Doxycyclin

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Strukturformel
Strukturformel von Doxycyclin
Allgemeines
Freiname Doxycyclin
Andere Namen

(4S,4aR,5S,5aR,6R,12aS)- 4-Dimethylamino- 3,5,10,12,12a-pentahydroxy-6-methyl-1,11-dioxo- 1,4,4a,5,5a,6,11,12a-octahydrotetracen- 2-carboxamid

Summenformel
  • C22H24N2O8 (Doxycyclin)
  • C22H24N2O8·H2O (Doxycyclin·Hydrat)
  • C22H24N2O8·1/2 C2H61/2 H2O (Doxycyclin·Hemiethanolat·Hemihydrat)
CAS-Nummer
  • 564-25-0 (Doxycyclin)
  • 17086-28-1 (Doxycyclin·Hydrat)
  • 24390-14-5 (Doxycyclinhemiethanolat·Hemihydrat, Doxycyclinhyclat)
PubChem 5281011
ATC-Code
DrugBank APRD00597
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antibiotika (Tetracycline)

Wirkmechanismus

Hemmung der ribosomalen Proteinbiosynthese

Eigenschaften
Molare Masse
  • 444,43 g·mol−1 (Doxycyclin)
  • 462,45 g·mol−1 (Doxycyclin·Hydrat)
  • 512,94 g·mol−1 (Doxycyclin·Hemiethanolat·Hemihydrat)
Schmelzpunkt

201 °C (Verkohlung) (Doxycyclin·Hemiethanolat·Hemihydrat)[1]

Löslichkeit

wenig löslich in Wasser (0,63 g·l−1 bei 25 °C)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][5]

Xn
Gesundheits-
schädlich
Doxycyclin·Hyclat
R- und S-Sätze R: 20/21/22​‐​36/37/38​‐​63​‐​64
S: 36/37​‐​61
Toxikologische Daten

1870 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Doxycyclin ist ein Antibiotikum aus der Klasse der Tetracycline.

Es besitzt ein breites Wirkspektrum und zeigt eine bakteriostatische Wirksamkeit auf grampositive, gramnegative und zellwandlose Keime.[6] Ebenso wirkt es gegen Plasmodium sp.,[7] zeigt aber nur geringe tuberkulostatische Wirksamkeit.

Doxycyclinhyclat ist ein gelbes, kristallines und hygroskopisches Pulver

Wirkungsmechanismus[Bearbeiten]

Der Wirkungsmechanismus von Doxycyclin beruht auf einer Hemmung der Proteinbiosynthese. Durch eine reversible Blockade der Bindungsstelle der Aminoacyl-t-RNS an der 30S-Untereinheit des Ribosoms wird die Elongation der Peptidkette unterbrochen. Doxycyclin wirkt primär bakteriostatisch.[8]

Anwendungsgebiete[Bearbeiten]

Entsprechend seinem Wirkspektrum wird Doxycyclin zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Infektionen des Urogenitaltrakts, Infektionen des Magen-Darm-Trakts, Gallenwegsinfektionen, Akne, Rosazea, Chlamydien-Infektionen, Borreliose sowie bei zahlreichen seltenen Infektionen, wie zum Beispiel Pest und Milzbrand eingesetzt.[7] Ebenso wird Doxycyclin von der WHO und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V. (DTG) zur Malariaprophylaxe empfohlen,[9] allerdings gibt es in Deutschland für diese Indikation keine zugelassenen Fertigarzneimittel.

Nebenwirkungen[Bearbeiten]

Während der Einnahme von Tetracyclinen, einschließlich Doxycyclin, wurde bei einigen Patienten eine Photosensibilisierung beobachtet. Es entsteht nach Sonnen- oder UV-Strahlung ein ausgeprägter Sonnenbrand. Patienten, die sich eventuell direkter Sonnen- oder UV-Bestrahlung aussetzen, sollten über diese typische Tetracyclin-Reaktion informiert werden. Die Behandlung ist bei den ersten Anzeichen einer Hautrötung abzubrechen.[10] Darüber hinaus können akute Überempfindlichkeitsreaktionen mit Zungen- und Kehlkopfschwellung auftreten, die zu Atemnot und unter Umständen zu einem lebensbedrohlichen Schock führen.

Seltene Nebenwirkungen sind Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und (nicht immer rückbildungsfähig) Verlust oder Veränderung des Geruch- und Geschmacksinns. Vor allem bei Überdosierung können Leber- und Nierenschädigungen auftreten. Eine gleichzeitige Einnahme mit Milch und Milchprodukten sowie anderen calcium- oder magnesiumhaltigen Arznei- oder Lebensmitteln kann die Aufnahme von Doxycyclin aus dem Magen-Darm-Trakt vermindern (Bildung von schwerlöslichen Komplexen) und somit die therapeutische Wirkung reduzieren.[11] Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol wird durch die erhöhte Stoffwechselrate der Leber das Medikament schneller abgebaut. Eine wirksame Konzentration wird hierdurch nicht mehr erreicht. Das Medikament unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht.

Während der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern unter 8 Jahren ist Doxycyclin kontraindiziert, da bei Föten vom 4. Monat an sowie bei Säuglingen und Kindern bis zum 8. Lebensjahr durch die Einlagerungen von Doxycyclin Zahnverfärbungen, Zahnschmelzschäden und eine Verzögerung des Knochenwachstums auftreten können.

Bei gleichzeitiger Verwendung von oralen Kontrazeptiva kann deren Wirkung aufgehoben werden.

Handelsnamen[Bearbeiten]

Monopräparate

Aknefug Doxy (D), Antodox (D), Atridox (A), Doxakne (D), Dotur (A), Doxyclean (CH), Doxyderma (D), DoxyHexal (D), Doxylag (CH), Doxymono (D), Doxysol (CH), Oraycea (D, A), Periostat (A), Rudocyclin (CH), Supracyclin (CH), Tasmacyclin (CH), Vibramycin (A, CH), Vibravenös (A, CH), Zadorin (CH), diverse Generika (D, A, CH)

Kombinationspräparate

Ambrodoxy (D), Ambroxol comp. (D)

Tiermedizin

Centidox, Doxy, HydroDoxx, Pulmodox, Ronaxan, Soludox

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; S. 582, ISBN 978-0-911910-00-1.
  2. a b Eintrag Doxycyclin bei ChemIDplus.
  3. a b Datenblatt Doxycycline hyclate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 28. März 2011 (PDF).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Datenblatt DOXYCYCLINE HYCLATE CRS beim EDQM, abgerufen am 26. Februar 2009.
  6. Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Doxycyclin im Lexikon der Biologie. Abgerufen am 2. September 2009.
  7. a b G. Füllgraf, Björn Lemmer: Pharmakotherapie: Klinische Pharmakologie. 13. Auflage, Springer, 2006, ISBN 978-3-540-34180-2, S. 135–136.
  8. Thomas Karow, Ruth Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 21. Auflage, Pulheim 2012, S. 767.
  9. Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG): Medikamente zur Malaria-Prophylaxe.
  10. Fachinformation aus dem Arzneimittelkompendium der Schweiz.
  11. Rote Liste
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