Defensor Sporting Club

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Defensor Sporting
Logo
Voller Name Defensor Sporting Club
Gegründet 15. März 1913
(als Defensor Football Club)
Vereinsfarben Violett und Weiß
Stadion Estadio Luis Franzini
Plätze 18.000
Präsident Dante Prato
Trainer Fernando Curuchet
Homepage defensorsporting.com.uy
Liga Primera División
2013/14 11. Platz
Heim
Auswärts
Vereinssitz

Der Defensor Sporting Club ist ein Sportverein aus Montevideo, Uruguay. Die Vereinsfarben sind Violett und Weiß.

Geschichte[Bearbeiten]

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Bezüglich des Vereinsnamens und dessen Herkunft existieren im Wesentlichen zwei unterschiedliche Versionen. Danach sollen die dem Verein verbundenen Arbeiter der nahegelegenen Glas-Fabrik ihn während der zu jener Zeit vorherrschenden Arbeitskämpfe als "Defensores de la Huelga" (dt. in etwa: "Verteidiger des Streiks") bezeichnet haben.[1] Die zweite Variante besagt, dass die Mannschaft ihren Namen symbolisch als "Verteidiger" des Barrios und der Gegend um Punta Carretas erhielt.[2] Auch wird berichtet, die 1904 gegründete Fabrik selbst habe den Namen "Defensores de la Huelga" getragen und Alfredo Ghierra habe den Verein daher danach benannt.

Gründung und Zeit des Amateurfußballs[Bearbeiten]

Der Klub wurde am 15. März 1913 als Defensor Football Club im Barrio Punta Carretas nahe dem Parque Urbano gegründet. Die Trikotfarben des Vereins sollten ursprünglich komplett grün gestaltet werden. Da jedoch mit Belgrano bereits eine Mannschaft der Liga diese Farben verwendete, entschied man sich für ein schwarzes Trikot mit hellblauem Streifen. Im weiteren Verlauf der Geschichte schwenkte man dann auf das heutige violette Trikot um. Erster Präsident des Vereins war Nicolás Podestá. Nach der Einschreibung in die Liga Uruguaya de Football startete man in der Tercera División. Die erste offizielle Partie trug der Verein dort in der Meisterschaft im Jahre 1913 gegen Independencia aus. Das Spiel endete 5:0. Nach Aufstieg in die Zweite Liga stellte man 1914 den Durchmarsch in die seinerzeit als Amateurliga ausgestaltete Primera División sicher. Das Debüt in Uruguays höchster Spielklasse feierte der Verein dann am 8. April 1915 mit einem 0:0 gegen die Wanderers. Wenig später trat man auch auf internationaler Ebene erstmals in Erscheinung, als man am 25. Mai 1915 auf den argentinischen Erstligisten Club Atlético Atlanta traf. Das mit einem 2:1-Sieg zugunsten Defensors endende Freundschaftsspiel wurde in Parque Chacabuco ausgetragen. Das erste Spielfeld Defensors befand sich an der damaligen Calle Zamayúa, der heutigen Julio Herrera y Reissig neben der heutigen ingenieurwissenschaftlichen Fakultät (Facultad de Ingeniería) der Universidad de la República.[3] Von dort zog man bereits 1915 auf einen an der José Ellauri, Ecke Joaquín Núñez gelegenen Platz um. Erneut zwei Jahre später trug man die Spiele im Parque Ricci an der Straße Capitán Videla zwischen Alarcón und Diego Lamas aus. Im Jahr 1917 stieg man dann aus der Primera División als Tabellenletzter ab und trat erst im Jahr 1923 wieder auf höchster Ligaebene in Erscheinung. Dieses mal aber während der Phase der Spaltung der Organisationsstruktur des uruguayischen Fußballs in der Parallel-Meisterschaft der Federación Uruguaya de Football (FUF) und unter dem Namen Club Atlético Defensor. Vereinspräsident war in jenem Jahr José Capozzoli, 1925 übernahm Luis Franzini dieses Amt. Nach einem 11. Rang 1923 wurde man 1924 Tabellen-Fünfter. Ab 1927 spielte der Verein wieder unter dem Dach der Asociación Uruguaya de Fútbol (AUF) erstklassig. Bereits am 21. September 1926 hatte man das neue, nunmehr in Parque Rodó befindliche Spielfeld eingeweiht, das 1963 in Estadio Luis Franzini umbenannt werden sollte. Beim mit einem 4:1-Sieg endenden Eröffnungsspiel jenes Tages gegen die Mannschaft des Club Atlético Cerro erzielte Santiago Celsi das erste Tor an neuer Wirkungsstätte. Bis zur Einführung des Profifußballs in Uruguay im Jahre 1932 blieb Defensor sodann erstklassig. In der Spielzeit 1929 erreichte Defensor mit Rang drei der Abschlusstabelle das beste Ergebnis.

Beginn der Profifußball-Ära bis zur ersten Meisterschaft[Bearbeiten]

Die erste Begegnung in der nunmehr als Profiliga ausgestalteten Primera División absolvierte Defensor am 22. Mai 1932 gegen Bella Vista. Das erste Profijahr beendete man als Tabellen-Vierter. Fortan spielte Defensor weiter in der höchsten Spielklasse. 1937 verhinderte man nur knapp den Abstieg, als man Racing in der Relegation mit 4:1 schlug. Für das Jahr 1941 ist der Beginn der zweiten bis 1962 währenden Amtszeit des in jenem Jahr auch verstorbenen Luis Franzini verzeichnet, der wenig später Namensgeber des Stadions Defensors wurde. Nachdem man bis dahin in der Profi-Aera ohne Titelgewinn blieb, aber bereits in den Jahren 1944 und 1945 in der Liga mit jeweils einem dritten Tabellenplatz die bis dahin beste Platzierung in der Profiliga aufwies, verzeichnete Defensor schließlich im Jahr 1947 den Sieg im Torneo de Honor.

Die Mannschaft, die seinerzeit den Triumph sicherstellte, bestand aus den folgenden Spielern:

Juan Bianchini, Julio Barrios, José Vázquez, Alfredo Young, José Riobo, Carlos Chagas, Alcides Mañay, Juan Emilio Píriz, Ramón Castro, José "Loncha" García, Walter Clavares, Raúl Sarro und Ramón Ferrés

Im Jahr dieses Titelgewinns erreichte man zudem erstmals inoffiziell die uruguayische Vize-Meisterschaft, als man sich in den diesbezüglichen Play-Offs gegen die punktgleichen Teams Peñarols und der Rampla Juniors durchsetzte. Da allerdings die Partie Defensors gegen die Rampla Juniors nicht ausgetragen wurde (Defensor hatte Peñarol mit 3:1 besiegt, die Rampla Juniors gegen Peñarol mit 1:2 verloren) ist dieser Zweite Meisterschaftsrang nicht offiziell vergeben worden.[4] 1960 sicherte man sich eine weitere Trophäe, als man im Torneo Nacional Copa Artigas die Oberhand behielt.

1976 gelang es Defensor unter Trainer Ricardo de León als erstem Fußballverein seit Einführung der Profiliga in Uruguay, die Vorherrschaft von Nacional und Peñarol zu durchbrechen und den uruguayischen Meistertitel zu gewinnen.

Der Kader im Meisterjahr setzte sich unter anderem aus den nachfolgend genannten Spielern zusammen, die vom neben de León aus Julio Santos (Preparador Físico) und Alberto Silva (Zeugwart) bestehenden Trainerteam zum Titel geführt wurden:

Gregorio Pérez, Francisco Salomón, Baudilio Jáuregui, Fredy Clavijo, Beethoven Javier, Liber Arispe, Luis Cubilla, José G. Gómez, Pedro Graffigna, Pedro Álvarez, Rudy Rodríguez, Ricardo Conde, Ricardo Meroni, Ricardo Ortíz, Rodolfo Rodríguez, Alberto Santelli, Guillermo Flores, Jacinto Calleros, Fernando Álvez, Daniel Mayol, Julio Fillipini, Omar Mondada, Alfredo Cáceres und Julio Leiva

1976 bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Durch den ebenfalls im Jahre 1976 errungenen Sieg in der Liguilla erreichte Defensor erstmals den internationalen Wettbewerb um die Copa Libertadores, an dem man seither bis heute (Stand: Juni 2013) elfmal teilnahm. Trainer Raúl Moller führte Defensor sodann 1987 zum zweiten Landesmeistertitel der Vereinsgeschichte. 1989 erfolgte nach einer Fusion mit dem Basketball-Verein Sporting Club Uruguay die Umbenennung in Defensor Sporting Club. 1991 triumphierte man unter der Ägide Juan Ahuntchaíns abermals in der Meisterschaft. 2007 klassierte man sowohl in der Copa Libertadores als auch in der Copa Sudamericana (insgesamt nahm man an diesem Wettbewerb bislang zweimal teil) als Fünfter. Die letzte und somit vierte gewonnene Meisterschaft datiert aus der Saison 2007/08. Jorge Da Silva zeichnete dabei als Trainer verantwortlich. In jener Saison gewann man das Torneo Apertura 2007 und rangierte in der Jahresgesamttabelle an erster Stelle. Nachdem man das Halbfinalhinspiel am 22. Juni 2008 beim Clausura-Gewinner Peñarol mit 1:2 gewann und das Rückspiel am 25. Juni 2008 0:0 endete, stand Defensor als Meister fest, da die Austragung von finalen Entscheidungsspielen zwischen dem Sieger der Gesamttabelle und dem Gewinner aus dem Duell von Apertura- und Clausura-Sieger nun obsolet war.

In diesen entscheidenden Spielen gegen Peñarol bestand der Kader des Meisterteams aus folgenden Spielern:

Martín Silva, Pablo Pintos, Mario Risso, Andrés Lamas, Sebastián Ariosa, Julio Marchant, Pablo Gaglianone, Miguel Amado, Jairo Castillo, Diego De Souza, Sebastián Fernández, Régis Lima, Tabaré Viudez, William Ferreira Martínez, Fernando Rodríguez, Diego Ferreira, Juan Martín Parodi, Juan Pablo Rodríguez und Hugo Costela[5]

2009 erreichte man in der Copa Libertadores das Viertelfinale, scheiterte dort jedoch am späteren Gesamtsieger Estudiantes de La Plata. In der jüngsten Vergangenheit gewann der Verein in den Jahren 2009 und 2012 jeweils das Torneo Clausura. In der Spielzeit 2012/13 belegte der Verein nach der Apertura den zweiten Tabellenrang. Dem ließ man abermals den Sieg in der Clausura folgen, so dass man sich für die Entscheidungsspiele um die uruguayische Meisterschaft gegen Peñarol qualifizierte. Dort unterlag man jedoch. Die nachfolgende Spielzeit verlief dagegen auf nationaler Ebene äußerst erfolglos. Als Zwölfter der Apertura und Neunter der Clausura belegte Defensor in der Jahresgesamttabelle der Saison 2013/14 nur den 11. Platz.[6] In der Copa Libertadores 2014 stieß die Mannschaft Defensors dagegen bis ins Halbfinale vor und unterlag erst dort gegen den paraguayischen Vertreter Club Nacional.

Erfolge[Bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten]

Heimstadion von Defensor ist das in Montevideo im Stadtteil Parque Rodó gelegene Estadio Luis Franzini (etwa 18.000 Plätze).

Aktueller Kader 2013/14[Bearbeiten]

Quelle: (Stand: 17. August 2013)[8]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
Martín Campaña UruguayUruguay
Yonatan Irrazabal UruguayUruguay
Fernando Rodríguez UruguayUruguay
Ramon Arias UruguayUruguay
Juan Fernandez UruguayUruguay
Robert Herrera UruguayUruguay
Matias Malvino UruguayUruguay
Mario Risso UruguayUruguay
Gastón Silva UruguayUruguay
Emilio Zeballos Gutiérrez UruguayUruguay
Juan Amado UruguayUruguay
Mauro Arambarri UruguayUruguay
Giorgian De Arrascaeta Benedetti UruguayUruguay
Gabriel Fernandez UruguayUruguay
José Andrés Fleurquín UruguayUruguay
Bruno Foliados Suárez
Aníbal Hernández UruguayUruguay
Leonardo Pais UruguayUruguay
Maximiliano Callorda UruguayUruguay
Santiago Charamoni UruguayUruguay
Matias Jones UruguayUruguay
Federico Puppo UruguayUruguay
Ignacio Risso UruguayUruguay

Transfers zur Apertura 2013[Bearbeiten]

Zugänge[9] Abgänge[10]
Matias Jones FC Groningen
Federico Puppo UruguayUruguay Liga de Quito
Gabriel Fernández Cerro Largo FC
Bruno Foliados Toledo Colonia Work
Sebastián Taborda UruguayUruguay River Plate
Diego "Toro" Rodríguez UruguayUruguay Godoy Cruz
Diego Laxalt UruguayUruguay Inter Mailand
Diego Ferreira Atlético de Rafaela
Emilio Rentería Carabobo FC
Gonzalo Sorondo UruguayUruguay
Damian Luna
Julio Gutiérrez
Juan Fernández
Angel Rodríguez

Trainer[Bearbeiten]

Basketballabteilung[Bearbeiten]

Seit 1918 hat Defensor Sporting 18 mal die Landesmeisterschaft von Uruguay gewonnen und gehört damit zu Leistungsspitze des Landes. Höhepunkt sind zwei Siege im Südamerikapokal der Meister in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre.

Erfolge[Bearbeiten]

  • Südamerikapokal der Meister: 1956, 1958
  • Meister von Uruguay: (18 ×) 1918, 1922, 1924, 1926, 1927, 1930, 1932, 1933, 1934, 1936, 1938, 1949, 1950, 1951, 1955, 1980, 1985, 2003

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Defensor Sporting Club – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Defensor centenario, 100 años de gloria y pasión violeta (spanisch) auf www.tenfield.com.uy vom 15. März 2013, abgerufen am 15. Juni 2013
  2. Historia: Origenes (spanisch), abgerufen am 15. Juni 2013
  3. Historia: Origenes – Destacados (spanisch), abgerufen am 15. Juni 2013
  4. Uruguay – List of Final Tables 1900-2000, abgerufen am 15. Juni 2013
  5. Uruguay 2007/08 auf www.rsssf.com, abgerufen am 11. Mai 2014
  6. Fixture Campeonato Uruguayo 2013/2014 de Primera División. Clausura. (spanisch) auf www.auf.org.uy, abgerufen am 18. Mai 2014
  7. Uruguay 2011/12, abgerufen am 3. Juni 2013
  8. Kader bei ESPN, abgerufen am 18. August 2013
  9. Mercado de pases: altas y bajas (Apertura 2013) (spanisch) auf www.tenfield.com.uy vom 11. August 2013, abgerufen am 13. August 2013
  10. Mercado de pases: altas y bajas (Apertura 2013) (spanisch) auf www.tenfield.com.uy vom 11. August 2013, abgerufen am 13. August 2013
  11. Mercado de pases: altas y bajas (Apertura 2013) (spanisch) auf www.tenfield.com.uy vom 29. Juli 2013, abgerufen am 30. Juli 2013
  12. Defensor Sp.: baja Tabaré Silva; asume Fernando Curutchet (spanisch) auf www.tenfield.com.uy vom 25. November 2013, abgerufen am 16. Dezember 2013
  13. Asumió Fernando Curuchet (spanisch) auf www.ovaciondigital.com.uy vom 26. November 2013, abgerufen am 16. Dezember 2013