bedeutet die Wiederherstellung von Originaldaten nach einem Datenverlust auf einem Datenträger im engeren Sinn wie auch die Erkennung fehlerhaft übertragener Dateneinheiten und deren Wiederherstellung im weiteren Sinne.

Ursachen von Datenverlust[Bearbeiten]

Datenfragment: Ergebnis eines weitgehend fehlgeschlagenen Versuchs der Datenrettung bei einem Bild

Die Datenträger in der Informations- und Kommunikationstechnik haben je nach Medium, physikalisch oder chemisch bedingt, eine relativ kurze Lebensdauer von einigen Jahren bis einigen Jahrzehnten. Durch äußere Einflüsse (mechanische Beschädigungen, starke elektromagnetische Felder, Sonnenlicht bei optischem Datenträger, Elementarschäden etc.) können Daten auf Speichermedien verändert oder unbrauchbar werden. Die Ursache kann aber auch im Fehlverhalten von Datenbenutzern liegen, indem versehentlich Veränderungen an Daten vorgenommen werden, z.B. durch unbeabsichtigtes Überschreiben einer Datei. Auch die Installation einer neuen Programm- oder Betriebssystemversion kann zu Inkonsistenz der Daten (englisch: "data corruption") führen, wenn die neue Version hinsichtlich der eingesetzten Programme bzw. der zu verarbeitenden Daten nicht rückwärtskompatibel ist.

Siehe auch: Datenverlust

Datensicherungsmaßnahmen[Bearbeiten]

Deshalb werden für wichtige Daten Vorkehrungen für den Fall eines Datenverlustes, einer Datenfehlmanipulation oder -veränderung präventiv und zeitnah ergriffen, um eine Datenwiederherstellung mit Hilfe vorgängig zum Schadensfall erstellter Sicherungskopien mit möglichst aktuellstem Stand zu ermöglichen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Erstellung der Sicherungskopie ebenfalls Fehler entstehen können, welche es gilt durch Vergleich mit den Originaldaten möglichst rasch zu entdecken und zu eliminieren. Entsprechende Sicherungsmaßnahmen sind auf unterschiedlichen Ebenen (Byte, Feld, Datensatz, Datei, Transaktionsebene, Datenbank, Anwendungsebene oder gar auf systemweiter Ebene oder gar im Rechnerverbund) mit adäquaten Verfahren zu treffen.

Entsprechend den getroffenen Sicherheitsmaßnahmen unterscheiden sich auch die Verfahren für die Datenwiederherstellung.

Im Fall einer Katastrophe, wie bei Elementarschäden, bei dem sowohl die Originaldaten als auch deren Sicherungskopie und Transaktions-Logs teilweise zerstört wurden und keine vorsorglichen Sicherungsmaßnahmen ergriffen worden waren, besteht allenfalls als Notmaßnahme noch die Möglichkeit der Datenrettung, wobei versucht wird, von einem nur teilweise beschädigten oder veränderten Speichermedium die wichtigsten, relevanten Datenfragmente so gut wie möglich zu restaurieren.

Siehe auch: Datensicherung

Grundlagen[Bearbeiten]

Eine Wiederherstellung kann unter anderem nach individuellen, menschlichen Fehlern nötig werden (versehentliche Löschung), aber auch nach einem Defekt von Speichermedien (durch äußere, extreme Umwelteinflüsse, mechanische Ermüdungserscheinungen usw.), bei Auftreten sonstiger Systemfehler oder nach Aktivierung von Schadprogrammen (englisch: "malware"). Manchmal ist eine Wiederherstellung nur noch unter Zuhilfenahme weiterer technischer Maßnahmen möglich, allerdings können Daten auch unwiederbringlich verloren sein.

Mit Systemen zur Selbstüberwachung wie dem von allen modernen Festplatten unterstützten S.M.A.R.T. kann mitunter drohender Datenverlust durch frühzeitige Erkennung von Verschleißerscheinungen vermieden werden. Die Nutzung eines Antivirenprogramms reduziert die Gefahr von Datenverlust durch Schadprogramme. Verschiedene Softwarelösungen am Markt, wie IsoBuster oder Ontrack EasyRecovery, versprechen zudem das problemlose Zurückholen verloren geglaubter Daten, was aber nur unter bestimmten Umständen funktioniert. Letzter Anlaufpunkt für Geschädigte kann das Konsultieren eines spezialisierten Unternehmens sein. Dort werden bei besonders schweren Fällen sogar unter Reinraum-Bedingungen Daten von Speichermedien rekonstruiert.

Technische Grundlage für viele Wiederherstellungsmaßnahmen ist die Tatsache, dass Dateien beim Löschen oder Formatieren bei den meisten Dateisystemen nicht physisch gelöscht, sondern anfänglich lediglich „ausgeblendet“ bzw. als „gelöscht“ markiert werden. Die Daten selbst verbleiben jedoch auf der Festplatte, bis der entsprechende Bereich mit neuen Daten überschrieben wird. Anders verhält es sich nach einer physikalischen Löschung von Dateien mit Hilfe spezieller Programme (Eraser) bzw. Programmfunktionen der Systemverwaltung (Massenspeicher mit Nullen überschreiben). Diese überschreiben die Dateiinhalte vor dem Löschen optional sogar mehrfach mit festen Mustern oder zufälligen Inhalten und machen so das Wiederherstellen der ehemaligen Daten unmöglich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]