Die Treue der Frauen

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Treue der Frauen
Originaltitel La Fidélité
Produktionsland Frankreich, Portugal
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 159 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Andrzej Żuławski
Drehbuch Andrzej Żuławski
Produktion Paulo Branco
Musik Andrzej Korzyński
Kamera Patrick Blossier
Schnitt Marie-Sophie Dubus
Besetzung

Die Treue der Frauen ist ein französisches Filmdrama aus dem Jahr 2000 mit Sophie Marceau in der Hauptrolle. Andrzej Żuławski führte Regie und verfasste zudem das Drehbuch. Als Vorlage diente ihm dabei Madame de La Fayettes 1678[1] erschienener Roman La Princesse de Clèves. Sophie Marceau spielt eine Frau, die zwischen zwei Männern hin und her gerissen ist, aber den Eheschwur niemals bricht.

Handlung[Bearbeiten]

Die attraktive, erfolgreiche Fotografin Clélia holt ihre kranke Mutter zu sich nach Paris, um ihr im Alter zur Seite stehen zu können. Den Mann fürs Leben hat sie noch nicht gefunden. Clélia arbeitet als Pressefotografin bei dem Medienmogul MacRoi und liefert Bilder für seine Boulevardzeitung. Bei einem Bummel durch die Stadt lernt sie den charmanten und gut situierten Clève kennen. Leicht in die Jahre gekommen hat er sich entschlossen eine Familie zu gründen. Niemand außer Clélia soll es sein, das ist schon bei der ersten Begegnung seine feste Überzeugung. Sie zieht mit ihrer Mutter zu ihm und sie schließen den Bund der Ehe.

Während ihrer Hochzeitsreise stirbt Clélias Mutter. Der einsetzende Trauerschmerz lässt Clélia den Alltag nur schwer ertragen, sie wirkt ruhelos und nervenschwach. Ihr Kollege und Paparazzo Némo, dessen Umwerben sie stets mit dem Eheschwur im Bewusstsein widersteht, ist eine Stütze und schlägt sportliche Betätigung als Ausgleich vor. Zwischen ihnen entsteht eine tiefe innere Verbundenheit, bei der sie sich in gewissen Momenten auch ohne Worte verstehen. Clève, den sie nach wie vor siezt, spürt ihre innere Zerrissenheit. Sie gibt ihm zu verstehen, dass sie einen anderen Mann begehrt, aber das sei ohne Bedeutung für ihre Ehe. Clève ist sogar bereit sie freizugeben, um sie glücklich zu sehen, so unermesslich groß ist seine Liebe. Aber Clélia ist das Eheversprechen heilig.

Immer wieder, wie z. B. auf der Hochzeitsfeier von MacRois Tochter Julia, auf der auch Némo anwesend ist, kommt es zu Spannungen zwischen den Eheleuten. Clève scheint nun zu wissen, dass Clélias Aufmerksamkeit ihrem Kollegen Némo gilt. Eines Tages beginnt Clélia ihren Mann zu duzen, ihr ist der Respekt verloren gegangen. Clève glaubt nicht an eine platonische Liebe zwischen Némo und Clélia, so oft Clélia ihre Treue auch bekräftigt. Clève fühlt sich ungeliebt und reist enttäuscht zu einer Buchmesse. Er will Gewissheit für Clélias Untreue und beauftragt einen früheren Studienkollegen mit der Beschattung seiner Frau. Er bekommt ein Foto geliefert, das beide in einer vertraulichen aber harmlosen, rein platonischen, zärtlichen Situation zeigt.

Némo begibt sich durch seine journalistische Tätigkeit mehrfach in Gefahr, da er illegalem Organhandel auf der Spur ist. Sein Chef MacRoi veröffentlicht den Skandal und wird dafür bei einem Attentat getötet. MacRois Tochter Julia übernimmt ab nun die Leitung des Medienkonzerns und verkündet bei einer Mitarbeiterkonferenz, die ohnehin schon schmutzige journalistische Berichterstattung in Zukunft noch zu verschärfen. Bei der Gelegenheit entlässt sie Clélia im Beisein Clèves, weil nun angeblich Beweise für ihre Untreue existieren – die Fotos. Beim Verlassen des Bürogebäudes erleidet Clève einen tödlichen Unfall. Clélia verspricht nach seiner Beerdigung zu büßen und lebt fortan in der Abgeschiedenheit eines Klosters. Die letzte Einstellung deutet an, dass Némo sie dort aufspürt und ihr nachreist.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Budget des Films betrug 6,3 Mio. Euro.[2] Am 11. Mai 2006 wurde eine DVD zum Film veröffentlicht.[3]

Der Roman von Madame de La Fayette wurde in Frankreich insgesamt vier mal verfilmt:[4][5]

Trivia

Die Protagonistin Sophie Marceau war 17 Jahre mit dem Regisseur des Films liiert. Sie haben einen gemeinsamen Sohn (* 1995).[1]

Kritiken[Bearbeiten]

„Auf einem sehr anspruchsvollen Niveau, präsentierte dieser Film seinem Zuschauer das Verhalten von Menschen, die sich zueinander hingezogen fühlen. […] Dadurch, dass den Emotionen der verschiedenen Charaktere vollkommen freier Lauf gelassen wird, erscheint die Geschichte überdurchschnittlich authentisch und ehrlich. Verschönigungen liegen hier fernab des Denkbaren, so dass dabei weder sehr gewaltvolle Szenen, noch extrem gefühlsvolle Erotikszenen ausgespart werden. Entstanden ist dadurch eine schockierende, aber stellenweise auch faszinierende Geschichte, die es versteht seinen Zuschauer zu fesseln.“

Kathrin Lang [3]

„Die Bild- und Tonqualität sind bestens, auch die Dialoge lassen nichts zu wünschen übrig. Die schauspielerische Leistung, insbesondere von Sophie Marceau hat mich überzeugt.“

Helga König [6]

„Mit diesem Liebesdrama, das lose auf Madame La Fayettes 1678 erschienenen Roman "Die Prinzessin von Clèves" basiert, zeigte sich Andrzej Zulawski ("Nachtblende", "Meine Nächte sind schöner als deine Tage") in seinem Spätwerk respektlos, faszinierend und polarisierend wie immer. Elegant inszeniert, mit der erotischen Sophie Marceau in der Hauptrolle, konfrontiert Zulawski seine Charaktere mit traditionellen Vorstellungen von Verlangen und Treue und kommt zu ungewöhnlichen Schlussfolgerungen.“

Prisma [1]

„In rasanten Bildfolgen entfesselt der Film Hysterie, Tod, Melancholie, Hass, Wut, Verzweiflung und Zärtlichkeit. Ein ebenso atemberaubendes wie anstrengendes Werk.“

Lexikon des Internationalen Films [7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Die Treue der Frauen auf prisma.de
  2. http://www.jpbox-office.com/fichfilm.php?id=2527
  3. a b Die Treue der Frauen auf moviesection.de
  4. Die Treue der Frauen in der Online-Filmdatenbank
  5. http://www.allocine.fr/film/fichefilm-23471/secrets-tournage/
  6. http://helga-koenig-filmwelt.blogspot.de/2010/09/rezension-die-treue-der-frauen-andrzej.html
  7. Die Treue der Frauen im Lexikon des Internationalen Films