Donaubrücke 2

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43.99398888888922.906663888889Koordinaten: 43° 59′ 38,4″ N, 22° 54′ 24″ O

f1

Donaubrücke 2

(Brücke Neues Europa)

Donaubrücke 2 (Brücke Neues Europa)
Die Donaubrücke 2 (August 2012) vom rumänischen Ufer aus.
Offizieller Name Widin-Calafat-Brücke
Nutzung Eisenbahn- und Straßenbrücke
Überführt

folgende Verkehrsträger:

  • eingleisige Bahnstrecke
  • je 2 Fahrspuren pro Richtung für den Straßenverkehr
  • kombinierten Fußgänger- und Fahrradweg
Querung von

Donau, km 796

Ort Widin, Calafat
Konstruktion Schrägseilbrücke, Extradosed-Brücke
Gesamtlänge 3598 m (1791 m davon über die Donau)[1]
Breite 31,35 m
Längste Stützweite 180 m[1]
Höhe 44,77 m[1]
Baukosten 146 Mio.€[2]
Baubeginn 2007
Fertigstellung Oktober 2012[1][3][4]
Eröffnung 14. Juni 2013[5]
Planer Carlos Fernández Casado S.L.
Lage
Donaubrücke 2 (Bulgarien)
Donaubrücke 2

Die Donaubrücke 2 (Brücke 'Neues Europa'), auch Brücke Widin–Calafat genannt (bulgarisch Дунав мост 2, bzw. Мост Видин-Калафат; rumänisch Podul Calafat-Vidin) ist eine Brücke über die Donau zwischen der bulgarischen Stadt Widin und dem rumänischen Calafat. Sie ist neben der Giurgiu-Russe-Freundschaftsbrücke erst die zweite feste Querung der Donau zwischen den beiden Ländern. Sie ist Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors IV.

An dieser Stelle ist das rumänische Ufer höher als das bulgarische, das von Deichen geschützt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Projekt für den Bau einer zweiten Brücke über die Donau zwischen Rumänien und Bulgarien wurde 1974 verabschiedet und sollte zwischen Turnu Măgurele und Nikopol erfolgen. Anfang der 1990er Jahre, während des Embargos aufgrund der Jugoslawienkriege, stand der Plan wieder zur Diskussion. Es wurden neue Verbindungen zwischen Rumänien und Bulgarien diskutiert: Widin–Calafat, Nikopol–Turnu Măgurele, LomRast, OrjachowoBechet und GigenCorabia.[6]

Anfang 2000 konnten sich beide Länder im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa über einen Bau bei Widin–Calafat einigen. Zwischen 2001 und 2003 wurden die Wirtschaftlichkeit und die Finanzierungsmöglichkeiten geprüft sowie geologische Untersuchungen vorgenommen. Nach der Zustimmung zur Finanzierung, die großteils von Bulgarien übernommen wurde, wurde nach einer 2006 durchgeführten Ausschreibung die spanische Fomento de Construcciones y Contratas Anfang 2007 mit dem Bau beauftragt. Der Bau sollte bis 2010 beendet sein, der Zeitplan wurde jedoch wegen der geologischen Struktur und der verspäteten rumänischen Baugenehmigung verlängert.[6] Am 20. Dezember 2012 konnte schließlich der Rohbau an den Bauherrn übergeben werden. Es folgten Anschlussarbeiten im Bereich Gleis- und Straßenbau.

Die offizielle Eröffnung erfolgte am 14. Juni 2013.[5][7] Die Verkehrsfreigabe der zweiten Donaubrücke, die 'Neues Europa' getauft wurde,[8] war um Mitternacht, also Samstag am 15. Juni 2013 um 0:00 Uhr.[9]

Bis Ende Juni war die Überquerung der Brücke kostenlos.[10] Die Nutzung der Brücke ist für Fußgänger und Radfahrer weiterhin kostenlos, für die Überquerung mit Kraftfahrzeugen wird eine Maut erhoben. Bisher hatten Transportunternehmer für Fahrten nach Westeuropa die Wahl zwischen dem weiten Umweg über Russe oder die langen Wartezeiten für den Zoll an der serbischen Grenze in Kauf zu nehmen, um die teure und nur stündlich verkehrende Fähre bei Widin zu umfahren. Der Pkw-Fährpreis lag damals bei EUR 30,–, für Lkw EUR 105,–.

Am 28. Oktober 2013 wurden schwere Baumängel an der Brücke bekannt: Es waren Schlaglöcher im Asphalt entstanden, weil die Entwässerung nicht in Ordnung war. Laut Schlagzeilen in den Medien bestand möglicherweise sogar Einsturzgefahr, [11] was aber stark übertrieben war. Es bestand das Risiko dass Wasser unter der sich lösenden Asphaltschicht durch die beschädigte Abdichtung in den Beton der Brücke eindringt, was im Winter dann zu Schäden an tragenden Teilen der Konstruktion hätte führen können. Durch rechtzeitiges Eingreifen konnten derartige Folgeschäden jedoch verhindert werden. Weil mit der spanischen Baufirma FCC keine Garantie oder Regresspflicht vereinbart worden war, müssen die angrenzenden Länder wahrscheinlich die Sanierung bezahlen.[12]

Die Brücke im März 2013, von Calafat aus

Maut[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 2013 werden folgende Mautgebühren erhoben:[13]

Fahrzeugart Euro
Pkw bis 8+1 Sitzplätze, bis 3,5 t 06
Lkw bis 7,5 t, Busse mit 9 bis 23 Sitzplätzen 12
Lkw bis 12 t 18
Lkw über 12 t mit bis zu 3 Achsen; Busse über 23 Sitzplätze 25
Lkw über 12 t über 3 Achsen 37
Fußgänger, Radfahrer kostenlos

Anbindung[Bearbeiten]

Die neue Brücke mit ihren vier Fahrspuren ist gegenüber der örtlichen Infrastruktur stark überdimensioniert. Ihre beiderseitige Anbindung an das Straßennetz ist dagegen aus dem vorigen Jahrhundert. Das resultiert aus dem bisherigen geringen Verkehrsaufkommen, als es nur eine Fähre als Verbindung gab. Das Bild zeigt die Europastraße E79/bulgarische Fernstraße Nr. 1 zwischen Widin und Montana mit guter Fahrbahndecke und frei von Stau oder Schwerlastverkehr. Von der Brückenabfahrt auf bulgarischer sind bis zur Autobahn 200 Kilometer bzw. drei Stunden Fahrzeit. Auf der Strecke gibt es keine Ortsumleitungen, der gesamte Schwerverkehr geht jeweils durch die Ortsmitte. Im weiteren Verlauf Richtung Sofia ist dann die Fernstraße 81 mit ihren Bergpässen und Haarnadelkurven ein noch größeres Hemmnis für den LKW-Verkehr.

LKWs werden zwischen Vidin und Sofia über Vraca und Botevgrad geleitet, denn die Fernstraße 81 über den Bergpaß „Petrohanski Prohod” ist für LKWs über 10 Tonnen die von Montana über Berkovica und Kostinbrod nach Sofia fahren möchten verboten. Die Fernstraße 81 ist eher ein Zubringer zum Naturschutzreservat Gornata Koria/Горната кория. Ein Autobahnausbau mit Viadukten und Tunnel wie bei Botevgrad ist am Petrohanski Prohod nicht zu erwarten.

Allerdings ist für die Fernstraße 1/E79 von Botevgrad nach Montana und Vidin eine Schnellstraße (skorosten pât) geplant.

Auf rumänischer Seite gibt es eine Vorplanung für eine Autobahn A6 zwischen Lugoj und Calafat. Der kürzeste Weg von Calafat nach Timisoara und Szeged (in Ungarn) führt über die Regionalstraße 56A, durch zahlreiche Dörfer und über Vânju Mare, nach Drobeta Turnu Severin, wo es über die Fernstraße 6/E70 weiter geht bis zur Autobahn A1 bei Lugoj. Der LKW-Verkehr von Calafat nach Drobeta Turnu Severin wird umgeleitet über die Fernstraße 56 nach Craiova, weil LKWs auf der Regionalstraße 56A verboten sind. An der Fernstraße 6/E70 zwischen Lugoj und Drobeta Turnu Severin wurden einige Ortsumfahrungen gebaut. Bilder davon sind im SkyScraperCityForum zu finden.

Finanzierung[Bearbeiten]

Gesamtkosten und deren Quellen[Bearbeiten]

Die Kosten der gesamten Brücke beliefen sich auf ca. 300 Mio. Euro. Davon fielen auf bulgarischer Seite 225 Mio. Euro an und auf rumänischer 48 Mio. Euro. Der bulgarische Anteil wurde wie folgt finanziert:

Der rumänische Anteil wurde ebenfalls zu großen Teilen aus dem EU–Programm ISPA finanziert.

Kosten und deren Aufteilung[Bearbeiten]

  • Gesamtkosten Projekt 256 Mio. Euro[14]
  • Planung und Bau der Brücke 146 Mio. Euro[14]
  • Bauaufsicht der Brücke 18 Mio. Euro[14]
  • Zubringer Infrastruktur 77 Mio. Euro[14]
  • Bauaufsicht Zubringer Infrastruktur 6,5 Mio. Euro[14]
  • Projektmanagement 8 Mio. Euro[14]
  • Abkauf Grundstücke 1 Mio. Euro[14]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Donaubrücke 2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Die Bewohner von Widin und Calafat können sich gegenseitig über die Donaubrücke besuchen. mediapool.bg, 24. Oktober 2012, abgerufen am 24. Oktober 2012 (bulgarisch).
  2. Brücke Nr. 2 soll Grenze und Hürde überwinden in DerStandard vom 9. Januar 2013
  3. Ortenaukreis: Vidin. In: Badische Zeitung. Abgerufen am 8. Mai 2012. ; noch 18 Meter Lücke in Brücke, novinite.com , 3. Oktober 2012
  4. http://bnr.bg/sites/de/Lifestyle/BulgariaAndEurope/Pages/251012_%D0%902.aspx , Fertigstellung der Brücke , 25. Oktober 2012
  5. a b Die Brücke im Nirgendwo. In: tagesschau.de. 14. Juni 2013, abgerufen am 14. Juni 2013.
  6. a b Chronologie der Donaubrücke 2. Dnevnik, 24. Oktober 2012, abgerufen am 24. Oktober 2012 (bulgarisch).
  7. Donau: Ein Brückenschlag weckt Hoffnung, Schweizer Radio und Fernsehen vom 14. Juni 2013, abgerufen am 22. Juni 2013
  8. Kommissar Hahn begrüßt Eröffnung der Brücke „Neues Europa“ als kraftvolles Symbol der europäischen Zusammenarbeit
  9. Erste Fahrt mit dem Auto über die Donaubrücke 2, von „Nedy Bulgaru“ und „Gusterbo“.
  10. До края на месеца важи гратисния период, в който преминаващите по моста водачи не заплащат такса, а след това тази привилегия остава само за велосипедисти и пешеходци.
  11. Neue Donaubrücke zwischen Bulgarien und Rumänien droht einzufallen
  12. a b Donaubrücke Neues Europa droht der Zusammenbruch auf: www.krone.at
  13. ПОСТАНОВЛЕНИЕ № 134 ОТ 14 ЮНИ 2013 Г. на Министерски съвет. In: ДВ. Nr. 54, 14. Juni 2013.
  14. a b c d e f g Общата стойност на разходите за проектирането и строителството на „Дунав мост 2” възлиза на 255 660 901 евро, 7 септември 2013, 14 юни 2013 auf www.focus-news.net