Dschalalabad

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der afghanischen Stadt Dschalalabad. Zur gleichnamigen Stadt in Kirgisistan siehe Dschalalabat.
جلال‌ آباد
Dschalalabad
Dschalalabad (Afghanistan)
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Koordinaten 34° 26′ N, 70° 27′ O34.43027777777870.452777777778Koordinaten: 34° 26′ N, 70° 27′ O
Basisdaten
Staat Afghanistan

Provinz

Nangarhar
Höhe 600 m
Einwohner 81.280 (2012)
Gründung 1570

Dschalalabad (Dschellalabad oder auch: Celalabad; persisch ‏جلال‌ آباد‎, DMG Ǧalāl-Ābād; paschtunischجلالکوټ‎, Ǧalālkoť, Dschalalkot) ist die Hauptstadt der Provinz Nangarhar in Afghanistan.

Lage[Bearbeiten]

Dschalalabad liegt etwa 150 Kilometer östlich von Kabul am Fluss Kabul nahe dem Khyber-Pass. Mit 81.280 Einwohnern (Berechnung 2012)[1] ist Dschalalabad eine der größten Städte im Land. Sie liegt auf 600 m über dem Meer.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßenszene in Dschalalabad

Der Flugplatz liegt fünf Kilometer südöstlich (34° 24′ 10″ N, 70° 29′ 53″ O34.40277777777870.498055555556).[2] Dort unterhalten die Vereinigten Staaten mit der FOB Fenty (Forward Operation Base) einen wichtigen Stützpunkt. Von hier aus starten unter anderem so genannte Drohnen für ihre Einsätze in Afghanistan, aber auch im benachbarten Pakistan.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt hieß Adīnapūr bevor sie Ende des 16. Jahrhunderts umbenannt wurde. Sie war ein Zentrum der Gandhara-Kultur. Hier befand sich der berühmte Garten Bāgh-i-wafā, den Babur in seiner Autobiographie Baburnama beschrieb. Der Boden war mit Klee bedeckt, im Garten standen Granatäpfel und Orangenbäume.[3] Babur ließ 1523 Kochbananen aus Indien für den Garten importieren.[4]

Großmogul Akbar, Zeichnung ca. 1605

Dschalalabad wurde 1570 durch den indischen Großmogul Akbar gegründet, sie war vorher die Winterresidenz des Emirs von Afghanistan sowie Garnisonsstadt und ein wichtiger Handelsplatz.

Im Ersten Anglo-Afghanischen Krieg konnte General Robert Henry Sale vom 12. November 1841 bis zum 8. April 1842 in Dschalalabad mit 1.500 Mann einer Belagerung von Dschalalabad durch 5.000 Afghanen standhalten. Nachdem er vom bevorstehenden Entsatz durch General George Pollock erfahren hatte, unternahm Sale am 7. April einen Ausfall und vertrieb die Belagerer.

Am 19. Februar 2011 töteten mehrere Selbstmordattentäter mehr als 38 Menschen in einer Filiale der Kabul Bank in Dschalalabad. Mehr als die Hälfte der Opfer waren Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte.[5]

Am 27. Februar 2012 sprengte sich am Flughafen ein Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei starben neun Menschen, acht wurden verletzt. Laut den Taliban, die sich zu dem Anschlag bekannten, wurde er als Rache für die Koran-Verbrennungen auf dem US-Stützpunkt Bagram durchgeführt.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jalalabad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezateer 2012 Bevölkerungsdaten
  2. Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Transport and Civil Aviation - Jalalabad Airport, abgerufen am 4. September 2010
  3. Annette Susanne Beveridge, Babur-nama (Memoirs of Babur). Translated from the original Turki text of Zahiru'd-din Muhammad Babur Padsha Ghazo. Delhi 1921 (Reprint Low Price Publications 1989 in einem Band, ISBN 81-85395-07-1), 414
  4. Annette Susanne Beveridge, Babur-nama (Memoirs of Babur). Translated from the original Turki text of Zahiru'd-din Muhammad Babur Padsha Ghazo. Delhi 1921 (Reprint Low Price Publications 1989 in einem Band, ISBN 81-85395-07-1), 443
  5. Über 25 Tote bei Selbstmordanschlag in Kunduz. In: ORF. 21. Februar 2011, abgerufen am 21. Februar 2011 (deutsch).
  6. Selbstmordanschlag auf Kabuler Flughafen. In: Frankfurter Rundschau. 27. Februar 2012, abgerufen am 27. Februar 2012 (deutsch).