Die Sonne, die uns täuscht

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Sonne, die uns täuscht
Originaltitel Утомлённые солнцем (Utomljonnyje solnzem)
Produktionsland Frankreich, Russland
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 152 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Nikita Michalkow
Drehbuch Nikita Michalkow, Rüstəm İbrahimbəyov
Produktion Nikita Michalkow
Musik Eduard Nikolajewitsch Artemjew
Kamera Vilen Kalyuta
Schnitt Enzo Meniconi
Besetzung

Die Sonne, die uns täuscht (in Russisch: Утомлённые солнцем, Utomljonnyje solnzem) ist ein russischer Film des Regisseurs Nikita Michalkow von 1994.

Handlung[Bearbeiten]

Die wörtliche Übersetzung des Filmtitels lautet „Die von der Sonne Ermüdeten“. Der Film handelt vordergründig von einer sowjetischen Familie im Sommer 1936. Der hochrangige Divisionskommandeur Sergej Petrowitsch Kotow, Vater einer kleinen Tochter und Ehemann von Marija, empfängt seinen alten Bekannten Dimitrij, der früher ein enges Verhältnis zu Marija hatte, im Haus der Familie. Um den damaligen Rivalen loszuwerden, hatte der Revolutionsheld Kotow seinen Gegenspieler Dimitrij einst in den NKWD gezwungen, in dessen Auftrag dieser dann die Pariser Emigrantenkreise bespitzeln musste. Zurückgekehrt nach Russland gilt es nun, die alte Rechnung mit Kotow zu begleichen. Der mittlerweile angesehene Agent des NKWD rächt sich an Kotow, indem er mit ihm Katz und Maus spielt und schließlich für seinen Abtransport sorgt – im Rahmen des Großen Terrors vom Sommer 1936. Am Ende des Films sieht man Dimitrij durch Suizid sterben – und, dass Kotow erschossen wurde.

Das Lied[Bearbeiten]

Das Lied, das während des Filmes mehrfach erklingt, war ursprünglich ein polnischer Tango mit dem Titel Ta ostatnia niedziela (Das ist unser letzter Sonntag). In der Sowjetunion bekam er einen neuen Text und wurde zu Утомлённое солнце (Ermüdete Sonne).[1][2] Tatsächlich erschien die im Film verwendete russischsprachige Version jedoch erst 1937, während die Handlung im Jahr 1936 spielt.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein undramatisch inszeniertes Kammerspiel, das vom Beginn der stalinistischen Säuberungsaktionen berichtet. Angelegt zwischen Drama, wehmütiger Komödie und politischer Auseinandersetzung, scheitert der Film letztlich auf allen Ebenen.“

Lexikon des internationalen Films

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Sonne, die uns täuscht wurde 1994 von der Europäischen Filmakademie als „Film des Jahres“ nominiert[3] und gewann im selben Jahr den Großen Preis der Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Darüber hinaus wurde der Film als bester fremdsprachiger Film 1995 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Fortsetzung[Bearbeiten]

2010 verfilmte Nikita Michalkow mit Utomljonnyje solnzem 2 eine Fortsetzung seines Oscar-gekrönten Werkes, in dem er an der Seite von Oleg Menschikow erneut eine der Hauptrollen übernahm.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.russiandvd.com/store/album_asx.asp?sku=23601&track%5Fnumber=02 Lied
  2. http://www.pitt.edu/~slavic/sli/admin/sun.html Text
  3. Webseite der Europäische Filmakademie, abgerufen am 13. Mai 2010.