Der Duft der Frauen (1974)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Duft der Frauen
Originaltitel Profumo di donna
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1974
Länge 100 Minuten
Stab
Regie Dino Risi
Drehbuch Ruggero Maccari
Dino Risi
nach einem Roman von Giovanni Arpino
Musik Armando Trovajoli
Kamera Claudio Cirillo
Schnitt Alberto Gallitti
Besetzung

Der italienische Spielfilm Der Duft der Frauen (Profumo di donna), nach dem Roman Il buio e il miele von Giovanni Arpino, aus dem Jahr 1974 bewegt sich zwischen Komödie und melancholischem Drama. Unter der Regie von Dino Risi gab Vittorio Gassman in der Hauptrolle einen blinden Offizier, wofür er mehrfach ausgezeichnet wurde: Mit den italienischen Filmpreisen David di Donatello und Nastro d’Argento sowie in Cannes 1975.

Handlung[Bearbeiten]

Ein junger Soldat erhält während einer Woche den Sonderauftrag, einen ehemaligen, bei einem Granatenunfall erblindeten Hauptmann nach Neapel zu begleiten. Er holt den Mann, Fausto, bei dessen alter Tante in Turin ab. Der verbitterte, einsame Offizier spricht mit fast allen Menschen herablassend und nennt den Soldaten fortan „Ciccio“, obwohl dieser gar nicht so heißt. Ciccio ist von Faustos Sprücheklopferei genervt und macht sich Sorgen, als er in Faustos Koffer eine Pistole und das Foto einer schönen jungen Frau findet.

Einen ersten Halt legen sie auf ihrer Bahnreise in Genua ein. Fausto kann allem Anschein nach die Anwesenheit von Frauen riechen. Er verlangt von Ciccio, nach der Prostituierten zu suchen, die er am Tag zuvor an einer bestimmten Straße gerochen hat. Obwohl sich die gefundene Dirne Mirka als eine andere erweist, ist er zufrieden. In Rom übernachten sie in einem von Nonnen geführten Hotel, wo Fausto ein Gespräch mit seinem Vetter und Priester über existenzielle Lebensfragen führt. Danach treffen sie kurz Ciccios Freundin Diana, von der Fausto behauptet, sie müsse eine Gelegenheitsprostituierte sein, weil sie sich die Handtasche und das Parfüm anders nicht leisten könnte. Die Zeit in Neapel verbringen sie bei Faustos Verwandten. Darunter sind ein weiterer blinder Militär, Vincenzo, mit dem Fausto eine geheime Absprache zu haben scheint, und Sara, die junge Frau auf dem Foto. Sie hat sich noch als Schülerin in den schneidigen Fausto verliebt und trägt ihm ihre Liebe an, die er ostentativ zurückweist. In der Nacht unternehmen Fausto und Vincenzo einen gemeinsamen Freitodversuch. Fausto hat Vincenzo nach Vereinbarung töten wollen und hat ihn verfehlt; sich selbst zu töten hat er den Mut nicht aufgebracht. Ciccio und Sara bringen ihn aufs Land und helfen, den Vorfall als Unfall zu vertuschen. Ciccio kehrt zur Truppe zurück, Fausto erkennt, dass er ohne Sara nicht auskommen kann, und nimmt ihre Hilfe an.

Hintergründe[Bearbeiten]

Faustos Zwischenhalt in Rom hat den Grund, dass er um den Segen seines Cousins Don Carlo bitten will. Er will den Segen im Voraus für seine Taten, die er in Neapel begehen wird. Don Carlo aber beneidet ihn schon wegen seines Leidens, das in jeder Minute seines Lebens bei ihm ist. Denn weil das Kreuz an dem er so schwer zu tragen hat, zum Sinn seines Lebens geworden ist.

Der „Ciccio“-Darsteller Alessandro Momo starb am 20. November 1974, kurz nachdem die Dreharbeiten beendet waren, durch einen Motorradunfall in Rom, unweit einiger Drehorte.

Kritiken[Bearbeiten]

Der katholische film-dienst bedauerte 1975, die Tragik des Themas scheine nur gelegentlich durch, Risi bleibe mit vordergründigen Effekten, drastischen Dialogen, Geschmacklosigkeiten und zotigem Klamauk an der Oberfläche. „Durch die Beschränkung auf das Sexuelle klammert Risi die allgemein-menschliche Seite des Problems fast gänzlich aus und verengt das Thema auf den individuellen Fall eines in seinen amourösen Ambitionen behinderten Casanovas.“ Das Ende deutete der film-dienst als Kitsch. Dank des „fulminanten“ Gassman sei der Film aber mehr als nur eine Klamotte.[1] Dan Yakir fand 1985, Stil und Inhalt ergäben zusammen ein vollkommenes Kunstwerk. Verkleidet als erotische Komödie, gehe Risis vertiefender Film Fragen nach dem menschlichen Wesen, Äußerungen von Männlichkeit und dem Verlust von Unschuld nach. Hinter der sonnigen, humorvollen Fassade lauere ein Abgrund von Schmerz und Verzweiflung.[2] 1995 meinte Jean Tulard, Der Duft der Frauen sei „ein bitterer und verzweifelter Film, der mit der Distanzierung spielt, um das Publikum zum Lachen zu bringen.“[3]

Neuverfilmung[Bearbeiten]

1992 wurde der Stoff vom US-Regisseur Martin Brest mit dem Titel Der Duft der Frauen noch einmal verfilmt, wobei man den Schauplatz in die Vereinigten Staaten verlegte. Al Pacino spielte die Hauptrolle.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. film-dienst, Nr. 24/1975, gezeichnet von „er“
  2. Dan Yakir: Scent of a woman. In: Frank N. Magill (Hrsg.): Magill’s survey of cinema: foreign language films. Salem Press, Englewood Cliffs 1985, S. 2667–2671
  3. Jean Tulard: Parfum de femme, Eintrag in: Jean Tulard (Hrsg.): Guide des films. Laffont, Paris 2005. ISBN 2-221-10452-8, S. 2428