Dead Kennedys

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Dead Kennedys
Deadkennedys-logo.svg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Politpunk, Hardcore Punk
Gründung 1978
Auflösung 1986
Website www.deadkennedys.com
Gründungsmitglieder
Jello Biafra
East Bay Ray
Klaus Flouride
Bruce Schlesinger aka. Ted
Letzte Besetzung
Gesang
Jello Biafra
Gitarre
East Bay Ray
Bass
Klaus Flouride
Schlagzeug
D.H. Peligro

Die Dead Kennedys (engl. „die toten Kennedys) waren eine US-Punk-Band aus San Francisco, Kalifornien, die von 1978 bis 1986 existierte. Ihre Texte kommentieren mit beißendem Humor die Standpunkte linker und rechter Politik, mitunter auch durchaus angreifend in ihrer Wortwahl. Musikalisch verbinden sie die künstlerischen Elemente des „klassischen“ UK-Punk mit der Energie und Geschwindigkeit des US-Punk-Rock. Frontmann Jello Biafra spielte mit seinem Label Alternative Tentacles eine wichtige Rolle als Sprungbrett für andere Gruppen.

Geschichte[Bearbeiten]

Jello Biafra
Jello Biafra
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Fresh Fruit for Rotting Vegetables
  UK 33 13. September 1980 (6 Wo.)
Give Me Convenience or Give Me Death
  UK 84 4. Juli 1987 (2 Wo.)
Singles
Kill the Poor
  UK 49 1. November 1980 (3 Wo.)
Too Drunk to Fuck
  UK 36 30. Mai 1981 (6 Wo.)
Die Dead Kennedys 2009

Die Dead Kennedys gründeten sich im Juni 1978. Die Band bestand aus Jello Biafra (Sänger), East Bay Ray (Gitarrist), Klaus Flouride (Bassist) und Bruce Schlesinger aka. Ted (Schlagzeuger). Sie spielten einige Konzerte in San Francisco und brachten im Juni 1979 ihre erste Single California über alles auf Alternative Tentacles heraus. Auf ihrer folgenden Tour entlang der US-Ostküste rüttelten sie mit ihren energischen Auftritten die dortige Punk-Szene wieder auf, um die es dort zu dem Zeitpunkt bereits stiller geworden war.

Im Herbst 1980 veröffentlichten sie ihre erste LP, Fresh Fruit for Rotting Vegetables. Kurz darauf wurde der Schlagzeuger Ted aus gesundheitlichen Gründen durch D. H. Peligro ersetzt. Über die gesamten 1980er Jahre tourten sie durch die USA und Europa und schafften sich so weltweit Gefolgschaft in der Undergroundszene. Ihre Musik, aber insbesondere ihre Texte, attackierten u.a. die religiöse Rechte und Ronald Reagan mit bösem Sarkasmus.

Die Veröffentlichung des Albums Frankenchrist (1985) rief das damals neu gegründete Parents Music Resource Center (PMRC) auf den Plan, und die Organisation klagte die Band 1986 wegen Verbreitung jugendgefährdender Inhalte an Minderjährige an. Dabei ging es um ein der Schallplatte beigelegtes Poster mit der Zeichnung „Penis Landscape“ des Schweizer Künstlers HR Giger. Die Anklage verlangte eine Verurteilung jedes Bandmitglieds zu einem Jahr Gefängnis und 20000 Dollar Strafe. 1987 wurde nach einem dreiwöchigen Prozess die Anklage gegen die Band fallengelassen. Das Album verschwand in den USA jedoch fast vollständig aus den Plattenläden.

Nach der Veröffentlichung der LP Bedtime for Democracy gegen Ende des Jahres 1986 erklärten sich die Dead Kennedys für aufgelöst. Jello Biafra blieb weiterhin in der Punk-Bewegung aktiv, pflegt bis heute das Label Alternative Tentacles, gründete unter anderem die Band Lard und brachte einige Spoken-Word-Alben heraus.

Dead Kennedys gegen Jello Biafra[Bearbeiten]

Seit der Auflösung sind die Bandmitglieder zerstritten. Angeblich wollten die restlichen Bandmitglieder den Song Holiday in Cambodia für einen Werbespot der Firma Levis Jeans lizenzieren, was Jello Biafra als Ausverkauf seiner Punk-Ideale verstand. Des Weiteren ging es in einem Gerichtsverfahren um nicht bezahlte Tantiemen, die den anderen Mitgliedern zugestanden hätten. Der Richter entschied zugunsten der anderen Mitglieder. Die komplette Palette der Dead-Kennedys-Werke (außer dem ersten Album Fresh Fruit for Rotting Vegetables) fiel auf den Rest der Dead Kennedys, die daraufhin das Label Decay gründeten. Dort wurde auch das erste Livealbum der Bandgeschichte veröffentlicht.

Der verbliebene Teil der Band, bestehend aus East Bay Ray, Klaus Flouride und dem Inhaber dieses Labels, D.H. Peligro, begann 2001 eine Reunion-Tour unter dem Namen DK Kennedys und ersetzte Biafra durch den Sänger Brandon Cruz. Trotzdem machten sie an verschiedenen Orten Werbung mit Bildern von Jello Biafra, so dass Fans der Band ihr Geld zurückverlangten, als sie feststellten, dass Jello Biafra nicht singen würde. Sie änderten auch die Credits der Songs. Er erhält noch regelmäßig Schecks, aber auch Rechnungen von den übrigen Mitgliedern. Biafra distanziert sich von allen Aktivitäten der DK Kennedys und deren Label Decay, da diese nichts mit dem Geist und der Qualität der Dead Kennedys von vor 1986 zu tun hätten.

Am 9. Oktober 2007 wurde ein Best-of-Album mit den Namen Milking the Sacred Cow herausgebracht. Es enthält zwei unveröffentlichte Versionen von Soup Is Good Food und Jock-O-Rama.

Jeff Penalty verließ die Band im März 2008. Er wurde von dem früheren Wynona-Riders-Sänger Ron „Skip“ Greer ersetzt.[1]

Diskografie[Bearbeiten]

Einen Überblick über das musikalische Schaffen der Dead Kennedys bietet die Compilation Give Me Convenience or Give Me Death (Decay), die bekannte Songs wie California über alles und Holiday in Cambodia, aber auch rare Lieder enthält.

Alben
Singles

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dead Kennedys – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeff Penalty leaves the Dead Kennedys punknews.org vom 4. Februar 2012