Extradosed-Brücke

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Gantertalbrücke, Ingenieur: Christian Menn, Beispiel für eine Extradosed-Brücke
Sunnibergbrücke, Ingenieur: Christian Menn, Beispiel für eine Extradosed-Brücke

Als Extradosed-Brücke (extradosed bridge) wird eine neue Brückenkonstruktion bezeichnet (Brücke mit außerhalb der Querschnittsumhüllenden liegenden Spanngliedern) die das Tragverhalten einer Schrägseilbrücke und einer Balkenbrücke kombiniert. Die Bezeichnung leitet sich aus dem englischen Wort „extrados“ für „Gewölberücken“ ab.

Die flach geneigten Schrägseile wirken wie eine oben liegende Voute. Sie tragen den Überbau von einem relativ niedrigen Pylon aus und spannen den Überbau gleichzeitig vor. Die Pylone können viel niedriger sein, als sie bei einer reinen Schrägseilbrücke sein müssten. Der Überbau benötigt andererseits eine geringere Bauhöhe als eine Balkenbrücke mit innen liegender Vorspannung. Das Tragsystem kann auch als „überspannter Durchlaufträger“ bezeichnet werden.

Auch hinsichtlich der Spannweite von Brücken sind Extradosed-Brücken ein Zwischenglied zwischen Balkenbrücken und Schrägseilbrücken. Balkenbrücken sind bei kleinen Spannweiten bis zu etwa 150 m wirtschaftlich, Schrägseilbrücken bei Spannweiten ab etwa 250 m.

Die Bauweise wurde in Japan entwickelt und dort zuerst angewandt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Vogel, Peter Marti (Hrsg.): Christian Menn – Brückenbauer 2., ergänzte Auflage, vdf Hochschulverlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-7281-3137-9 (= Gesellschaft für Ingenieurbaukunst. Band 3).

Weblinks[Bearbeiten]