Dennis J. Snower

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Dennis J. Snower (IfW, links) und Christoph M. Schmidt (RWI, rechts)

Dennis J. Snower (* 14. Oktober 1950 in Wien) ist ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel sowie Professor für theoretische Volkswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Leben[Bearbeiten]

Snower wurde 1950 in Wien geboren und wuchs dort bis zu seinem 17. Lebensjahr auf. Er erlangte einen BA und MA vom New College der Universität Oxford (in Philosophy, Politics and Economics, 1971) und einen MA und PhD der Princeton University (1975). Er ist amerikanischer Staatsbürger, verheiratet und hat zwei Kinder.

Er arbeitete an der University of Maryland als Assistant Professor (1975–1979), am Institute for Advanced Studies als Assistant Professor (1979–1980) und am Birkbeck College, University of London (Lecturer 1980–1983, Reader (1983–1988) und Professor (1989–2004)).

Seit Oktober 2004 ist Snower Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) mit Sitz in Kiel sowie Professor für theoretische Volkswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Beschäftigungspolitik und Arbeitslosigkeit.

Forschung und Beratung[Bearbeiten]

Snower hat Regierungen in den Gebieten Arbeitsmarktpolitik, Ausbildungspolitik und Wohlfahrtsstaatreform beraten, darunter Großbritannien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Schweden und Spanien. Er arbeitete als Berater für den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank und war Gastprofessor an zahlreichen Universitäten, z.B. Columbia, Dartmouth College, European University Institute (Florenz), Harvard, Princeton und Stockholm.

Snower hat unter anderem in folgenden wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften publiziert: American Economic Review, Economic Journal, Journal of Economic Perspectives, European Economic Review, Journal of Labor Economics.

Zusammen mit Assar Lindbeck entwickelte er die „Insider-Outsider Theorie“ zur Erklärung der Arbeitslosendynamik in Europa und die Theorie des „Friktionalen Wachstums“zur Erklärung der Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. Mit Mitarbeitern entwarf er verschiedene wirtschaftspolitische Maßnahmen (z.B. Beschäftigungsgutscheine und Sozialkonten), die in verschiedenen Ländern angewendet wurden.

Snower ist Research Fellow am Center for Economic Policy Research (London), Institut für die Zukunft der Arbeit (Bonn), CESifo (München), Euro Area Business Cycle Network und SKOPE Center an der Oxford University. Er ist Mitglied des Zentralen Beirates der Commerzbank sowie des Scientific Advisory Board des Instituts für Höhere Studien (Wien). Des Weiteren ist er Mitglied des Global Agenda Council on Economic Imbalances und des Council on the Skills Gap (beide World Economic Forum).

Snower initiierte im Jahre 2008 im schleswig-holsteininischen Plön erstmals das Global Economic Symposium (GES). Im Jahre 2010 fand das dritte GES in Istanbul statt, das vierte folgte 2011 in Kiel.[1]

2011 wurde er zum Ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg gewählt. [2]

Zur Lösung der Euro-Krise skizzierte Snower im Mai 2012 einen "Vier-Punkte-Plan für Europa", der unter anderem eine "atmende Fiskalregel" und Solvenzkriterien für die EU-Länder vorschlägt.[3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  •  The Future of the Welfare State. In: Economic Journal. 103, 1993, S. 700-717.
  •  mit Assar Lindbeck: Cooperation, Harassment and Involuntary Unemployment. In: American Economic Review. 78, Nr. 1, 1988, S. 167-188.
  •  mit Assar Lindbeck: Multi-task Learning and the Reorganization of Work. In: Journal of Labor Economics. 18, Nr. 3, 2000, S. 353–376.
  •  mit Assar Lindbeck: Insiders versus Outsiders. In: Journal of Economic Perspectives. 15, Nr. 1, 2001, S. 165–188.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. global-economic-symposium.org: Home, Zugriff am 4. Januar 2011
  2. Pressemittleilung vom 30. März 2011 Akademie der Wissenschaften in Hamburg vgl. Website
  3. siehe "Vier-Punkte-Plan für Europa", in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27. Mai 2012 (Druckfassung, online 28. Mai 2012)