Amazon.com

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Amazon ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Amazon (Begriffsklärung) aufgeführt.
Amazon.com, Inc.
Logo
Rechtsform Incorporated
ISIN US0231351067
Gründung 1994
Sitz Seattle Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Jeff Bezos
Mitarbeiter 117.300 (2013)[1]
Umsatz 74,45 Mrd. US-Dollar (2013)[2]
Branche Versandhandel
Website amazon.com
Jeff Bezos, Gründer von Amazon.com
Teil des Hauptgeschäftssitzes von Amazon.com in Seattle

Die Amazon.com, Inc. (deutsche Aussprache [amaˈʦoːn] bzw. englisch [ˈæməzən]) ist ein börsennotierter US-amerikanischer Online-Versandhändler mit einer breit gefächerten Produktpalette. Nach eigenen Angaben hat Amazon als Marktführer des Handels im Internet die weltweit größte Auswahl für Bücher, CDs und Videos. Über die integrierten Verkaufsplattformen „Marketplace“ und „z-Shops“ können auch Privatpersonen oder andere Unternehmen im Rahmen des Online-Handels neue und gebrauchte Produkte anbieten. Unter eigener Marke wird neben dem Amazon Kindle als Lesegerät für elektronische Bücher auch der Amazon Kindle Fire, ein Tablet-Computer, vertrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Amazon.com, Inc. ist eine Gründung des Computerwissenschaftlers Jeff Bezos. Die Idee eines elektronischen Buchgeschäfts entstand zusammen mit dem Investor David E. Shaw, als Bezos in dessen Finanzunternehmen D. E. Shaw & Co. arbeitete. 1994 verließ er es, um die Idee allein weiterentwickeln zu können, und gründete noch im selben Jahr das Stammhaus, das US-amerikanische Mutterunternehmen Amazon.com, im US-Bundesstaat Washington als Online-Buchhandlung („online bookstore“). Im Juli 1995 verkaufte das Unternehmen auf seiner Internetplattform sein erstes Buch: Douglas R. Hofstadters Werk Fluid Concepts and Creative Analogies: Computer Models of the Fundamental Mechanisms of Thought.[3] Hierzu lud er 300 Freunde und Bekannte, seine Schöpfung zu testen. In den ersten vier Wochen verschickte das Unternehmen Bücher an Kunden in allen 50 US-Bundesstaaten und in mehr als 45 weitere Länder, im zweiten Monat lag der wöchentliche Umsatz bereits über 20.000 US-Dollar.[4] Im Oktober 1995 öffnete sich die Plattform mit der URL „amazon.com“ der breiten Öffentlichkeit.[5] Bereits 1996 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 15,7 Millionen US-Dollar und es steigerte ihn 1997 auf 147,8 Millionen.[6]

Das Jahr 1998 war durch die Gründung von ersten internationalen Webseiten gekennzeichnet. Mit Übernahme des Unternehmens Telebook Inc. – im April 1998 verkauften die Eigentümer den Mutterkonzern ABC-Bücherdienst GmbH, den damals führenden deutschen Internet-Versandbuchhändler und Online-Pionier, an Amazon für einen zweistelligen Millionenbetrag[7] – trat Amazon in den deutschen Absatzmarkt ein. Damals hatte Telebuch.de Niederlassungen in Spanien, den USA und Namibia. In Deutschland war das Unternehmen Marktführer im Online-Buchhandel. Zum 15. Oktober 1998 wurde die Seite „telebuch.de“ umbenannt in „amazon.de“.[8]

Seit 2006 entwickelt Amazon Web Services (AWS) Infrastrukturdienstleistungen zunächst für andere Unternehmen. Ab dem Jahre 2012 wurden diese Dienste mit der Technologie des Cloud-Computing auch für private Nutzer angeboten.[9] Im Juli 2009 übernahm Amazon für rund 850 Millionen Dollar den Online-Schuhladen Zappos. Amazon kündigte an, den Kaufpreis mit eigenen Aktien im Wert von 807 Millionen Dollar zu begleichen, zusätzlich mit 40 Millionen Dollar in bar für die Zappos-Beschäftigten.[10]

2011 übernahm Amazon den Online-Buchhändler The Book Depository Ltd. und damit den größten Wettbewerber innerhalb Grossbritanniens.[11]Amazon ist neben entsprechenden Angeboten auf der eigenen Plattform auch durch AbeBooks auf dem Gebrauchtbuchmarkt tätig. AbeBooks wurde 2008 von Amazon übernommen.[12] AbeBooks übernahm 2011 außerdem das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB).[13] Dies wird ergänzt durch die 2005 übernommenen Vorläuferfirmen des Onlinepublishers CreateSpace.com, der mit Sitz in North Charleston (USA) seit 2009 als „Independent Publishing Platform“ den Selbstverlag von Büchern als Print- und E-Book-Ausgaben sowie von Datenträgern für Musik- und Filmaufnahmen anbietet.[14] Seit Mai 2011 ist Javari.de ein Tochterunternehmen von Amazon Online. Javari ist ein Premiumanbieter für Schuhe, Handtaschen und Accessoires.[15]

Im März 2012 übernahm Amazon Kiva Systems, ein Anbieter für Lagerhaus-Automation, für 775 Millionen US-Dollar.[16] Im August 2012 wurde bekannt, dass Amazon unter der Firma Amazon Game Studio ein Unternehmen gegründet hat, dessen Zweck die Entwicklung und Vermarktung von Browserspielen ist.[17] Gleichzeitig wurde bereits das erste Spiel mit dem Namen Living Classics auf Facebook veröffentlicht. Nutzer müssen in diesem zahlreiche bewegliche Objekte in animierten Landschaften aufspüren, die wiederum im Stil eines Cartoons gestaltet sind. Im Frühjahr 2013 wurde zudem der Internet-Buchclub Goodreads für 150 Millionen US-Dollar übernommen.[18]

Am 2. Dezember 2013 gab Jeff Bezos in einem CBS-Interview als eine Art Marketing-Gag bekannt, dass Amazon unter dem Label Prime Air die Auslieferung von Bestellungen mit Rotor-Drohnen plane. Die vorgesehenen Drohnen besäßen demzufolge acht kleine Rotoren und könnten eine Nutzlast von maximal 2,5 Kilogramm transportieren. Die Reichweite betrüge 16 Kilometer. Experten zufolge sei dies aber nach jetzigem Stand weder technisch noch rechtlich realisierbar.[19] In Deutschland ist der Einsatz ziviler Drohnen außerhalb der Sichtweite des Piloten nach derzeitiger Rechtslage nicht möglich.

Deutschland[Bearbeiten]

Amazon.com (Deutschland)
Zentrale: München
Zentrale: München
Kundenservicezentrale: Regensburg
Kundenservicezentrale: Regensburg
Kundenservicezentrale/ Entwicklungszentrum: Berlin
Kundenservicezentrale/ Entwicklungszentrum: Berlin
Versandzentrum: Graben
Versandzentrum: Graben
Versandzentrum: Bad Hersfeld
Versandzentrum: Bad Hersfeld
Versandzentrum: Leipzig
Versandzentrum: Leipzig
Versandzentrum: Rheinberg
Versandzentrum: Rheinberg
Versandzentrum: Werne
Versandzentrum: Werne
Versandzentrum: Koblenz
Versandzentrum: Koblenz
Versandzentrum: Pforzheim
Versandzentrum: Pforzheim
Entwicklungszentrum: Dresden
Entwicklungszentrum: Dresden
Standorte von Amazon in Deutschland

Die deutschsprachige Internetseite Amazon.de wird von Amazon EU S.a r.l. in Luxemburg betrieben. Die Entwicklungsabteilung der Webseite Amazon.de in München wurde Mitte 2004 geschlossen und ein Großteil der Mitarbeiter entlassen. Länderspezifische Anpassungen nehmen nun die britische Tochter Amazon.co.uk in Slough oder direkt Amazon.com in Seattle vor. Geschäftsführer von Amazon Deutschland ist seit 2002 der studierte Betriebswirt Ralf Kleber, welcher seit 1999 im Unternehmen ist.[20][21]

Deutschland ist der wichtigste Auslandsmarkt für Amazon: Der Erlös des Deutschland-Geschäfts von Amazon (amazon.de) belief sich im Jahr 2012 auf 8,7 Milliarden Dollar[22](umgerechnet 6,5 Milliarden Euro). Das waren 21 Prozent mehr als im Jahr 2011 (7,2 Milliarden Dollar) und sogar 65 Prozent mehr als 2010 (5,3 Milliarden Dollar). Deutschland stand somit 2012 für 14 Prozent des Gesamtumsatzes von Amazon, der bei 61,1 Milliarden Dollar[22] lag.[23] Gemessen am Gesamtumsatz des deutschen Online-Handels im Jahr 2012, der nach dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels bei 27,5 Milliarden Euro und nach Zahlen des Einzelhandelsverbands bei 29,5 Milliarden Euro lag, erzielt Amazon ein gutes Fünftel oder sogar fast ein Viertel des gesamten deutschen Online-Versandhandelsumsatzes.[23]

In Deutschland unterhält Amazon folgende Standorte:[24][25]

Steuervermeidung mittels Gewinnverlagerung in Steueroasen[Bearbeiten]

Mit dem Double Irish With a Dutch Sandwich-Prinzip vermeidet Amazon weitgehend inländische Ertragsteuerzahlungen und leitet seine deutschen Unternehmensgewinne ins Niedrigsteuerland Luxemburg um. Hierzu gründete der Konzern 2003 und 2004 die Amazon Services Europe SARL, die Amazon Europe Holding Technologies SCS und die Amazon EU SARL mit aktuellem Sitz in Luxemburg. Über die Zeit gelang es Amazon, dort über zwei Milliarden US-Dollar steuerfrei anzusparen.[29][30][31] Der Vorsteuergewinn in Deutschland betrug 2012 laut Presseberichten lediglich 10,2 Millionen Euro und die Steuern 3,2 Millionen Euro. Die in Luxemburg angesiedelte Amazon Europe Holding Technologies wies dagegen 2012 einen Gewinn von 118 Millionen Euro aus, entrichtete aber wegen der Luxemburger Steuergesetze dort keine Steuern.[32]

Unlauteres Verhalten im Wettbewerb: Amazons Preisparitäts-Klausel für Händler[Bearbeiten]

Amazon zwang Händler, die über Amazon ihre Produkte vertreiben wollten, dazu eine Klausel zu akzeptieren, dass sie ihre Produkte nirgendwo billiger anböten als bei Amazon. Hierin sahen deutsche Aufsichtsbehörden eine illegale Behinderung von Wettbewerb. Amazon stellte, nachdem es über drei Jahre von diesem illegalen Verhalten profitieren konnte und diese Praxis maßgeblich den Ruf von Amazon stützte, günstiger zu sein, diese Praxis ab, um einem Kartellverfahren zuvorzukommen.[33]

Österreich und Schweiz[Bearbeiten]

Kunden von Amazon Österreich (Amazon.at) und Amazon Schweiz (Amazon.ch) nutzen die Dienste von Amazon Deutschland (Amazon.de GmbH), wobei aber die Inhalte lokalisiert und die Serviceleistungen abgestimmt sind.[34] Amazon nimmt auch auf diesen Absatzmärkten eine bedeutende Stellung ein.[35]

Internationale Präsenz und weitere Standorte[Bearbeiten]

Der Sitz der Konzernzentrale ist Seattle im US-Bundesstaat Washington, die europäische Unternehmenszentrale und Verwaltungssitz befindet sich in Luxemburg.

Seit 2005 unterhält Amazon ein Software-Entwicklungszentrum in Iași (Rumänien), im Juli 2011 eröffnete Amazon ein Seller Support-Zentrum in Bratislava (Slowakei).

Im Herbst 2013 wurde bekannt, dass Amazon drei neue Versandzentren in Polen plant - eines in der Nähe von Poznań (Posen), die beiden anderen bei ‪Wrocław (Breslau).[36][37][38] Weiters sollten zwei Verteilzentren in Tschechien entstehen, eines in Brünn (Brno), das andere in der Nähe des Flughafens Prag.[39] Im März 2014 wurde bekannt, dass der Bau des Logistikzentrums in Brno vorerst am Votum der Stadtvertretung gescheitert sein dürfte, die Gegner des Projektes argumentierten mit einer zu erwartenden hohen Belastung durch LKW-Verkehr. [40][41][42]

Angebotene Dienste[Bearbeiten]

Amazon betreibt neben dem Hauptgeschäft, klassischen Buchverkauf, zahlreiche weitere Dienste wie beispielsweise die Online-Videothek Lovefilm, den Hörbuchanbieter Audible, das Analyse-Tool Alexa Internet und die Filmdatenbank IMDb. Außerdem entwickelt Amazon seinen eigenen Suchalgorithmus namens A9, welcher für die Suchfunktion auf Amazon eingesetzt wird.

Daneben bietet Amazon auch Auktionen und den privaten oder kommerziellen Verkauf von gebrauchten oder neuen Waren an. Diese Angebote über Amazon sind als Alternativen zum „offiziellen“ Amazon-Produkt (Amazon Marketplace) aufgelistet und erwirtschaften den Hauptanteil des Betriebsergebnisses. Pro verkauftem Artikel behält Amazon eine Provision von 15 Prozent des Verkaufspreises (zzgl. USt) und zusätzlich 1,14 Euro ein sowie eine von Produktgruppe und Käuferland abhängige Versandtransaktionsgebühr, bei Büchern nach Deutschland beispielsweise 1,16 Euro zzgl. USt. Diese Gebühr wird von Amazon auch in dem Fall berechnet, wenn der Artikel privat verkauft (und versendet) wird. Der Käufer zahlt in Deutschland bei gebrauchten Büchern pauschal 3 Euro, womit Versandkosten und Provision abgedeckt sind, auch wenn der einzelne Artikel nur 0,01 Euro kostet. Daneben gibt es weitere Hilfsmittel für Anbieter von Artikeln. Amazon Advantage gibt Unternehmen und natürlichen Personen die Möglichkeit, ihre Produkte über den Amazon-Produktkatalog zu offerieren. Den Versand erledigt die Amazon Logistik GmbH auf Nachfrage („on demand“). Im Gegensatz zu Amazon Marketplace (wo der Verkäufer den Versand und die Logistik organisiert) nimmt Amazon vom Anbieter die Artikel in Kommission und lagert sie im Logistikzentrum. Die Artikel werden im „normalen“ Amazon-Katalog geführt, d. h. nicht über die anderen verfügbaren Plattformen wie Shops, Auktionen oder den Marketplace. Amazon.com vertreibt seit April 2004 auch eigene Produkte unter verschiedenen Handelsmarken wie Strathwood für Gartenmobiliar, Pinzon für den Wohnbereich, Pike Street als Billigmarke und Denali für Werkzeuge.[43] Populär wurde Amazon u. a. auch durch den Einsatz von Recommendation Engines („Kunden, die Produkt A gekauft/gesucht haben, haben auch B gekauft!“).

Seit 2005 bietet Amazon.de einen DVD-Verleih Lovefilm an.[44] Ab Mitte September 2006 startete es den Verkauf von FSK-18-DVDs; einen Verleih von nicht jugendfreien Titeln plante das Versandhaus zunächst nicht. 2008 übertrug Amazon diese Sparte an Lovefilm (Eigenschreibweise LOVEFiLM).[45] Im Januar 2011 wurde bekannt, dass Amazon Lovefilm komplett übernehmen wird. Im März 2013 wurde berichtet, dass Amazon eigene Fernsehserien produzieren will, die exklusiv auf eigenen Streaming-Angeboten vermarktet werden sollen.[46]. Im Februar 2014 wurde das komplette Lovefilm-Angebot in die Amazon-Plattform implementiert.[47] Das Streaming-Angebot nennt sich seitdem Amazon Instant Video.

2005 übernahm Amazon den digitalen Buchdrucker Booksurge[48] und stieg damit in das Print-on-Demand-Geschäft ein.

Amazon.com betreibt auch die Einzelhandelsportale für Unternehmen und Organisationen wie Target, die NBA, Sears Canada, Bebe Stores, Timex, Marks & Spencer, Mothercare und Lacoste. Seit 2. November 2005 ist im Rahmen der Amazon Web Services die Betaversion des neuen Internetservices Amazon Mechanical Turk freigeschaltet, ein Marktplatz für einfache Arbeiten über das Internet.

Auf der amerikanischen Amazon-Seite kann man mithilfe des „Amazon Honor System“ Spendenseiten einrichten, auf denen direkt durch die seiteneigene Kaufabwicklung bezahlt wird. Amazon behält Transaktionsentgelte pro Zahlungsvorgang. Es ist geplant, diesen Service in weiteren Ländern anzubieten.

Anfang August 2007 startete Amazon eine Beta-Version der Online-Bezahlfunktion Flexible Payments Service (FPS).[49] Über ein Partnerprogramm Amazons in den USA, das allerdings nie ausgeübte Patentrechte besitzt, können Betreiber einer Website Links zu Amazon setzen, die rückverfolgbar sind und erhalten bei Kaufabschluss eine Provision. Ergänzend zum Partnerprogramm bietet Amazon seit Sommer 2002 den Zugriff auf seine Produktdatenbank über den Amazon Web Service, einen Webservice, an. Seit 2007 ist es für Websitebetreiber möglich, sich einen eigenen Amazon-Shop zu erstellen. Hinter „Amazon astore“ verbirgt sich ein neues Partnerprogramm, mit dem sich Websitebetreiber den Amazon-Shop mit ausgewählten Produkten oder ganzen Produktkategorien direkt auf die eigene Internetseite holen können.

Im September 2007 startete Amazon in den USA mit der öffentlichen Beta-Phase des Musik-Downloadshops Amazonmp3 und trat damit in den Wettbewerb der Online-Musikdienste ein. Die mehr als zwei Millionen Titel von über 180.000 Interpreten der Partner EMI, Universal und zahlreichen Independent-Labels werden DRM-frei im MP3-Format mit 256 kBit/s angeboten. Mit dem Verzicht auf einen Kopierschutz können die MP3-Dateien auf nahezu allen digitalen Musik-Playern abgespielt und ohne Einschränkung auf CD gebrannt werden. Ausgewählte Songs enthalten digitale Wasserzeichen, die die Dateien als Amazon-Music kennzeichnen. Die Einzeltitel kosten zwischen 89 und 99 US-Cent, Alben zwischen 5,99 und 9,99 US-Dollar. Im April 2009 startete der MP3-Download-Dienst in Deutschland.[50] Der Dienst bietet einige der über Amazon zum Verkauf stehenden CDs als digitale MP3-Downloads zu einem teilweise niedrigeren Preis an. Seit dem 17. April 2012 können Nutzer in Deutschland auf Amazon.de auch Videospiele und Software herunterladen.[51] Der bereits im März 2011 in den USA gestartete Amazon Appstore ist seit 31. August 2012 auch in Europa verfügbar.

Seit November 2007 gibt es auch in Deutschland den Amazon-Prime-Dienst, bei dem nach Zahlung eines jährlichen Mitgliedsbeitrags (29 Euro in Deutschland, in den USA seit 2005 79 US-Dollar) ohne weitere Kosten eine Vielzahl von Bestellungen am nächsten Tag – oder noch schneller mit vergünstigtem Expressversand – ausgeliefert werden.[52] Nach Untersuchungen des Analysten Morningstar hatte Amazon Anfang 2013 alleine in den USA rund 10 Millionen Prime-Kunden, die zusammen rund ein Drittel des operativen Gewinns generierten[53].

Seit 1. Juli 2010 kann man auf Amazon.de auch Lebensmittel bestellen.[54] Bislang war das nur in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich möglich.[55][56]

Amazon Payments (auch „Bezahlen über Amazon“, engl. „Checkout by Amazon“) ist ein Dienst, mit dem Amazon-Kundenkonten auch bei Onlineshops genutzt werden können, die nicht zu Amazon gehören, ohne dass die Zahlungsdaten offengelegt werden müssten. Der Dienst, der seit 27. April 2011 bei den ersten deutschen Händlern verfügbar ist, ist für Kunden kostenlos, während Händler eine Gebühr pro Transaktion zu entrichten haben.[57]

Am 26. Februar 2014 ging unter dem Namen Amazon Instant Video ein Video-on-Demand-Angebot online, welches das Angebot von Lovefilm beinhaltet. Die Marke Lovefilm wurde in diesem Zuge aufgelöst. Die Möglichkeit, Filme und Serien auszuleihen, gibt es mit dem Angebot „Lovefilm DVD Verleih“ unter Amazon Instant Video für 7,99 Euro monatlich weiterhin. Das Prime Angebot wurde um die Amazon Prime Instant Video Funktion erweitert. Gleichzeitig wurde der Jahresbeitrag um 20€ erhöht. Eine Nutzung von Prime in der bisherigen Weise ist nicht mehr möglich.

Technologien und Patente[Bearbeiten]

Im September 1997 wurde die „1-Click“-Funktion eingeführt. Mit ihr ist, basierend auf der Cookie-Technik, der Vorgang der Bestellung mit nur einem Klick möglich. Am 28. September 1999 ließ sich Amazon diese Funktion in den USA patentieren (US-Patent Nr. 5.960.411[58]).[59] Amazon verklagte in den USA erfolgreich andere Unternehmen, auf deren Websites ebenfalls Produkte mit nur einem Klick bestellt werden konnten, obwohl Cookies ursprünglich vom Unternehmen Netscape entwickelt worden waren und es sich bei der One-Click-Technik nach verbreiteter Meinung um ein sogenanntes Trivialpatent handelt. In Deutschland ist eine solche Patentierung nicht zulässig.

Ein weiteres Patent hat das Unternehmen auf ein Nutzerrezensionssystem erhalten, in dem Kauf- und Nutzungserfahrungen der erworbenen Produkte von Kunden für Kunden veröffentlicht werden sollen.[60] Weiterhin hat der Onlinebuchhändler ein Bewertungssystem patentieren lassen, das dem Kunden erlaubt, per Mausklick Rezensionen nach ihrer Qualität zu bewerten.[61]

Kontroversen um Arbeitsbedingungen und Tarifbindung[Bearbeiten]

Versandzentrum in Leipzig

Kritik an Arbeitsbedingungen[Bearbeiten]

Amazon Deutschland war wiederholt wegen der Arbeitsbedingungen in deutschen Versandzentren in den Medien. Ähnliche Kritik häuft sich auch über anderssprachige Ableger des Handelshauses, z. B. Amazon.co.uk.[62][63] Laut einer Reportage des britischen Senders BBC existieren in einem Amazon-Versandlager in Swansea schlechte Arbeitsbedingungen.[64]

Zusätzlich ist die Tarifbindung umstritten. Amazon orientiert sich am Tarifvertrag der Logistikbranche. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert höhere Löhne und tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind.[65]

Warnstreiks Dezember 2013[Bearbeiten]

Kurz vor Weihnachten 2013 rief ver.di ihre Mitglieder in den Zentren Leipzig, Graben und Bad Hersfeld zu Warnstreiks unter dem Motto "Work hard, have fun, make Tarifvertrag" auf. ver.di forderte eine Bezahlung nach den Tarifen des Versandhandels, wie bei Neckermann und Otto üblich. Einen Tag vor Weihnachten 2013 “entließ” Amazon nach Angaben der Gewerkschaft ver.di am erst im November eröffneten Standort Brieselang über 600 befristet Beschäftigte.[66] Amazon Deutschland erklärte, es handle sich um ein Auslaufen von befristeten Verträgen zum Jahresende in Verbindung mit vertraglich vereinbartem Abbau von Urlaub und Überstunden. Die Nichtverlängerung sei bereits bei Vertragsabschluss deutlich gemacht worden. Für (bundesweit) rund 1400 Mitarbeiter würden die Verträge um mindestens ein Jahr verlängert, einige bekämen unbefristete Stellen angeboten. Nach Kritik wegen der hohen Zahl an Leiharbeitsverhältnissen hatte Amazon Deutschland für die Weihnachtssaison 2013 deutschlandweit rund 14.000 Mitarbeiter direkt und befristet angestellt.[67]

Ende Dezember 2013 wurde eine von 1018 Mitarbeitern der Standorte Leipzig und Bad Hersfeld unterzeichnete Unterschriftenaktion veröffentlicht, in der sich die Unterzeichner „von den derzeitigen Zielen, Argumenten und Äußerungen (...) Verdi[s]“ distanzierten. Die Mitarbeiter betonten, dass das von der Gewerkschaft erweckte „negative öffentliche Bild“ sie „bis ins Privatleben“ verfolge. Verdis Darstellungen entsprächen „nicht der Realität und nicht unserem täglichen Arbeitsleben“.[68][69]. ver.di bezeichnete die Aktion als dubios, Unterschriften seien unter Druck bzw. unter Aufsicht des Managements gemacht worden und ein Teil der Unterschriften stamme von inzwischen nicht mehr bei Amazon beschäftigten Saisonarbeitern.[70][71]

Literatur[Bearbeiten]

(chronologisch)

  • Brad Stone: Der Allesverkäufer. Jeff Bezos und das Imperium von Amazon. Campus, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-593-398167.
  • Carsten Knop: Amazon kennt dich schon. Vom Einkaufsparadies zum Datenverwerter. Frankfurter Societäts-Medien GmbH, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-89981-301-2.
  • Jan-Felix Schrape: Gutenberg-Galaxis reloaded? Der Wandel des deutschen Buchhandels durch Internet, E-Books und Mobile Devices (Originaltitel amazon.com, übersetzt von Ursula Held). Überarbeitete Auflage, Hülsbusch, Boizenburg 2011, ISBN 978-3-940317-85-8.
  • James Marcus: amazonia. Fünf Jahre im Epizentrum der E-Commerce-Revolution. Schwarzerfreitag, Berlin 2006, ISBN 3-937623-24-8.
  • Rebecca Saunders: amazon.com. Der schnelle Weg groß zu werden (der Schlüssel zum Verständnis von E-Commerce. Netinvestor), FinanzBuch München 2001, ISBN 3-932114-49-3.
  • Robert Spector: amazon.com. Get Big Fast. Jeff Bezos und die Revolution im Handel. DVA, München 2000, ISBN 3-421-05425-8.

Fernseh- und Radiobeiträge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amazon.com – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amazon.com, Inc.: Amazon.com Announces Fourth Quarter Sales up 20% to $25.59 Billion. Amazon.com, Inc., 30. Januar 2014, abgerufen am 30. Januar 2014.
  2. Amazon.com, Inc.: Amazon.com Announces Fourth Quarter Sales up 20% to $25.59 Billion. Amazon.com, Inc., 30. Januar 2014, abgerufen am 30. Januar 2014.
  3. History & Timeline von Amazon Corporate IR vom Juli 2012
  4. Josh Spiro: The Great Leaders Series: Jeff Bezos, Founder of Amazon.com auf inc.com vom 23. Oktober 2009
  5. World's Largest Bookseller Opens on the Web auf urlwire.com vom 4. Oktober 1995
  6. Gary Rivlin: A Retail Revolution Turns 10. In: The New York Times vom 27. Juli 2012
  7. Kopie der Meldung bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC
  8. Gleich ein “kleiner Fehlstart”: Amazon.de eröffnet offiziell seine Homepage. In: Computerwoche vom 15. Oktober 1998
  9. http://aws.amazon.com/de/what-is-aws
  10. Amazon schluckt Internet-Schuhhändler Zappos 22. Juli 2009
  11. Chally Kacelnik: Amazon has eaten our beloved Book Depository. In: guardian.co.uk, 9. Juli 2011. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  12. Amazon schließt Übernahme von Abebooks ab. In:boersenblatt.net, 2. Dezember 2008. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  13. Abebooks übernimmt das ZVAB. In: boersenblatt.net, 2. März 2011. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  14. About CreateSpaceZu Entwicklung und Geschichte von CreateSpace (engl.)
  15. Javari.de: Hilfe. In: javari.de. Abgerufen am 4. Mai 2011.
  16. Übernahme von „Kiva Systems“ für 775 Millionen US-Dollar
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThomas Freund: Amazon: Entwicklerstudio für Social Games gegründet. In: netzwelt. 7. August 2012, abgerufen am 9. August 2012.
  18. Als würde Amazon Marcel Reich-Ranicki kaufen
  19. Deutsche Post plant Drohneneinsatz wie Amazon. 2. Dezember 2013, abgerufen am 3. Dezember 2013.
  20. Spiegel Online- Amazon-Chef Ralf Kleber zu Ausbeutungs- und Kartellvorwürfen. Artikel vom 21. Februar 2013, abgerufen am 21. Dezember 2013
  21. Amazon.de GmbH - Impressum. Abgerufen am 21. Dezember 2013
  22. a b Melissa Eddy: Amazon to Investigate Claims of Worker Intimidation at Distributor in Germany, In: The New York Times, 15. Februar 2013, gesehen 25. Februar 2013 (englisch)
  23. a b Roland Lindner, Carsten Knop:Online-Handel: Amazon lüftet deutsches Umsatzgeheimnis. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaft, vom 5. Februar 2013
  24. Amazon: Wo wir sind
  25. Locations Europe, Germany
  26. ' .Abgerufen am 21. Dezember 2013
  27. 'SZ-Online - Amazon eröffnet Entwicklungszentrum in Dresden'. Artikel vom 2. Mai 2013, abgerufen am 21. Dezember 2013
  28. heise - Amazon eröffnet Software-Entwicklungszentren in Deutschland. Artikel vom 2. Mai 2013, abgerufen am 21. Dezember 2013
  29. Die Steuertricks von Apple und Amazon. In: Hamburger Abendblatt. 26. November 2012, abgerufen am 15. Dezember 2012.
  30. Kleine Steuern für Amazon & Co. Ein Beitrag von Henry Bischoff im Auftrag des WDR Fernsehen für das Infotainmentmagazin Aktuelle Stunde vom 6. November 2012, 2:31 Min.
  31. Ableger in Luxemburg. Wie Amazon sich ums Steuerzahlen drückt in: Wirtschaftswoche vom 7. Dezember 2012; abgerufen am 14. Februar 2013
  32. http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2013-07/amazon-steuern-deutschland
  33. Preisparität: Kartellamt stellt Verfahren gegen Amazon ein in: Heise vom 26. November 2013; abgerufen am 10. Januar 2014
  34. Thorsten Wiesner: Amazon erweitert Angebot für Österreich und die Schweiz: Länderspezifische Angebote nun auch für deutschsprachige Nachbarländer auf golem.de vom 16. August 2000
  35. Susan Rönisch: Ranking: Die größten Onlineshops Österreichs und der Schweiz auf ibusiness.de vom 17. Januar 2012.
  36. derStandard.at - Amazon verlagert 6.000 Logistik-Jobs nach Polen'. Artikel vom 30. September 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  37. Zeit Online - Amazon lagert nach Polen aus. Artikel vom 7. Oktober 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  38. Spiegel Online - Amazon plant neue Logistikzentren in Polen'. Artikel vom 7. Oktober 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013
  39. Wirtschaftsblatt -Amazon nimmt nach Polen nun Tschechien ins Visier. Artikel vom 22. Oktober 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013
  40. derStandard.at - Amazon darf kein Logistikzentrum bei Brno bauen. Artikel vom 19. März 2014, abgerufen am 19. März 2014.
  41. Wirtschaftsblatt - Brünn verzichtet auf 1500 Jobs durch Amazon. Artikel vom 19. März 2014, abgerufen am 19. März 2014.
  42. Radio Prag - Amazon in Tschechien: Eher Ja in Prag, eher Nein in Brünn. Artikel vom 19. März 2014, abgerufen am 19. März 2014.
  43. Frank Patalong: Amazons Ableger: Der heimliche Hersteller. In: Spiegel online. 24. September 2009, abgerufen am 24. September 2009.
  44. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatOnlinevideothek: Amazon startet DVD-Verleih. In: manager-magazin.de. SPIEGELnet GmbH, 23. Juni 2005, abgerufen am 20. März 2009.
  45. heise.de: LoveFilm übernimmt DVD-Verleih-Service von Amazon Europe, 4. Februar 2008
  46. Amazon produziert Fernsehserien fürs Netz. 18. März 2013, abgerufen am 18. März 2013.
  47. Aus LOVEFiLM wird amazon instant video. 26. Februar 2014, abgerufen am 26. Februar 2014.
  48. Amazon druckt künftig selbst. In: Manager Magazin Online, 5. April 2005. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  49. docs.amazonwebservices.com: Amazon Flexible Payments Service Getting Started Guide
  50. Amazon MP3-Downloads
  51. Download-Portal für Games und Software gestartet, netzwelt, 17. April 2012. Abgerufen am 19. April 2012.
  52. Über Amazon Prime abgerufen am 16. September 2013
  53. Peter Tischer Amazon Prime hat 10 Millionen Mitglieder. Meldung bei CRN.de vom 13. März 2013.
  54. Jürgen Kuri: Amazon startet Online-Handel mit Lebensmitteln, heise online, 1. Juli 2010
  55. Nahrung per Mausklick – Amazon startet Online-Handel mit Lebensmitteln – Meldung vom Tagesspiegel am 2. Juli 2010
  56. lr-online.de: Amazon startet Online-Handel mit Lebensmitteln, abgerufen am 8. August 2010
  57. lr-online.de: Amazon Payments Blog: Checkout by Amazon Now Available in Germany, abgerufen am 23. Oktober 2011
  58. Patent US5960411: Method and system for placing a purchase order via a communications network. Veröffentlicht am 28. September 1999.
  59. Amazon verteidigt 1-Click-Patent –Heise.de-Meldung am 3. Dezember 1999
  60. Amazon erhält Patent auf ein Anreizsystem für nützliche Kundenrezensionen. Heise-Online, 7. Oktober 2008.
  61. Christian Onnasch: Amazon erhält Patent für die Bewertungen von Kundenrezensionen. Handelskraft, 8. Oktober 2008.
  62. Revealed: Amazon staff punished for being ill. Times Online Artikel (englisch) – abgerufen am 23. Oktober 2009
  63. Eine Grippe reicht für den Rauswurf Focus Artikel – abgerufen am 23. Oktober 2009
  64. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDaniel Kortschak: Arbeit bei Amazon kann krank machen. fr-online.de, 26. November 2013, abgerufen am 12. Dezember 2013.
  65. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/im-weihnachtsgeschaeft-verdi-weitet-streiks-bei-amazon-aus/9222568.html
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  67. Twister (Bettina Hammer): Was von den "vorweihnachtlichen Massenkündigungen bei Amazon" übrigblieb. Telepolis, 30. Dezember 2013.
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  71. ver.di: Unterschriften gegen Tarifverhandlungen: Dubiose Aktion bei Amazon. verdi.de, 8. Januar 2013, abgerufen am 11. Januar 2014.
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47.6227-122.3362Koordinaten: 47° 37′ 21,7″ N, 122° 20′ 10,3″ W