Diego de Ordás

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Diego de Ordás y Girón (* 1485 in Castroverde de Campos, Zamora; † 1532 auf Paria, Venezuela) war ein spanischer Konquistador. Als einer der ersten Europäer nahm er an der Erforschung Kolumbiens und Panamas teil.

Einsatz in Neuspanien[Bearbeiten]

Ordás bestieg als erster Europäer den Vulkan Popocatépetl.

Im Jahre 1518 schloss er sich Hernán Cortés mit einem Schiff an und nahm aktiv an der Eroberung Neuspaniens teil. Wahrscheinlich wurde er von Diego Velázquez de Cuéllar dazu veranlasst. Denn zu dieser Zeit war er der Haushofmeister des Velázquez (Gouverneur von Kuba) und hatte möglicherweise die Aufgabe, Cortés zu überwachen. Am 25. März 1519 kämpfte er bei der Schlacht von Cintla, beim Fluss Grijalva in Tabasco, gegen die Mayakrieger.[1] Als Cortés sich von seinen Männern zum Generalkapitän wählen ließ, legte Ordás formellen Einspruch ein und wurde in Ketten gelegt. Später ließ er sich überzeugen und folgte Cortés als treuer Gefolgsmann. Ordás bestieg als erster Europäer, in Begleitung von zwei Waffengefährten, den Popocatépetl.[2] Dafür erlaubte Kaiser Karl V. ihm, einen feuerspeienden Vulkan in sein Wappen aufzunehmen. Als Diego Velázquez de Cuéllar 1520 eine Flotte mit einer Armee von 1200 Männern unter Pánfilo de Narváez nach Neuspanien schickte, um Cortés zu verhaften, kämpfte Ordás an der Seite von Cortés gegen Pánfilo de Narváez und seinen alten Dienstherrn. Die Flucht aus Tenochtitlan und die Noche Triste überlebte er knapp. Er wurde mehrfach von aztekischen Kriegern verwundet. An der folgenden Belagerung und Eroberung Tenochtitlans nahm er im Rang eines Hauptmanns teil. Diego de Ordás erforschte später die Provinz Oaxaca und befuhr den Coatzacoalcos-Fluss. Während Cortés Honduras eroberte, ging das Gerücht seines Todes in Neuspanien um. Ordás wollte sich selbst ein Bild machen, segelte nach Honduras und erfuhr dort Nachrichten, die das Gerücht anscheinend bestätigten. Damit segelte er zurück nach Neuspanien und brachte Cortés dadurch in arge Schwierigkeiten. Der Generalkapitän wurde für tot erklärt und sein Besitz verteilt.

Spanien und Südamerika[Bearbeiten]

Cortés schickte im Jahre 1521 Diego de Ordás nach Spanien, um dem Kaiser den Bericht von der Eroberung Neuspaniens zu überreichen. Etwa 1525 kehrte er nach Neuspanien zurück. Dort hörte er von El Dorado und machte sich in Kolumbien und Venezuela auf die Suche. Er befuhr den Orinoco auf 300 Kilometer Länge, ohne El Dorado zu finden. Im Jahre 1532 starb er auf der Halbinsel Paria im heutigen Venezuela.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernal Díaz del Castillo Die Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Mexiko S. 89
  2. Bernal Díaz del Castillo Die Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Mexiko S. 202

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]