Mario Adorf

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Mario Adorf 2005

Mario Adorf (* 8. September 1930 in Zürich) ist ein deutscher Schauspieler mit italienischen Wurzeln. Er gehört zu den profiliertesten zeitgenössischen Darstellern bei Bühne, Kino und Fernsehen. Daneben betätigt sich Adorf als Autor amüsanter Geschichten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Mario Adorf ist das uneheliche Kind der aus dem Elsass stammenden deutschen Röntgenassistentin Alice Adorf und eines verheirateten Italieners, des kalabresischen Chirurgen Dr. Matteo Menniti. Er wuchs bei seiner Mutter in Mayen in der Eifel auf, wo er nach dem Besuch des Borromäerinnen-Kindergartens und der Volksschule die Oberrealschule absolvierte. Ab 1950 studierte er an der wiedergegründeten Universität Mainz Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaften. Er betätigte sich in einer Studentenboxstaffel sowie an der Studentenbühne.

1953 ging er zur Fortsetzung seines Studiums nach Zürich und arbeitete dort als Statist und Regieassistent am Schauspielhaus Zürich. Kurz darauf brach er sein Studium ab. Es folgte eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1954 trat er mehrmals an den Münchner Kammerspielen auf. Im Anschluss an seine Schauspielausbildung hatte Adorf von 1955 bis 1962 bei den Münchner Kammerspielen ein Engagement als Schauspieler.

Nach einigen kleineren Filmrollen wurde er durch seine Darstellung eines psychopathischen Frauenmörders in Nachts, wenn der Teufel kam allgemein bekannt. Danach war er viele Jahre auf Schurkenrollen festgelegt. In Winnetou 1. Teil übernahm er die Rolle von Winnetous bösartigem Gegenspieler Santer, der Winnetous Schwester Ntscho-tschi (Marie Versini) erschoss. In Die Herren mit der weißen Weste war er der Ganove Bruno ‚Dandy‘ Stiegler.

Erfolge feierte Adorf im internationalen Kino. Sein schauspielerisches Repertoire drückte sich meist in Charakteren aus, die zwischen raubeinigen Knechten oder Ganoven und edlen Mafiosi oder ehrenwerten Signori liegen. Auffällig zeigt sich auch Adorfs Vorliebe für die italienische Kultur. In Die Ermordung Matteottis spielte er den „Duce“ Mussolini. Adorf konnte auch seine komödiantischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Auch der Junge Deutsche Film hatte für ihn Verwendung. In Die verlorene Ehre der Katharina Blum mimte er den zwielichtigen Kommissar Beizmenne, in Die Blechtrommel den Vater Matzerath. Mitte der achtziger Jahre wandelte sich sein Film-Image. Adorf wurde zur Idealbesetzung von Patriarchen jeder Art, insbesondere von mächtigen Unternehmern wie in Der große Bellheim.

Er war die deutsche Stimme des Drachen in Dragonheart. Adorf trat zudem in zahlreichen Fernsehfilmen, vorzugsweise in denen des Regisseurs Dieter Wedel, auf und betätigte sich als Theaterschauspieler. In den letzten Jahren trat er mehrfach als Buchautor (und vortragender Sänger) in Erscheinung. 2007 gehört er unter dem Vorsitz des US-amerikanischen Filmemachers Paul Schrader zur Jury der Filmfestspiele von Berlin.

Seine erste Ehefrau war die Schauspielerin Lis Verhoeven. Aus dieser Beziehung stammt die Tochter Stella Adorf, ebenfalls Schauspielerin. Adorf ist seit 1985 in zweiter Ehe verheiratet.

1999 sprach Adorf den Prolog für den Udo-Jürgens-Song „Die Krone der Schöpfung“, welcher mit den Berliner Philharmonikern aufgenommen wurde.

Seine besondere Verbundenheit zu Mayen (Eifel), der Heimat seiner Kindheit, drückte Adorf wiederholt durch örtliche Engagements, zum Beispiel aktuell als Schirmherr der dortigen Burgfestspiele, aus. Die Stadt Mayen verlieh ihm im Jahre 2001 die Ehrenbürgerschaft.

Am 7. Februar 2009 erhielt Mario Adorf den Orden wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalsvereins.

[Bearbeiten] Filme

  • 1954: 08/15
  • 1955: Kirschen in Nachbars Garten
  • 1956: Robinson soll nicht sterben
  • 1956: Mädchen und Männer (La ragazza della salina)
  • 1957: Der Arzt von Stalingrad
  • 1957: Nachts, wenn der Teufel kam
  • 1958: Schwester Bonaventura
  • 1958: Das Mädchen Rosemarie
  • 1959: Bumerang – Regie: Alfred Weidenmann
  • 1959: Das Totenschiff
  • 1959: Am Tag als der Regen kam
  • 1960: Haut für Haut (Le gout de la violence)
  • 1960: Wer sind Sie, Dr. Sorge? (Qui êtes-vous, Dr. Sorge?)
  • 1960: Schachnovelle
  • 1960: Mein Schulfreund
  • 1961: Vergewaltigt in Ketten (A cavallo della tigre)
  • 1962: Straße der Verheißung
  • 1962: Lulu
  • 1963: Winnetou 1. Teil
  • 1963: Es war mir ein Vergnügen
  • 1963: Moral 63
  • 1963: Vorsicht, Mister Dodd
  • 1963: Der letzte Ritt nach Santa Cruz
  • 1964: Die Goldsucher vom Arkansas]
  • 1964: Der Ehekandidat (La visita)
  • 1964: Unser Mann aus Istanbul (Operacion Estambul)
  • 1964: Sierra Charriba (Major Dundee)
  • 1965: Le soldatesse
  • 1965: Vergeltung in Catano (Tierra de fuego)
  • 1965: Spione unter sich (Guerre secrète)
  • 1965: Ich habe sie gut gekannt (Io lo conoscevo bene)
  • 1965: Geheimnis im blauen Schloß (Ten little indians) (Alternativtitel: Da waren´s nur noch neun)
  • 1965: Eine Rose für alle (Una rosa per tutti)
  • 1965: Die Herren
  • 1965: Ganovenehre
  • 1966: Unser Boß ist eine Dame (Operazione San Gennaro)
  • 1966: Zärtliche Haie
  • 1967: Die Über-Sinnliche (Questo fantasmi)
  • 1967: Ladies, Ladies (Le dolci signore)
  • 1968: Engelchen macht weiter – hoppe, hoppe Reiter
  • 1968: Amigos (E per un tetto un ciele di stelle)
  • 1969: Maßnahmen gegen Fanatiker
  • 1969: Die Herren mit der weißen Weste
  • 1969: Das rote Zelt (La tenda rossa)
  • 1969: Fahrt zur Hölle, ihr Halunken (Gli specialisti)
  • 1969/70: Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (L’uccello dalle piume di cristallo)
  • 1970: Ein Fischzug für 300 Millionen (Un’ anguilla da trecente milioni)
  • 1970: Der feurige Pfeil der Rache (L’arciere di Sherwood)
  • 1970: Deadlock
  • 1971: Milano Kaliber 9 (Milano calibro 9)
  • 1971: Malastrana (La corta notte delle bambolo di vetro) | auch als: Das Todessyndrom
  • 1971: Herzbube (King, queen, knave)
  • 1971: Das Syndikat (La polizia ringrazia)
  • 1972: Pinocchio (L’avventure di Pinocchio)
  • 1972: Gewalt – die fünfte Macht im Staat (La violenza: quinto potere)
  • 1972: Der Mafia-Boß – Sie töten wie Schakale (La mala ordine) / auch als: Der Tod des Paten - Die Hände voller Blut
  • 1972: Toll trieben es die alten Germanen (Quando le donne persero la coda)
  • 1973: Die Ermordung Matteottis (Il delitto Matteotti)
  • 1973: Die Reise nach Wien
  • 1973: Ohne Warnung (Sans sommation)
  • 1974: Der Tod trägt schwarzes Leder (La polizia chiede aiuto)
  • 1974: Das Urteil – Prozeß im Schnellverfahren (Processo per direttissima)
  • 1974: Der dritte Grad (La faille)
  • 1975: Warum bellt Herr Bobikow?
  • 1975: MitGift
  • 1975: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
  • 1976: Bomber und Paganini
  • 1977: Gefundenes Fressen
  • 1977: Der Hauptdarsteller
  • 1977: Tod oder Freiheit

[Bearbeiten] Werke

  • 1992: Der Mäusetöter. Unrühmliche Geschichten
  • 1994: Der Dieb von Trastevere. Geschichten aus Italien
  • 1996: Der Fenstersturz und andere merkwürdige Geschichten
  • 2000: Der römische Schneeball. Wahre und erfundene Geschichten
  • 2004: Himmel und Erde. Unordentliche Erinnerungen
  • 2005: Mit einer Nadel bloß

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Literatur

  • Meinolf Zurhorst, Heiko R. Blum: Mario Adorf. Seine Filme – sein Leben. Heyne-Filmbibliothek, Band 176. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05972-7
  • Veronika Moritz: Mario Adorf in CineGraph, Lg. 21 (1993), edition text+kritik

[Bearbeiten] Filmdokumentationen

  • Die Besten im Westen - Mario Adorf. Filmporträt von Ulrike Brincker. Deutschland 2008 (WDR), 45 Minuten

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Mario Adorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Mario Adorf – Nachrichten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ddp Deutscher Depeschendienst GmbH: Mario Adorf bekommt den Orden, vom 6. Februar 2009, abgerufen am 6. Februar 2009
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