Oberbefehlshaber

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Ein Oberbefehlshaber (OB) ist ein militärischer oder ziviler Vorgesetzter, der

Gebräuchlich ist ferner die Bezeichnung Oberkommandierender. Andererseits wurde in der deutschen Reichswehr zwischen Befehls- und Kommandogewalt unterschieden, und es wurden die Führungskompetenzen zwischen dem Reichspräsidenten als Oberbefehlshaber und den Chefs der Heeresleitung und der Marineleitung als Oberkommandierende aufgeteilt.

Außerdem ist teilweise auch Generalissimus als Bezeichnung für einen Oberbefehlshaber in Gebrauch. Häufig übt ein Staatsoberhaupt die Funktion des Oberbefehlshabers aus.

Deutschland[Bearbeiten]

Die Bundeswehr verfügt über keine Großverbände der Größenordnung Armee oder Heeresgruppe. Die Befehlshaber der drei Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine heißen Inspekteure. Der Inspekteur des Heeres, der Inspekteur der Luftwaffe, der Inspekteur der Marine, der Inspekteur des Sanitätsdienstes und der Inspekteur der Streitkräftebasis sind dem Generalinspekteur der Bundeswehr unmittelbar unterstellt.

In Friedenszeiten hat in Deutschland laut Artikel 65 a Grundgesetz der Verteidigungsminister die Befehls- und Kommandogewalt inne. Die interne Bezeichnung lautet deshalb auch IBuK (Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt). Der Verteidigungsminister wird vom Generalinspekteur der Bundeswehr beraten.

Sobald nach Artikel 115a Grundgesetz der Verteidigungsfall festgestellt wird, geht laut Artikel 115b Grundgesetz die Befehls- und Kommandogewalt auf den/die Bundeskanzler/in über.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich ist laut Artikel 80 der Bundesverfassung der Bundespräsident Oberbefehlshaber des Bundesheeres. Er verfügt aber über keine unmittelbare Befehls- und Verfügungsgewalt.

Schweiz[Bearbeiten]

Im Frieden führt der Chef der Armee die Schweizer Armee. Er bekleidet den Dienstgrad Korpskommandant und wird vom Bundesrat gewählt. Im Verteidigungsfall wählt die Vereinigte Bundesversammlung auf Vorschlag des Bundesrates einen Oberbefehlshaber im Dienstgrad General, der für die Dauer des Krieges die Armee führt.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Während ihm die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte obliegt, hat allein der Kongress der USA das Recht, den Krieg zu erklären.

Oberbefehlshaber der National- und Staatsgarden der US-Bundesstaaten sind die jeweiligen Gouverneure.

NATO[Bearbeiten]

Bei der Übersetzung von Bezeichnungen von NATO-Befehlshabern richtet sich die genaue Bezeichnung nach der Führungsebene innerhalb der NATO-Kommandostruktur.

Bis zur Inkraftsetzung der aktuell gültigen Struktur wurde unterschieden zwischen Major NATO Commanders (Oberste NATO-Befehlshaber), Major Subordinate Commanders (Oberbefehlshaber) und Principal Subordinate Commanders (Befehlshaber).[1]

In der aktuellen Struktur finden sich Oberste NATO-Befehlshaber auf der (militär-)strategischen Ebene mit dem Obersten Alliierten Befehlshaber Europa (Supreme Allied Commander Europe – SACEUR) und dem Obersten Alliierten Befehlshaber Transformation (Supreme Allied Commander Transformation – SACT).

Die Führer des Bündnisses (z. B. SACEUR), der alliierten regionalen Streitkräfte (Joint Forces Commands), bestehend aus Großverbänden aller Teilstreitkräfte und der multinationalen Armeen und Heeresgruppen, ausschließlich bestehend aus Großverbänden einer Teilstreitkraft (CC-AIR, CC-Mar, CC-Land) sind Oberbefehlshaber. Der Oberste Alliierte Befehlshaber der NATO wird häufig auch Oberkommandierender genannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Oberbefehl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Supreme Commander. In: Trevor Nevitt Dupuy, Curt Johnson, Grace P. Hayes: Dictionary of Military Terms. A Guide to the Language of Warfare and Military Institutions. The H. W. Wilson Company, New York NY 1986, ISBN 0-8242-0717-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NATO-Handbuch 2001Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter auf nato.int (PDF, 2,18 MB).