Die Rote Zora

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Dieser Artikel erläutert den deutsch-schwedischen Kinofilm von 2008; zu anderen Bedeutungen siehe Rote Zora.
Filmdaten
Deutscher Titel Die Rote Zora
Produktionsland Deutschland, Schweden
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
JMK 6[1]
Stab
Regie Peter Kahane
Drehbuch Peter Kahane
Ronald Kruschak
Christian Zübert
Produktion Malte Grunert
Claudia Schröder
Musik Detlef Petersen
Kamera Dragan Rogulj
Schnitt Gudrun Steinbrück
Besetzung

Die Rote Zora ist ein Kinderfilm des deutschen Regisseurs Peter Kahane aus dem Jahr 2008 nach dem 1941 erschienenen Kinderbuch Die rote Zora und ihre Bande von Kurt Held. Es handelt sich um die zweite Verfilmung des Stoffs, nach der Fernsehserie Die rote Zora und ihre Bande von 1979. An der Produktion waren NDR und Studio Hamburg beteiligt. Finanziell unterstützt wurde der in Montenegro gedrehte Film von der Filmförderung Hamburg.

Handlung[Bearbeiten]

1930er Jahre: Der Jugendliche Branko sucht nach dem Tod seiner Mutter seinen Vater. In einer ungenannten kleinen Stadt an der kroatischen Küste hört er zufällig, wie der Bürgermeister Iveković und der Fischhändler Karaman Pläne schmieden, die die dortigen Fischer in die Armut treiben und Karaman das Monopol auf frischen Fisch sichern sollen. Als Karaman bemerkt, dass sie belauscht werden, lässt er Branko wegen vermeintlichen Diebstahls verhaften. Obwohl sich der Fischer Gorian für ihn einsetzt, wird er ins Gefängnis gesteckt, aber wenig später von der rothaarigen Zora befreit und in ihre Bande aus Waisen aufgenommen, die in einer Burgruine leben. Da sie arm sind, müssen sie Essen stehlen, um zu überleben, weswegen sie als Kriminelle verfolgt werden.

Die Mitglieder der Bande (Zora, Branko, Pavle, Nikola und Đuro) nennen sich Uskoken. Ihr Versteck ist eine Burgruine. Bei einem Kampf mit den Gymnasiasten zieht einer der Gymnasiasten ein Messer und verletzt Pavle. Karamans Sohn, der gefangen genommen wurde, wird von Zora gezwungen, sich splitternackt auszuziehen, um eine Trage anzufertigen. Die Bande zieht sich in ihren Unterschlupf zurück, wird aber von dem Gymnasiast verfolgt. In der Nacht können sie noch rechtzeitig durch einen Geheimgang vor den Polizisten und Karaman fliehen. Da sie Hilfe für den Verletzten benötigen, wenden sie sich an den Fischer Gorian. Er nimmt sie auf.

Die Mitglieder der Bande helfen Gorian beim Fischen. Branko möchte Geige lernen und wendet sich deshalb an die Tochter des Bürgermeisters, Zlata. Sie unterrichtet ihn. Mit Hilfe der Kinder gelingt es Gorian einen großen Thunfischfang zu machen. Durch die Beeinflussung von Karaman findet Gorian keine Käufer für die Fische. Erst als er Karaman droht, die gefangenen Fische frei zu lassen, kauft dieser den Fang. Den größten Fisch möchte Karaman dem Bürgermeister Iveković schenken. Karamans Hund ist dabei widerspenstig und Karaman tötet den Hund. Das eingenommene Geld teilt der Fischer mit den Bandenmitgliedern.

Zora kauft sich ein Kleid und möchte Branko gefallen. Der hat aber nur Augen für Zlata. Branko schwimmt an den Strand zu Zlata, Đuro möchte den vermeintlichen Verräter stellen, wird aber vor dem Strand von einem Riesenkraken angegriffen. Branko hilft ihm. Dadurch finden die Bandenmitglieder wieder zusammen.

Die Mitglieder der Bande hören, dass man früher dem Bürgermeister einen toten Hund geschenkt hat, wenn man ihm nicht vertraut hat. Beim Geburtstagsfest für den Bürgermeister übergibt Karaman diesem den vermeintlichen großen Fisch. Es ist aber ein toter Hund, sein Hund. Die Bürger machen sich über den Vorfall lustig. Zlata ahnt, dass die Bande der roten Zora dahinter steckt. Sie stellt Branko in ihrem Zimmer zur Rede und sagt ihm, dass sie erfahren hat, dass sein Vater auch ein Dieb ist, der mit dem Geld der Kapelle durchgebrannt ist. Sie schließt Branko in einem Zimmer ein und alarmiert die Polizei. Zora, die Branko gefolgt war, kann ihn befreien. Sie werden aber doch entdeckt und gefangen genommen.

Auch der Rest der Bande wird gefangen und muss vor Gericht. Der Bürgermeister fordert drei Jahre und auch Haft für den Fischer Gorian, weil er ihnen geholfen hat. Gorian wendet sich an die Bürger und verweist auf die Gründe für die Untaten der Kinder. Er sucht Menschen, die den Kindern helfen, und findet diese. So finden die Mitglieder der Bande Arbeit, Unterkunft und Auskommen. Zlata verlässt das Dorf, um zu studieren.

Drehort[Bearbeiten]

Bucht von Perast

Wegen der deutlich sichtbaren Modernisierungen der letzten Jahre kam Senj als Drehort nicht mehr in Frage. Die naturbelassene Küste von Montenegro diente als Filmkulisse. Der Küstenort Perast dient im Film als der Ort Senj.

Kritiken[Bearbeiten]

„Das Ergebnis ist ein recht oberflächlicher Film für Kinder, der sich zwar mit den historischen Requisiten viel Mühe gibt, dem es aber kaum einmal gelingt, die Perspektive der Kinder, die eigentlich im Mittelpunkt der Geschichte stehen sollten, glaubwürdig zu vermitteln.“

Lexikon des internationalen Films

„Peter Kahane hat den Roman auf die Eckpunkte der Handlung verkürzt und das Hauptgewicht auf die Action verschoben – mit vielen Verfolgungsjagden durch malerische Gassen und einem turbulenten Kampf mit einem Riesenkraken. Helds Sozialkritik bleibt auf der Strecke. Noch schwerer wiegt die grobe Zeichnung der Bösewichter. Doofe Polizisten gehören mittlerweile zum Klischee des Kinderfilms. Doch selten hat man Dominique Horwitz – mit Glatze, so dass die Ohren noch frecher hervorstehen – und Ben Becker so schlecht gesehen. Einzig Mario Adorf gewinnt mit seiner natürlichen Darstellung Profil.“

Michael Ranze im Hamburger Abendblatt vom 24. Januar 2008[2]

„Über einen gefälligen, an der sozialen Oberfläche klebenden Unterhaltungswert, bei der die Realität der 1930er Jahre durch viele liebevoll in Szene gesetzte Requisiten jener Jahre verklärt und verfälscht wird, kommt der Film nicht hinaus. […] Einzig Mario Adorf als alter Fischer, der sich Zora und ihrer Bande annimmt und sich zum eigenen Nutzen und doch uneigennützig für die Rechte der Kinder stark macht, strahlt so viel Charisma und Natürlichkeit aus, dass er seine Rolle nicht nur zu spielen scheint, sondern sie tatsächlich verkörpert. Bei einem Filmstoff, in dem eigentlich die Jugendlichen und ihre Perspektive im Mittelpunkt stehen sollten, ist das aber zu wenig.“

Holger Twele bei film-dienst[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt von der Filmbewertungsstelle in Wiesbaden das Prädikat „Besonders wertvoll“. In der Begründung heißt es: „Die zeitlosen Themen Freundschaft, Vertrauen, Familie und Sehnsucht nach Geborgenheit, aber auch erste Verliebtheit, Träume und Hoffnungen werden hier humorvoll und behutsam aufgearbeitet, wobei vor allem die hier ebenfalls aufgezeigten Negativseiten des Lebens wie Eifersucht, Enttäuschungen und Verletzungen verhindern, dass der Film in eine allzu heile Weltschau abgleitet.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. http://www.abendblatt.de/daten/2008/01/24/840028.html
  3. http://film-dienst.kim-info.de/kritiken.php?nr=9252
  4. http://www.fbw-filme.de/pdw/Erscheinungsjahr%202008/rote_Zora/rote_zora.htm