Die Geschichte vom kleinen Muck

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Filmdaten
Originaltitel Die Geschichte vom kleinen Muck
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Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Wolfgang Staudte
Drehbuch Peter Podehl
Wolfgang Staudte
Produktion Heinz Herrmann
Musik Ernst Roters
Kamera Robert Baberske
Schnitt Ruth Schreiber
Besetzung

Die Geschichte vom kleinen Muck, gedreht von dem Regisseur Wolfgang Staudte, ist eine DEFA-Märchenverfilmung der DDR aus dem Jahr 1953 und gilt als die erfolgreichste Produktion der DEFA-Filmgeschichte. Die Handlung beruht auf dem Märchen Die Geschichte von dem kleinen Muck von Wilhelm Hauff und erzählt von einem kleinen Jungen, der mit Zauberpantoffeln und einem magischen Stock auf der Suche ist nach dem Kaufmann, der das Glück zu verkaufen hat.

Handlung[Bearbeiten]

Die Geschichte entführt uns in eine orientalische Stadt, in der der kleinwüchsige und bucklige Muck als Töpfer arbeitet. Nicht gern geht der freundlose Muck auf die Straße, da er von den Kindern wegen seines Aussehens überall verspottet und ausgelacht wird. Eines Tages gelingt es Muck, die ihm hinterher laufenden Kinder in sein Haus zu locken; er schließt die Tür hinter sich und klettert anschließend flink auf ein hohes Regal voller Tonkrüge. Mustafa, eines der Kinder, klettert ihm nach und zerstört dabei die unteren Fächer mitsamt den Krügen. Vor Schreck wollen die Kinder nun weglaufen, bemerken jedoch, dass die Tür verschlossen ist. Daraufhin stellt Muck die Bedingung, sie nicht eher gehen zu lassen, bis sie sich seine Geschichte vom „bösen Mann“ angehört haben.

Die Geschichte vom kleinen Muck[Bearbeiten]

In der Kindheit, so beginnt er die Geschichte vom kleinen Muck zu erzählen, habe er einst genauso Tauschgeschäfte gemacht und mit bunten Glasscherben gespielt. Eines Tages befragt Mucks Vater ihn nach seinen Vorstellungen über die Zukunft. Daraufhin erwidert Muck, der seine Mutter sehr früh verloren hatte, dass sie ihm oft von einem Kaufmann, der das Glück zu verkaufen hat, erzählte. Der Vater will jedoch, dass er etwas Brauchbares lerne, und bringt ihn zu einem Schulmeister. Dort wird er von den anderen Kindern wegen seines Aussehens schikaniert. Auch der Rektor will ihn nicht auf seine Schule aufnehmen und behauptet, sie sei überfüllt. Da der Vater nun verzweifelt ist, schlägt Muck ihm erneut vor, den Kaufmann zu suchen, von dem die Mutter erzählte. Als er nach drei Tagen wieder zurückkehrt, sieht er bei sich zu Hause seine hysterischen Verwandten, wie sie das Geld des Vaters suchen, und erfährt, dass er plötzlich verstorben ist. Da Muck jetzt niemanden weiter hat, geht er fort.

Die Suche nach dem Kaufmann, der das Glück zu verkaufen hat[Bearbeiten]

Unterwegs fragt der traurige Muck einen Wachmann nach dem Kaufmann, der das Glück für ein paar Glasscherben verkauft. Dieser will Muck etwas aufmuntern und erzählt, dass er ihn gesehen habe, und weist ihm die Richtung. Dorthin geht er nun immer weiter, bis tief in die Wüste hinein. Dabei stößt er auf eine Ruine, in der eine alte Hexe mit ihren vielen Katzen lebt. Sie verbrennt seine Schuhe und den Stock, damit er nicht davonlaufen kann, und trägt ihm auf, sich um ihre Katzen zu kümmern. Als die alte Frau einmal weg ist, stößt eine Katze einen großen Krug herunter. In den Scherben findet Muck zu seinem Erstaunen ein Paar Schuhe und einen goldenen Stock, nimmt sie als Ersatz an sich und läuft davon. Die Schuhe scheinen vorerst noch nicht passen zu wollen; als ihm einmal mehr ein Pantoffel vom Fuß rutscht, zieht er sie aus und entdeckt dabei einen kurzen Vers, der darin steht, nachdem er den hinteren Teil der Pantoffel aufklappte und ihn sich etwas genauer ansieht. Dort steht geschrieben:

„Lauf mit mir fort, zu fernem Ort.
Endet dein Lauf, ist Glück dein Kauf.“

Dabei fällt ihm auch auf, dass beim Hoch- und Runterklappen der Hackenlasche eines Pantoffels wie von Geisterhand auch die Lasche des anderen Pantoffels sich in die gleiche Lage bewegt. Das kommt ihm zwar merkwürdig vor, und auch mit dem Spruch kann er erstmal nicht viel anfangen, ist aber der praktischen Meinung: „Wenn ich die Hacken hochklappe, kann ich sie nie mehr verlieren.“ Also probiert er die Pantoffeln erneut an, jetzt mit hochgeklappten Laschen - und beginnt plötzlich, wie von allein, in Windeseile durch die Wüste zu laufen. Da er zunächst gar nicht weiß, was die Ursache dafür ist, rennt er ziellos durch die Gegend, bis er schließlich in eine Stadt kommt und dort für Chaos sorgt, bis er schließlich in ein Fischernetz läuft. Dort wird er von Fischern befreit und realisiert erst jetzt, wie die Pantoffeln genau funktionieren. Hier sieht er erstmals auch Murad, den Oberleibläufer des Sultans, und erfährt, dass nur der Schnellste im ganzen Land der Oberleibläufer sein kann. Dabei kommt ihm eine Idee, und er begibt sich zum Palast.

Im Palast des Sultans[Bearbeiten]

Nachgebaute Kulisse aus dem Film im Filmpark Babelsberg

Am Palast des Sultans angekommen schafft er es aufgrund seiner Schnelligkeit und geringen Größe, an der kompletten Wachmannschaft vorbeizulaufen und löst damit im Palast ein bürokratisches Alarmprozedere aus, wobei die Wachleute mehrmals an ihm vorbeilaufen, ohne ihn wahrzunehmen. Im Garten des Palastes trifft der kleine Muck auf Prinzessin Amarza. Diese will ihn wieder aus dem Palast bringen; nun erst wird der kleine Muck als Eindringling von den Wachen entdeckt, für einen Entführer der Prinzessin gehalten und festgenommen. Er erzählt von seinem Vorhaben, Oberleibläufer zu werden und mit Murad, dem schnellsten Mann des Landes, deswegen um die Wette zu laufen. Mit viel Gelächter lassen sie beide gegeneinander antreten. Von den sechs Goldstücken, die der Sultan dem Sieger verspricht, zwackt der Hofstaat jedoch soviel ab, dass am Ende nur eines übrigbleibt; ein weiterer Seitenhieb auf die Bürokratie. Mit Hilfe seiner Zauberschuhe kann er das Rennen trotz eines kleinen Missgeschickes schließlich gewinnen (siehe Weblinks: Filmausschnitt). So wird er zum Oberleibläufer des Sultans ernannt. Da kein zweiter Läufer gebraucht wird, muss der alte aus den Diensten des Sultans entlassen werden. Muck wird klar: „Das Glück des einen ist das Unglück des anderen.“

Prinz Hassan berichtet seiner Geliebten Amarza, dass ihm sein Vater Wasil ibn Hussein, der Sultan des östlichen Nachbarreiches, sein Einverständnis für ihre Hochzeit gegeben hat. Jedoch will Amarzas Vater dem Nachbarreich den Krieg erklären, weil die Sonne dort früher aufgeht. Tatsächlich aber will man an die Reichtümer des Nachbarreiches, weil der eigene Hofstaat aufgrund von Günstlingswirtschaft finanzielle Probleme hat. Der kleine Muck wird als Bote des Sultans gerufen und soll nun diese Kriegserklärung überbringen. Unterwegs trifft er dabei auf den ehemaligen Oberleibläufer, der ihm von seiner todkranken Schwester berichtet und ihr deswegen eine Medizin überbringen will. Da Murad daran zweifelt, es noch rechtzeitig zu schaffen, übergibt Muck ihm das Schreiben vom Sultan, um selbst die Medizin zu überbringen. Muck schafft es rechtzeitig. Als Murad auch im Dorf ankommt, berichtet er von dem Inhalt des Schreibens. Muck weigert sich, diese Kriegserklärung zu überbringen; daraufhin zerreißt Murad sie.

Im Palast versucht Prinzessin Amarza derweilen den Magier zu beeinflussen, dass er einen schlechten Ausgang des Krieges prophezeien solle, um den Sultan davon abzuhalten. Der Magier ist zunächst vollends davon überzeugt, dass die Sterne doch gut stünden für den Sultan. Amarza übergibt dem Magier ihren Schmuck mit den ironischen Worten: „Eure Schicksalssteine, weiser Magier!“, worauf dieser nach Amarzas Abgang meint: „Dass ich mich so irren konnte …“

Das Vorhaben glückt, und man lässt daraufhin Muck schnellstmöglich wieder zurückholen. Da Muck das Kriegsschreiben nicht überbracht hat, wird er als Retter des Landes ausgezeichnet. In einem Gespräch mit seinen Ratgebern erklärt der Sultan schließlich, dass er Muck zum Schatzmeister ernenne. Auf die entsprechend unwillige Reaktion der bisherigen Amtsinhaber, dieses Amt gehöre in die Hände erfahrener Ratgeber, antwortet der Sultan: „Ratgeber! Ich habe eben zu viele Ratgeber! ICH musste an den Gedanken kommen, meinen Magier loszuschicken, um den Schatz des alten Reiches zu finden!“

Muck findet nun heraus, dass sein Stock, den er von der Hexe mitgenommen hatte, in der Nähe von Gold wie eine Wünschelrute reagiert. Im Park des Palastes, in dem weissagenden Magier mit seinen Kräften den Schatz des alten Reiches erfolglos zu finden versucht, schafft es Muck mit Hilfe seines Wunderstocks sehr schnell, versucht es jedoch zu verheimlichen. Die Hofbeamten, die nun befürchten, dass ihre Mascheleien der Vergangenheit auffliegen könnten, wollen Muck bestechen und legen Geld zusammen. Muck aber überrascht sie alle, indem er durch zehn Goldstücke die Freiheit einer Sklavin erkauft, die um ihre Freilassung bittet und ihr obendrein noch ein paar weitere Goldstücke in die Hand drückt. Nachdem die Entlassene davon ist, konstatiert einer der Beamten: „Wir sind bestochen worden.“ Das viele Gold des kleinen Muck lässt die Hofbeamten aber stutzig werden, woher der kleine Muck das viele Gold hat.

Indem er Prinz Bajazid mit Gold aushelfen soll, wird dem kleinen Muck eine Falle gestellt. Er wird verfolgt und offenbart somit sein Versteck. Daraufhin sperrt man ihn als Betrüger in den Kerker. Jetzt, da der Sultan die Zauberschuhe besitzt, probiert er sie aus. Den Vorschlag des Magiers, doch mal die Hackenlaschen hochzuklappen, befolgt er und erlebt nun das gleiche wie auch Muck zu anfangs. Schreiend rennt er daraufhin hilflos durch den Palast und befiehlt, man solle Muck holen. Als man Muck holt, verspricht der Sultan ihm die Freiheit und noch vieles mehr, wenn er die Verzauberung aufhebt. Muck bringt den Sultan schließlich zu Fall, was alle anderen Umstehenden, die bisher nur erstaunt zuschauten zum Lachen bringt. Für diese Demütigung aber wird Muck des Landes verwiesen. Ohne Schuhe und Stöckchen zieht er nun wieder los und gibt jetzt auch die Suche nach dem Kaufmann, der das Glück zu verkaufen hat, auf.

Der Eselsohren-Streich[Bearbeiten]

Der kleine Muck kommt schließlich erschöpft an einer Oase an und wünscht sich nur noch eins: er will sterben. Also legt er sich unter einen Feigenbaum, als plötzlich eine Feige herunterfällt. Er isst sie und ihm wachsen sogleich lange Eselsohren. „Ja ja, ein Esel bin ich wirklich gewesen, jedoch zu einem richtigen Esel fehlt mir noch manches“, sagt Muck und isst darauf noch eine weitere Feige, jedoch von dem gegenüberliegenden Baum. Zu seiner Verwunderung verschwinden die großen Ohren wieder. Dabei kommt ihm eine Idee. Auf dem Marktplatz verkauft Muck an die Einkäufer des Sultans ein paar von den Zauberfeigen und erfährt sogleich von Prinzessin Amarzas bevorstehender Hochzeit mit Prinz Bajazid.

Im Palast verteilt der Sultan die wenigen Feigen auf die Ranghöchsten und isst selbst auch eine. Kurze Zeit später wachsen ihnen allen lange Eselsohren. Sie erregen so lautes Gelächter im Palast. Unbeholfen versucht man nun, die Ohren wieder zu entfernen. Auch das Abschneiden hilft nicht, sie wachsen sogleich wieder nach. Muck, verkleidet als ein alter Heiler, geht mit Prinz Hassan zum Palast. Dort gibt er zunächst dem Magier eine Feige zu essen, worauf dieser sofort geheilt ist. Mit den Worten „… für den Sultan“ übergibt er eine weitere Feige, jedoch nicht an den wahren Sultan. Letzterer will unbedingt auch geheilt werden, doch Muck gibt vor, keine Feigen mehr zu haben. Also nimmt der Sultan ihn in die Schatzkammer mit und erlaubt ihm mitzunehmen, was er wolle - und wird erlöst. Nur dem Prinzen Bajazid verweigert er eine Feige. Auf dessen Bitte nämlich antwortet Muck: „Tja …, das gefällt mir gar nicht … Es gibt nämlich eine gewisse Art von Prinzen, die können von dieser Krankheit gar nicht geheilt werden!“ und beschimpft ihn schließlich als falsch, eitel und dumm. Daraufhin zieht der Prinz sein Schwert, Prinz Hassan kommt ihm jedoch rechtzeitig zu Hilfe. Bei dem darauf folgenden Gefecht fesselt sich Prinz Bajazid in einem großen Tuch selber. Dem Glück von Prinzessin Amarza und Prinz Hassan scheint jetzt nichts mehr im Wege zu stehen.

Ende[Bearbeiten]

Hiermit endet die Geschichte des kleinen Mucks, „der ein Zauberstöckchen besaß und mit Zauberpantoffeln dem Glück nachjagte, ohne es zu finden“, aber auch die des alten Mucks, der auf dem Regal mit Tonkrügen sitzt und sie erzählt. Mustafa sowie die anderen Kinder sind in der Zwischenzeit von seinem Märchen sehr fasziniert und bieten ihm Geschenke als Wiedergutmachung an. Jubelnd tragen sie ihn hoch durch die Stadt und helfen beim Austragen seiner Krüge. Als ein Wachposten sich dabei laut amüsiert, setzt sich Mustafa sofort für den neu gewonnenen Freund ein. Der alte Muck jedoch schmunzelt bloß und erwidert dabei mit einem Lächeln: „Ach, lass ihn doch. Sicher kennt er noch nicht die Geschichte vom kleinen Muck.“

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Internationales Filmfestival Edinburgh 1956

  • Ehrende Anerkennung: Diploma of Merit

Internationale Filmfestspiele Montevideo 1956

  • Urkunde

Eine Ehrung der besonderen Art erfuhr Hauptdarsteller Thomas Schmidt 1956 durch den „VEB Mitteldeutsches Süßwarenwerk Delitzsch“, der sein Bildnis auf einer Bonbonschachtelverpackung für Mokka-Bonbons abdruckte – ein für DDR-Verhältnisse einmaliger und sich, soweit bekannt, später nicht wiederholender Vorgang.

Die Schachtel gilt heute unter Sammlern als begehrtes Objekt.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Wolfgang Staudte drehte vom 16. Februar 1953 bis 31. Juli 1953 den gesamten Film Die Geschichte vom kleinen Muck auf Agfa-Color in den Potsdam-Babelsberger DEFA-Studios für Spielfilme. Darin spielte Thomas Schmidt kurz nach seinem elften Geburtstag den kleinen Muck.[1][2]
  • Die DDR-Erstaufführung war am 23. Dezember 1953 in Berlin. Die bundesdeutsche Erstaufführung fand erst zwei Jahre später, am 26. Dezember 1955, in Köln statt. Erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde der Film am 29. Januar 1954 im DFF. Die Lizenzen und den Vertrieb übernahm Progress Film-Verleih. Der Film ist erst 1998 als Video und 2002 als DVD erschienen.[3][1]
  • Der Film gilt, mit mehr als elf Millionen Kinobesuchern in 60 Ländern, als die erfolgreichste Kinderfilm- und auch DEFA-Produktion in der DDR.[4]
  • Ursprünglich waren die Produktionsgelder für die Verfilmung von Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder unter Wolfgang Staudtes Regie geplant. Als dieses Projekt zunächst nicht zustande kam, verfilmte Staudte als Lückenfüller die Geschichte vom kleinen Muck.[2]

Kritiken[Bearbeiten]

„Muck erzählt von einer phantastischen Reise durch den Orient. Eine zeitlose Parabel auf die wahre Bedeutung von Freundschaft.“

Goethe-Institut Jerusalem: Die Geschichte vom kleinen Muck

„Der populäre Kinderfilm überzeugt durch phantasievolles Dekor und Kostüme sowie durch die hervorragenden Darstellerleistungen, vor allem Thomas Schmidts in der Rolle des jungen Muck. […] Mit großer Menschlichkeit wird die Geschichte eines kleinen Mannes erzählt. Der Film bezaubert auch heute noch durch seine wunderschöne Farbigkeit und bewundernswerten Effekte.“

Deutsches Filminstitut: Die Geschichte vom kleinen Muck

„Die Geschichte vom kleinen Muck ist ein Märchenfilmklassiker. Ein Beweis für die Tiefe, die Märchenverfilmungen erreichen können. […] Staudte gelingt es, Kindern und Erwachsenen gleichermaßen die Aussagekraft und Bedeutung des Märchens nahezubringen. Der Film besticht durch die Sorgfalt in Figurenentwicklung, Kameraeinsatz, Dramaturgie und Gestaltung. Die märchenhafte Ausstattung und der eindrucksvolle Einsatz damaliger Tricktechnik faszinieren heute noch ebenso wie Farbgestaltung und Musik. […] Staudte gelang eine Verfilmung des Märchens von psychologischer Tiefe und gesellschaftskritischer Ironie. Seine Inszenierung läßt weder mythische noch philosophische Ebenen außer Betracht, sie vermittelt Werte, ohne zu moralisieren. Die Entwicklung der Hauptperson ist eng verwoben mit einem Erkenntnisgewinn der Kinder in der Rahmenhandlung. Diese Rahmenhandlung schlägt den Bogen zum Zuschauer: Wie diese Kinder sitzt er und lauscht den Erlebnissen des ‚kleinen Muck‘; wie sie begreift er den Sinn des Geschehens.“

Rotraut Greune (Kinderfilm Online): Besprechung: Die Geschichte vom kleinen Muck

„In einer orientalischen Stadt gelingt es dem buckligen, von den Kindern gehänselten alten Muck durch die Erzählung seines abenteuerlichen Lebens die Zuhörer davon zu überzeugen, dass auch die eher unscheinbaren Menschen etwas zu bieten haben. Hauffs weniger kindertümelnd naiv, denn stärker humanistisch gefärbte Kunstmärchen haben bis heute nichts von ihrer Kraft, Farbigkeit, tiefen menschlichen Weisheit und von ihrer Wirkung verloren. […] Staudtes Film ist eine reizvolle orientalische Märchenfantasie, realisiert im märkischen Sand, wobei die auf exotisch geschminkten Gesichter dem Ganzen zusätzlichen Charme verleihen.“

Michael Boldhaus (Cinemusic.de): DEFA-Märchen auf DVD

„Tiefes menschliches Empfinden und wahre Güte strahlen von diesem Film aus.“

Sächsisches Tagesblatt

Vertonung[Bearbeiten]

Die „Geschichte vom kleinen Muck“ gehört zu den schönsten Märchen der Welt. Janine Lüttmann hat die Geschichte 2013 nach Motiven des Märchen-Klassikers von Wilhelm Hauff neu aufbereitet und in moderner Sprache erzählt. Stefan Kaminski (Stimme von Kermit, Die Muppets 2012) verleiht der Erzählung besonderen Charme. Mit Witz, Einfühlungsvermögen und seinem Talent als Stimmwunder lässt er die Figuren in Mucks Welt lebendig werden. Dazu zaubert der bekannte Hörspielkomponist Bernd Keul (u. a. Gespensterjäger im Feuerspuk von Cornelia Funke) musikalisch den Orient herbei.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Die Geschichte vom kleinen Muck. In: Progress Filmillustrierte, Nr. 44/53, Berlin 1953.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Die Geschichte vom kleinen Muck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Geschichte vom kleinen Muck bei Deutscher Tonfilm Online
  2. a b Thomas Schmidt: Ich war der kleine Muck In: SUPERillu; abgerufen 18. November 2013
  3. Die Geschichte vom kleinen Muck bei Progress Film-Verleih
  4. Die Geschichte vom kleinen Muck bei Heftfilme.de
  5. a b Die Geschichte vom kleinen Muck bei derkleinemuck.net