Eddy Louiss

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Eddy Louiss, Paris Jazz Festival 2011

Eddy Louiss (* 2. Mai 1941 in Paris als Edouard Louise) ist ein französischer Jazz-Pianist und -Organist. Mit sicherem Gespür kann er in seinem Orgelspiel rhythmische Spannungsbögen auch über lange Notenwerte hinweg halten.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Louiss stammt aus einer musikalischen Familie: Seine Mutter, eine Pianistin, führte ihn in die klassische Musik ein, sein Vater, ein Trompeter aus Martinique, machte ihn mit der Musik der Karibik und dem Jazz vertraut. Er lernte durch seine Eltern das Trompete- und Klavierspiel und spielte als Jugendlicher in der Band seines Vaters, dann in einer Teenagerband. Er studierte am Pariser Konservatorium und spielte in den 1960er-Jahren nebenbei in verschiedenen Pariser Jazzclubs; als Sänger war er (neben Mimi Perrin, Roger Guérin, Ward Swingle und Christiane Legrand) bis 1963 Mitglied der Gruppe Double Six, die er auf einer Kanada-Tournee auch erstmals auf der Orgel begleitete.

Mitte der 1960er Jahre trat Louiss als Organist mit Johnny Griffin, Art Taylor, Dizzy Gillespie und Stan Getz auf und arbeitete auch als Studiomusiker. Ende der 1960er Jahre gehörte er neben Barney Kessel zum Trio von Kenny Clarke. 1970 konzertierte er in Japan mit Albert Mangelsdorff und John Surman. Auch arbeitete er mit Jean-Claude Naude und mit Stéphane Grappelli zusammen und spielte mit Stan Getz, Gitarrist René Thomas und Schlagzeuger Bernard Lubat das auch vom Repertoire her ungewöhnliche Album Dynasty (1971) ein. Nach zweijährigen Studien an der Elfenbeinküste und fast vierjähriger Konzertabstinenz gab er im Dezember 1979 wieder ein Konzert in Paris. In den 1980er Jahren tourte er mit der eigenen Bigband Multicolor Feeling durch Europa. Mitte der 1990er Jahre arbeitete er im Duo mit Michel Petrucciani; 2001 spielte er mit Richard Galliano das Album Face to Face ein.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

1964 erhielt er den Prix Django Reinhardt. 1968 und 1971 bis 1974 wurde er im Kritikerpoll des Down Beat als der Organist genannt, dessen Talent mehr zu beachten sei; 1971/72, 1974 und 1980 wählten ihn die Leser der internationalen Zeitschrift Jazz Forum zum besten europäischen Organisten.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Lexigraphische Einträge[Bearbeiten]

  • Leonard Feather, Ira Gitler: The Biographical Encyclopedia of Jazz. Oxford University Press, Oxford 1999, ISBN 978-0-19-532000-8.
  • Martin Kunzler: M–Z. Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-499-16513-9 (Jazz-Lexikon. Band 2).

Weblinks[Bearbeiten]