Eduard Winkelmann

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Eduard Winkelmann

Eduard Winkelmann (* 25. Juni 1838 in Danzig; † 10. Februar 1896 in Heidelberg) war ein deutscher Historiker.

Eduard Winkelmann studierte Geschichte an den Universitäten ab 1856 in Berlin bei Leopold von Ranke und ab 1858 bei Georg Waitz in Göttingen. Während seines Studiums wurde er 1858 Mitglied der Burschenschaft Brunsviga.[1] 1859 wurde er in Berlin mit der Arbeit De regni Siculi administratione promoviert. Winkelmann wurde Mitarbeiter für die Monumenta Germaniae Historica und 1860 Oberlehrer an der Ritter- und Domschule zu Reval. Er habilitierte sich an der Universität Dorpat und wurde 1866 Privatdozent. Von 1867 bis 1869 war Winkelmann Präsident der Gelehrten Estnischen Gesellschaft, von der er 1869 auch die Ehrenmitgliedschaft erhielt.[2] Im selben Jahr folgte Winkelmann einem Ruf als außerordentlicher Professor für Geschichte an die Universität Bern. 1869 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. 1873 trat er die Nachfolge auf dem Lehrstuhl von Wilhelm Wattenbach an der Universität Heidelberg an. In diesem Jahr wurde er auch korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.[3] Den Lehrstuhl in Heidelberg hatte er bis zu seinem Tod inne. Dietrich Schäfer wurde sein Nachfolger.

Ein Hauptgebiet seiner Forschungen war die Zeit der späten Staufer. Er verfasste die Jahrbücher der Deutschen Geschichte unter Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig. 1863 veröffentlichte er den ersten Band der Geschichte „Kaiser Friedrich II.“ Er war um ein ausgewogendes Urteil des Staufers bemüht. Bei der Betrachtung der Persönlichkeit mischte sich bei Winkelmann „ein Gefühl des Unbehagens in die Bewunderung“ für den staufischen Kaiser ein.[4] Winkelmann zählt zu den einflussreichsten Forschern Friedrichs II. im ausgehenden 19. Jahrhundert. Außerdem erforschte er den Übergang von der staufischen zur angiovinischen Herrschaft im Königreich Sizilien. Neben seinen Quellenveröffentlichungen ist seine Mitarbeit an der Neubearbeitung der V. Abteilung der Regesta Imperii durch Julius Ficker zu nennen.

Winkelmanns Tochter Anna ehelichte den Zoologen und Rostocker und Tübinger Professor Friedrich Blochmann.

Schriften[Bearbeiten]

  • Geschichte Kaiser Friedrichs II. und seiner Reiche 1212–35. (Berlin und Reval 1863–65, 2 Bde.);
  • Bibliotheca Livoniae historica. (Petersburg; neue Ausg., Berlin 1878);
  • Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig. (Leipzig 1873, Bd. 1);
  • Des Magisters Petrus de Ebulo Liber ad honorem Augusti. Nach der Originalhandschrift für akademische Uebungen hg., Leipzig 1874;
  • Sicilische und päpstliche Kanzleiordnungen und Kanzleigebräuche des XIII. Jahrhunderts. Für academische Übungen zusammengestellt. Innsbruck 1880 online bei archive.org
  • Acta imperii inedita saeculi XIII. et XIV. (Innsbruck 1880 bis 1885, 2 Bde. Digitalisat von Bd. 1);
  • Geschichte der Angelsachsen (Berlin 1883);
  • Urkundenbuch der Universität Heidelberg. (Heidelberg 1886, 2 Bde. Digitalisiate: Bd. 1, Bd. 1);
  • Kaiser Friedrich II. (in den „Jahrbüchern der deutschen Geschichte“, Leipzig 1889 ff.) u. a.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Erdmannsdörffer: † Eduard Winkelmann. In: Neue Heidelberger Jahrbücher. Bd. 6, Koester, Heidelberg 1896, S. 123–128.
  • Alfred Winkelmann: Winkelmann, Eduard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 435–442.
  • Bernd Ulrich Hucker, Stefanie Hahn, Hans-Jürgen Derda (Hrsg.): Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum. Petersberg 2009, S. 471f.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Burschenschaftliche Blätter. XIV. Jg., Berlin 1900, S. 282.
  2. Baltische Historische Kommission (Hrsg.): Winkelmann, Eduard August. In: BBLd – Baltisches Biographisches Lexikon digital. Göttingen 2012
  3. Mitgliederliste der Akademie
  4. Eduar Winkelmann: Kaiser Friedrich II. 2 Bde., Leipzig 1889–1897, S. 286.