Der endlose Horizont

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Filmdaten
Deutscher Titel Der endlose Horizont
Originaltitel The Sundowners
Produktionsland Großbritannien und Australien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1960
Länge 141 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Fred Zinnemann
Drehbuch Isabel Lennart
Produktion Fred Zinnemann
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Jack Hildyard
Schnitt Jack Harris
Besetzung

Der endlose Horizont ist der Titel eines Spielfilms des US-amerikanischen Filmregisseurs Fred Zinnemann aus dem Jahr 1960. Er basiert auf dem erstmals 1952 veröffentlichten Roman The Sundowners von Jon Cleary. Das Drama, das von dem Filmstudio Warner Bros. produziert wurde, schildert das entbehrungsreiche Leben einer australischen Schaftreiber-Familie.

Handlung[Bearbeiten]

Paddy Carmody trampt jährlich als ruheloser Schaftreiber und -scherer quer durch Australien von Ort zu Ort. Ihn begleiten seine leidensgeprüfte Frau Ida und sein Sohn Sean, und oft besteht ihr zu Hause nur aus einem engen Planwagen.

Ida hätte nur zu gerne ein eigenes Heim, eine kleine Farm. Ihr ruheloser Paddy hingegen hält davon nichts, ihn drängt es in die Weite, er sucht die Freiheit.

Wieder einmal hat er einen Auftrag übernommen. 1.200 Schafe sind über 750 Kilometer nach Westen zu treiben. Als Weggefährte stößt ein Mann zu ihnen mit Namen Venneker, ebenfalls Gelegenheitsarbeiter und ganz besonders auf der Hut vor heiratswütigen Frauen.

Auf dem Viehtrieb machen sie Rast u.a. bei den Batemans, einer gastfreundlichen Farmer-Familie. Hier besteht die Möglichkeit, später eine Farm zu übernehmen. Aber Paddy lässt sich nicht zu einer Anzahlung bewegen. Wieder unterwegs, entkommen sie mit ihrer Herde nur knapp einem Waldbrand.

Endlich, nach wochenlangem Viehtrieb, ist das Ziel erreicht, die Schafe werden übergeben. Auf einer Schaffarm nimmt jetzt die ganze Familie eine Arbeit an: Ida als Köchin, Paddy und Sean als Schafscherer. Auch Venneker bleibt, angetan von Mrs. Firth, einer attraktiven Witwe.

Aber Paddy hat, wie man so sagt, "kein Sitzfleisch". Er will schon bald wieder los, obwohl seine Frau und sein Sohn lieber noch etwas Geld für ein neues Zuhause verdienen würden. Um ihn abzulenken, arrangiert Venneker einen Schafschur-Wettbewerb. Paddy, ein Bild von einem Mann mit einem Tagesrekord von 248 Schafen, tritt gegen ein schwächlich aussehendes Männchen an, das die Konkurrenz vorschickt. Jeder glaubt an ein leichtes Spiel, aber der Kleine hat es in sich, Paddy verliert.

Kurz darauf hat er beim Spiel mehr Glück, er gewinnt 200 Pfund und ein Rennpferd, das sie "Sundowner" nennen. Es ist ein Rassetier, und Sean versteht es, alles aus ihm herauszuholen. Paddy sieht schon vor sich, wie sie von Rennplatz zu Rennplatz tingeln und Sundowner am laufenden Band Preisgelder gewinnt. Ida hat mit dem Geld andere Pläne und steckt es vorerst in eine Kaffeedose.

Dann ist die Schersaison vorüber, die Carmodys kehren zum Ausgangspunkt ihres Viehtriebs zurück. Dort endlich lässt sich Paddy überreden, den Kauf einer Farm in Angriff zu nehmen. Aber er spielt halt gerne, und am gleichen Tag hat er alles Geld wieder verloren.

Sundowner muss jetzt den Verlust ausgleichen, er wird für das nächste Rennen angemeldet. Sean wird Erster, aber die Jury sieht das anders, er wird disqualifiziert. Paddy will jetzt mit dem Verkauf des Pferdes zu Geld kommen, doch das Opfer will Ida nicht annehmen. Trotz ihrer großen Enttäuschung hält sie weiter fest zu ihrem Mann.

Und so sieht man die Carmodys wieder mit ihrem Planwagen in die Weite ziehen, Venneker ist dabei, und Sundowner trabt hinterher.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt u. a. bei der Oscarverleihung 1961 fünf Nominierungen, konnte sich aber nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen.

  • Bester Film
  • Drehbuch: Isobel Lennart
  • Hauptdarstellerin: Deborah Kerr
  • Nebendarstellerin: Glynis Johns
  • Regie: Fred Zinnemann

Hintergrund[Bearbeiten]

  • 1960 drehte Mitchum dann noch zwei weitere Filme mit Deborah Kerr: Vor Hausfreunden wird gewarnt und Der Seemann und die Nonne. Er schätzte Kerr mehr als alle anderen weiblichen Co-Stars. Er behauptete sogar, die Affinität zwischen ihnen beiden sei so groß, dass sie in der Schweiz und er in Maryland ihre Szenen spielen könnten und das Ergebnis dennoch perfekt sein würde.
  • Unter der Regie von Fred Zinnemann dreht Deborah Kerr auch den Film Verdammt in alle Ewigkeit.
  • Dimitri Tiomkin, obwohl aus der Ukraine, war vor Elmer Bernstein der Western-Komponist. Sein Markenzeichen war der akzentuierte Bassrhythmus (siehe Giganten, 12 Uhr mittags, Lockende Versuchung, Rio Bravo, Alamo,Die Kanonen von Navarone und 55 Tage in Peking).

Kritiken[Bearbeiten]

„Schaftreiber-Saga mit Starbesetzung; Mitchum als tragikomischer Held einer Schafschur-Wette.“

(Wertung: 3 Sterne sehr gut) - Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 194

„Ein gehobener Heimatfilm, gefällig dank seiner Dokumentaraufnahmen, seiner herzhaften Darsteller, einer unsentimentalen Story und der familienfreundlichen Machart.“

Lexikon des internationalen Films

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Der endlose Horizont. Warner Home Video 2006

Literatur[Bearbeiten]

  • Jon Cleary: The Sundowners. Introduction and study guide by Robert Morris. Scribner, New York 1969, 412 S. (bislang keine deutsche Übersetzung)

Quellen[Bearbeiten]

  • Illustrierte Film-Bühne Nr 5796
  • Norbert Stresau: Der Oscar, Heyne Filmbibliothek 198
  • Tony Thomas: Filmmusik, Heyne Filmbibliothek 222
  • Michael Althen: Robert Mitchum, Heyne Filmbibliothek 101

Weblinks[Bearbeiten]