Demokratische Bauernpartei Deutschlands

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Parteiflagge der DBD
Demokratische Bauernpartei Deutschlands, Bezirksvorstand Schwerin (1990)

Die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) war eine Bauernpartei und Blockpartei in der DDR. Sie wurde im April 1948 in der Sowjetischen Besatzungszone auf Initiative der SMAD gegründet. Gründungszentrum war Mecklenburg. In der Landeshauptstadt Schwerin fand am 29. April 1948 die Gründungskonferenz der Bauernpartei Mecklenburgs statt. Den Auftrag zur Gründung erhielt das SED-Mitglied Ernst Goldenbaum, der ihr 1. Vorsitzender wurde und bis 1982 blieb. Ziel war es, die Landwirte für den „Aufbau des Sozialismus“ zu gewinnen. Sie war damit eine der vier Blockparteien in der DDR und propagierte in wesentlichen Punkten die SED-Linie. Zunächst gab sie vor, die Interessen der Neu-, Klein- und Mittelbauern zu vertreten, in den 1950er Jahren diente sie aber vor allem zur Durchsetzung der Kollektivierung in der Landwirtschaft der DDR.

Mit dem Bauernecho unterhielt die DBD eine eigene Tageszeitung. Unterstützt von der SED entwickelte sich die Partei bis 1951 rasch. Die Mitgliederzahl wuchs innerhalb von drei Jahren auf rund 85.000 an. Infolge des passiven Widerstands großer Teile der Landbevölkerung gegen die Kollektivierung stagnierte die Mitgliederzahl jedoch bis weit in die 1970er Jahre hinein. In den 1980er Jahren erstarkte die Partei – wie die anderen Blockparteien auch – organisatorisch wieder. 1984 zählte sie fast 108.000 Mitglieder, 1987 waren es 103.000 Mitglieder.[1]

Nach der Wende 1989/90 versuchte sich die Partei als "ökologische Bauernpartei" neu zu profilieren, erhielt aber bei der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 nur 2,2 % der Stimmen und damit neun Sitze in der Volkskammer. Die Hochburgen der DBD lagen im heutigen Mecklenburg-Vorpommern: Sie erreichte im Bezirk Neubrandenburg 6,3 %, im Bezirk Rostock 4,4 % und im Bezirk Schwerin 4,0 %.

Daraufhin entschieden sich die verbliebenen Parteimitglieder im Juni 1990 für ein Zusammengehen mit der CDU (Ost). Durch das folgende Aufgehen in der CDU Deutschlands gelang es einigen ehemaligen Funktionären der DBD, in Führungsämter auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu gelangen. So wurde der letzte DBD-Vorsitzende Ulrich Junghanns am 27. Januar 2007 zum Vorsitzenden der CDU Brandenburgs gewählt.

Der Verbleib des Parteivermögens wird erklärt im Artikel Vermögen von Parteien und Verbänden der DDR.

Parteivorsitzende[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Theresia Bauer: Blockpartei und Agrarrevolution von oben. Die Demokratische Bauernpartei Deutschlands 1948–1963. München 2003
  • Peter Joachim Lapp: Die 'befreundeten Parteien' der SED. DDR-Blockparteien heute. Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1988, ISBN 3-8046-8699-0
  • Peter Joachim Lapp: Ausverkauf. Das Ende der Blockparteien . Edition Ost, Berlin 1998, ISBN 3-932180-58-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Wolle Die heile Welt der Diktatur, S.111