Der Unverbesserliche

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Unverbesserliche
Originaltitel L’Incorrigible
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1975
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Philippe de Broca
Drehbuch Philippe de Broca
Michel Audiard
Produktion Alexandre Mnouchkine
Musik Georges Delerue
Kamera Jean Penzer
Schnitt Ghislaine Desjonquères
Besetzung

Der Unverbesserliche (Originaltitel: L’Incorrigible) ist eine französische Filmkomödie von Philippe de Broca aus dem Jahr 1975. In den Hauptrollen spielen Jean-Paul Belmondo und Geneviève Bujold.

Handlung[Bearbeiten]

Victor Vauthier hat nach drei Monaten Haft gerade erst das Gefängnis verlassen, als er schon wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällt: Er schlüpft in verschiedene Rollen, um anderen Personen Dinge zu verkaufen, die ihm nicht gehören. Mit Afrikanern versucht er Kriegslieferungen auszuhandeln und verkauft zum wiederholten Mal das Haus einer seiner Geliebten. Bei einem Bootsverkauf gelingt es dem Frauenheld zudem, eine kurze Affäre mit der Frau des Hereingelegten zu beginnen. Anschließend kehrt er zu seiner eigenen Unterkunft zurück: Einem umgebauten Wohnwagen, in dem er mit dem selbstgewählten Eremiten Camille lebt. Eines Tages erhält Victor Besuch von seiner Bewährungshelferin Marie-Charlotte Pontalec. Er verwirrt sie mit seinen zahlreichen Masken, zumal er beim ersten Gespräch mit ihr parallel das Rüstungsgeschäft mit den Afrikanern abzuschließen versucht, während er vor ihr den Rosenzüchter mit schwieriger Kindheit gibt. Als er sie wiedersehen will, verweist sie auf Verhinderung aufgrund eines Klassikkonzerts, zu dem überraschend auch Victor in großer Robe erscheint. Er kann am Ende sogar beste Plätze im Parkett organisieren, war er mit Sängerin Tani Negulesco doch vor drei Jahren mal zusammen.

Nach dem Konzert bringt er Marie-Charlotte nach Hause. Sie bestellt ihn für den nächsten Tag in ihr Büro, wo sie mehr über ihn wissen will. Von Camille weiß sie, dass er seit 15 Jahren arbeitslos ist und zwischendurch wegen Raubes fünf Jahre im Gefängnis war. Victors Lebenslauf weise jedoch erhebliche Lücken auf, so wisse sie nicht, was er in seiner Jugend getan habe. Er führt sie zu einem Zirkus, wo sie erfährt, dass er im Alter von 14 Jahren von den Zirkusleuten im Schnee schlafend gefunden wurde. Ob dies wirklich wahr ist, weiß sie nicht, genießt den Abend im Zirkus jedoch. Um Victor und den Zirkusleuten eine Freude zu machen, nimmt sie sie mit zu sich nach Hause. Ihr Vater ist Verwalter des Museums von Senlis. Marie-Charlotte stellt die Alarmanlage aus und führt ihre Gäste durch einen Nebeneingang in das Museum. Hier hängt ein dreiteiliger El Greco, den sie stolz zeigt. Als Victor Camille am nächsten Tag davon erzählt, plant der sofort den Raub des Gemäldes. Er lässt die Eltern von Marie-Charlotte zu einem vermeintlichen Essen mit dem Minister rufen und will Victor mit ihr in die Oper schicken, doch entscheidet sich Marie-Charlotte, lieber mit Victor zu Hause zu speisen. So kommt es zu zahlreichen Pannen beim Gemäldediebstahl, der am Ende jedoch gelingt.

Camille lässt einen Seitenflügel zum Kulturminister bringen, der die Echtheit des Werkes bestätigen lässt. Anschließend fordert Camille für die Übergabe des zweiten Flügels 500.000 Francs sowie für das Mittelteil weitere 500.000 Francs. Die erste Rate erhält Victor in Verkleidung. Als er jedoch in der Zeitung liest, dass Marie-Charlotte bei der Befragung angab, in der Tatnacht allein gewesen zu sein, erkennt er, dass sie ihn lieben muss, weil sie für ihn gelogen hat. Nun will er alles ungeschehen machen und bringt Marie-Charlotte das Geld. Die will viel lieber mit ihm gemeinsame Sache machen und schließt das Geld in einem Schließfach ein. Victor gibt sie heimlich den Schlüssel eines zweiten Schließfaches und transferiert das Geld später auf ihr eigenes Konto. Auf die zweiten 500.000 Francs verzichtet die Diebesbande, um nicht in die Falle des Polizeipräfekten zu geraten. Als Victor und Camille erkennen, dass sie von Marie-Charlotte reingelegt wurden, sind sie zunächst empört, doch will Marie-Charlotte den Reichtum mit ihnen teilen. Alle reisen in den Süden. Hier hat Camille bald genug, weil er für jede Geldausgabe bei Marie-Charlotte betteln muss. Victor wiederum fühlt sich von ihr bald bevormundet, sodass beide Männer am Ende zurück zu ihrem Wohnwagen gehen.

Produktion[Bearbeiten]

Die Bibliothek von Senlis, im Film das Museum
Das Château de Valgenceuse, im Film der Wohnsitz des Ministers

Der Unverbesserliche beruht auf dem Roman Ah mon pote von Alex Varoux. Der Film wurde unter anderem in Paris, am Flughafen Orly sowie in Senlis gedreht. Marie-Charlottes Wohnung und das Museum von Senlis fanden sich dabei in der örtlichen Bibliothek. Als Anwesen des Ministers diente das Château de Valgenceuse in Senlis, Szenen um den Zirkus entstanden in der Kathedrale des Ortes.

Der Film lief am 15. Oktober 1975 in den französischen Kinos an. Am 16. Dezember 1975 kam er in die Kinos der Bundesrepublik und war am 20. Januar 1978 auch in den Kinos der DDR zu sehen. Im Jahr 2004 erschien der Flm auf DVD.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[1]
Victor Vauthier Jean-Paul Belmondo Rainer Brandt
Camille Julien Guiomar Arnold Marquis
Marie-Charlotte Pontalec Geneviève Bujold Evamaria Miner
Raoul Charles Gérard Friedrich W. Bauschulte
Polizeipräsident Daniel Ceccaldi Klaus Miedel
Minister Michel Beaune Christian Rode
Tatiana Negulesco Andrea Ferreol Beate Hasenau

Kritik[Bearbeiten]

„Eine mit viel Routine überwiegend unterhaltsam inszenierte Komödie, temporeich, mit brillanten Einfällen. Ohne nennenswerten Tiefgang, aber wohltuenderweise auch ohne den Anspruch, allzu ernst genommen zu werden“, schrieb der film-dienst.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Unverbesserliche in der Deutschen Synchronkartei
  2. Der Unverbesserliche im Lexikon des Internationalen Films