Die Landärztin (Film)

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Film
Titel Die Landärztin
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1958
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Paul May
Drehbuch Kurt Wilhelm
Produktion Walter Traut
für Divina-Film
Musik Wolfgang Zeller
Kamera Oskar Schnirch
Schnitt Werner Preuss
Besetzung

Die Landärztin ist ein deutscher Heimatfilm von Paul May aus dem Jahr 1958.

Handlung

Dr. Petra Jensen ist eine aufstrebende Ärztin an einem städtischen Klinikum. Sehr zur Verwunderung ihres Kollegen Dr. Friebe entscheidet sie sich, im kleinen Dorf Kürzlingen als Landärztin anzufangen. Dort trifft sie zunächst auf Ablehnung: Der Bürgermeister hatte ausdrücklich einen neuen Doktor angefordert und in den Unterlagen, die ihm zugeschickt wurden, statt „Petra“ immer „Peter“ gelesen. Das Entsetzen im Dorf über die neue, unverheiratete und junge Ärztin ist so groß, dass die Patienten sich zunächst bei Tierarzt Dr. Rinner in Behandlung begeben und später den Arzt aus dem Nachbarort aufsuchen. Nur der alte Zipfhauser lässt sich von Petra und ihrer Assistentin, der alten Seestallerin behandeln, und ist von ihrer behutsamen Art begeistert. Da Petra eine Patientin in eine Klinik einweisen muss, nimmt sie deren kleine Tochter Hannerl in der Zwischenzeit bei sich auf.

Als der für den Bürgermeister arbeitende Großknecht Girgl von einem Streuner gebissen wird, vermutet Dr. Rinner eine Tollwutansteckung. Petra will Girgl ins nächste Krankenhaus schicken lassen, doch stellen sich der Bürgermeister und vor allem seine Frau gegen ihre Anweisung. Petra handelt nach ärztlicher Pflicht und lässt Girgl am nächsten Tag von der Polizei gegen den Willen des Bürgermeisters ins städtische Krankenhaus bringen. Die Dorfbewohner stellen sich nun endgültig gegen sie, auch wenn Dr. Rinner seine Kollegin verteidigt: Als Ärztin habe sie absolut vorbildlich gehandelt. Dass er sich zudem in Petra verliebt hat, behält er für sich.

Es ist der Pfarrer, der Petra schließlich hilft. Er täuscht einen Herzinfarkt vor und gesundet plötzlich nach Petras Behandlung. Es stellt sich zudem heraus, dass Girgl tatsächlich mit Tollwut angesteckt war, sodass Petra ihm mit der Einweisung das Leben gerettet und die Ansteckung anderer verhindert hat. Die Dorfbewohner vertrauen Petra nun, und die beginnt ein vorsichtiges Verhältnis mit Dr. Rinner.

Nur die Frau des Bürgermeisters stellt sich immer noch energisch gegen Petra. Als sie erfährt, dass ihre Tochter Afra heimlich bei Petra war, gerät sie außer sich und schlägt Afra, da die nicht den Grund des Besuches verraten will. Afra stürzt und bittet halb ohnmächtig, eine Hebamme zu holen – sie ist im achten Monat schwanger und hatte dies bisher nur Petra anvertraut. Die Seestallerin kann jedoch allein nichts für Afra tun, da das ungeborene Kind quer liegt. Petra, die gerade ein Rendezvous mit Dr. Rinner hat, wird geholt und rettet in einer komplizierten Operation Mutter und Kind das Leben. Sie hat nun den Respekt der Bürgermeistersfrau – kurze Zeit später findet die Hochzeit von Afra und dem Kindsvater statt. Petra wird öffentlich für ihre Arbeit gedankt und bekannt gegeben, dass sie sogar das Angebot, in einer bedeutenden städtischen Klinik zu arbeiten, für ihre Arbeit als Landärztin abgelehnt hat. Petra bekennt, dass sie sich inzwischen dazugehörig fühlt und die kleine Hannerl verkündet, dass Petra und Dr. Rinner heiraten wollen.

Produktion

Die Landärztin wurde unter dem Arbeitstitel Die Landärztin vom Tegernsee in den Divina-Studios in Baldham gedreht. Die Uraufführung erfolgte in verschiedenen Städten am 31. Oktober 1958.

Den im Film enthaltenen Titel Blauer Himmel, weiße Wolken, grüne Wälder komponierte Theo Möhrens.

Die Landärztin inspirierte den ersten Teil der Fernsehreihe Die Landärztin.

Drehorte

Diente im Film als Haus des Bürgermeisters: Marktplatz 4 in Neubeuern

Die Außenaufnahmen stammen keineswegs vom Tegernsee, sondern entstanden zum größten Teil in und um die malerische Ortschaft Neubeuern, die heute zum Landkreis Rosenheim gehört. Der Bahnhof des fiktiven Ortes "Kürzlingen" befand sich in Rohrdorf.

Kritik

Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnete Die Landärztin als „humoristisch eingefärbte[n] Heimatfilm in herkömmlicher Inszenierung – nicht durchweg geschmackvoll.“[1]

Literatur

  • Gerhard Bliersbach: So grün war die Heide. Der deutsche Nachkriegsfilm in neuer Sicht. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1985. ISBN 3-407-85055-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Klaus Brühne (Hrsg.): Lexikon des Internationalen Films. Band 5. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, S. 2156.