Senj

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Dieser Artikel behandelt eine Stadt im kroatischen Küstenland. Eine ähnlich klingende Stadt befindet sich im dalmatinischen Hinterland, siehe Sinj
Senj
Wappen von Senj
Senj (Kroatien)
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44.99017777777814.9014944444440Koordinaten: 44° 59′ 25″ N, 14° 54′ 5″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Wappen der Gespanschaft Lika-Senj Lika-Senj
Höhe: m. i. J.
Einwohner: 7.182 (2011)
Telefonvorwahl: (+385) 053
Postleitzahl: 53 270
Kfz-Kennzeichen: GS
Bootskennzeichen: SE
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Darko Nekić (HDZ)
Postanschrift: Stara cesta 2
53 270 Senj
Webpräsenz:
Blick über den Hafen von Senj

Senj [ˈsɛɲ] (lat. Senia oder Segnia, gri. Attienities (Αθυινιτες), dt. Zengg, ita. Segna) ist eine Stadt in Kroatien, in der Gespanschaft Lika-Senj. Sie ist die älteste Stadt der oberen Adria. Das bekannteste Denkmal von Senj ist die Festung Nehaj, mittelalterliches Zentrum der Uskoken.

Geographie[Bearbeiten]

Senj bildet den größten Ballungsraum an der kroatischen Küste zwischen Rijeka und Zadar. Das Gebiet der Stadt umfasst die Küste in einer Länge von 76 km und befindet sich zwischen dem Meer und den Gebirgszügen Kapela und Velebit. Die Position der Stadt an der Ostküste des Adriatischen Meeres verbindet sie mit den Städten und Ländern des Mittelmeerraums. Straßenverbindungen existieren über die Küstenstraße mit dem Vinodol-Tal und Rijeka im Norden, mit Zadar, Split und Dalmatien im Süden sowie über den Pass Vratnik (700 m über dem Meeresspiegel) mit dem Hinterland. Letztere war der erste Abschnitt der historischen „Josephina“, die bereits von den Römern als Salzstraße genutzt wurde.[1]

Die Stadt gehört sowohl zur katholischen Diözese Gospić-Senj, als auch zum Erzbistumtum Rijeka in der Römisch-katholischen Kirche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung aus dem Jahre 2011 hatte die Verwaltungseinheit Stadt Senj 7.182 Einwohner.

Die Bevölkerung der Stadt nach Nationalität:

  • Kroaten – 6.971 (97,06 %)
  • andere – 211 (2,94 %)

Geschichte[Bearbeiten]

Senj besteht seit über 3000 Jahren, es ist damit eine der ältesten Siedlungen an der kroatischen Adriaküste. Zur Römerzeit war Senia ein bedeutendes Zentrum und Municipium der Provinz Liburnien, wovon zahlreiche archäologische Funde zeugen.

Von der Ansiedlung der Kroaten bis zum 12. Jahrhundert war Senj ein Teil der Pfarre von Gacka und gelangte 1271 in den Besitz der Fürsten von Krk und Vinodol aus dem Geschlecht der Frankopanen. Im Jahr 1469 wurde Senj eine freie Königsstadt und Sitz des gegründeten Kapitanats der kroatischen Militärgrenze. Von 1527 bis 1689 war hier der Sitz der Senjer Uskoken. Nach der Befreiung der Region Lika von den Osmanen kam es erneut zu einem Aufschwung des Handels und der Seefahrt in Senj.

Die Häfen von Rijeka, Senj, Bakar und Kraljevica kämpften lange um die Bedeutung als Haupthafen gegeneinander an. Als 1873 Rijeka an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, verlor Senj seine Bedeutung und den Wettbewerb – Senj wurde von der Eisenbahn umgangen. Dies führte dazu, dass der Warenverkehr zum Großen Teil zum Erliegen kam und die Menschen aus Senj auswanderten. Senj baute erfolgreich eine Holzindustrie auf.

Bei der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg (im Jahr 1943) wurden viele wertvolle Denkmäler zerstört.

Im Gebiet von Senj und Umgebung war seit dem 10. Jahrhundert die glagolitische Schrift im Gebrauch, und die Messe wurde ausschließlich in kroatischer Sprache gehalten. Die älteste der zahlreichen glagolitischen Inschriften ist die „Tafel von Senj“ aus dem 11./12. Jahrhundert (Stadtmuseum). In Senj wurde 1493/1494 die erste kroatische glagolitische Druckerei gegründet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hafen von Senj mit Blick zur Festung Nehaj im Hintergrund

Für die heutige Stadt Senj ist der Tourismus immer zentraler geworden.

Bekannte Personen[Bearbeiten]

Viele Persönlichkeiten der kroatischen Geschichte, die nicht nur für das Leben und die Kultur dieser Stadt, sondern für das gesamte kroatische Volk von Bedeutung sind, wurden hier geboren; oder aber sie kamen während ihrer Schulzeit nach Senj: Das hiesige Gymnasium gilt seit seiner Gründung als das beste und bekannteste Gymnasium in ganz Kroatien.

Bekannte Personen, die in Senj geboren sind[Bearbeiten]

Bekannte Personen, die in Senj ihre Ausbildung gemacht haben[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Festung Nehaj auf dem Berg Nehaj in Senj
  • Die Festung Nehaj
  • Stadtmauer mit den Türmen Lipica und Leo X.
  • Romanische Kathedrale

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Mit der französischen Gemeinde Sorbiers unterhält Senj eine Partnerschaft.

Senj in der Literatur[Bearbeiten]

In Kroatischer und auch in Deutschsprachiger Literatur gab es verschiedene Schriftsteller die verschiedene Werke über Senj geschrieben haben – von Romanen bis zum Wissenschaftlichen Werken.

Romane[Bearbeiten]

  • Čuvaj se senjske ruke“ („Nimmt dich in acht der Senjer Hand“, oder auch „Die Piraten von Senj“) von August Šenoa aus dem Jahr 1876.
  • Posljednji Stipančići“ („Die letzten Stipančići“) von Vjenceslav Novak aus dem Jahr 1899.
  • Die rote Zora und ihre Bande von Kurt Kläber aus dem Jahr 1941, den er unter dem Pseudonym Kurt Held geschrieben hat. Die Geschichte des kleinen Mädchens, das sich mit einer Kinderbande in der Uskoken-Burg Festung Nehaj von Senj versteckt und die Bürger der Stadt ärgert, enthält viele genaue Ortsbeschreibungen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Senj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaić, V. & Strčić, P. (1901), Krčki Knezovi Frankapani, Vol. I, Zagreb: Izdanje ″Matice Hrvatske″, ISBN 86-7071-140-0