Eduard Helly

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Eduard Helly (* 1. Juni 1884 in Wien; † 28. November 1943 in Chicago, Illinois) war ein österreichischer Mathematiker.

Leben[Bearbeiten]

Eduard Helly zählt zu den Begründern der Funktionalanalysis. Er studierte Mathematik an der Universität Wien bei Wilhelm Wirtinger und Franz Carl Joseph Mertens. Nach seiner Dissertation 1907 vermittelte ihm Wirtinger einen Stipendienaufenthalt an der Universität Göttingen, wo er bei David Hilbert, Felix Christian Klein und Hermann Minkowski hörte. Es gelang ihm u.a. das Hahn-Banach Theorem zu beweisen, 15 Jahre vor Hahn selbst (publiziert 1923). Seine erste eigenständige Publikation 1911 ging Über einen Satz aus der Theorie der linearen Funktionaloperationen.

Im Ersten Weltkrieg wurde er durch einen Lungenschuss schwer verwundet und geriet 1915 in russische Kriegsgefangenschaft. Im Kriegsgefangenenlager bei Nikolsk-Ussurijsk, Sibirien, schrieb er fundamentale Beiträge zur Funktionalanalysis[1]. Nach Kriegsende erreichte er erst 1920 nach Durchquerung von Japan, Asien und Ägypten wieder Wien. 1921 heiratete er die Mathematikerin Elise Bloch und habilitierte sich an der Wiener Universität, erhielt aber dort nie eine Professur.

In diesen Jahren verkehrte er regelmäßig im Wiener Café Central und diskutierte dort u.a. mit Hermann Broch, Philipp Frank und Hahn.

Bis 1929 arbeitete er in einer Bank, danach bis 1936 in einer Versicherung. Als Jude drohte ihm, mit dem Einmarsch Hitlers in Österreich auch die Lehrbefugnis zu verlieren. Mit der Ehefrau emigrierte Helly im selben Jahr in die USA. Durch Unterstützung Einsteins erhielt er eine unbedeutende Stelle am Paterson Junior College in New Jersey und wechselte 1941 ans Monmouth Junior College im selben Bundesstaat. Zusammen mit seiner Ehefrau arbeitete er in den Kriegsjahren auch für das US Army Signal Corps in Chicago, einer Einrichtung der US Armee zur Nachrichtentechnik.

Nur fünf Wochen nachdem er schließlich 1943 seinen ersten Lehrstuhl am Illinois Institute of Technology erhielt, verstarb er am wiederholt erlittenen Herzschlag.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Günter M. Ziegler: Wo die Mathematik entsteht, in: Die Zeit, Wochenzeitung, Hamburg, Nr. 16, 15. April 2010, S. 40