Egerkingen

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Egerkingen
Wappen von Egerkingen
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn (SO)
Bezirk: Gäuw
BFS-Nr.: 2401i1f3f4
Postleitzahl: 4622
Koordinaten: 626901 / 24132247.3222187.794455440Koordinaten: 47° 19′ 20″ N, 7° 47′ 40″ O; CH1903: 626901 / 241322
Höhe: 440 m ü. M.
Fläche: 6,93 km²
Einwohner: 3308 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 477 Einw. pro km²
Website: www.egerkingen.ch
Blick von der "Höchi Flue" oberhalb Egerkingens Richtung Alpen

Blick von der "Höchi Flue" oberhalb Egerkingens Richtung Alpen

Karte
Kanton Aargau Kanton Basel-Landschaft Kanton Bern Kanton Luzern Bezirk Gösgen Bezirk Olten Bezirk Thal Egerkingen Härkingen Kestenholz Neuendorf SO Niederbuchsiten Oberbuchsiten Oensingen WolfwilKarte von Egerkingen
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Egerkingen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Gäu des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Egerkingen liegt am nordöstlichen Ende des Bezirks Gäu. Seine Nachbarngemeinde sind im Norden Langenbruck, nordöstlich Hägendorf, östlich Gunzgen, südöstlich Härkingen, südlich Neuendorf, südwestlich Oberbuchsiten und im Nordwesten Holderbank SO. Somit grenzt Egerkingen an den Bezirk Olten und Bezirk Thal des eigenen Kantons, während mit dem Weiler Bärenwil in der Gemeinde Langenbruck die Grenze zum Kanton Basel-Landschaft geteilt wird. Die nördliche Hälfte wird vom Wald Unterwald bedeckt, während die südliche Hälfte Besiedelung und Ackerfelder ausmachen.

Geschichte[Bearbeiten]

Egerkingen, ein Dorf im ehemaligen Buchsgau am Jurasüdfuss, von dem der Chronist Haffner anno 1666 geschrieben hat, es sei ein halb irdisch Paradies, gehört zu den ältesten Siedlungen im Kanton Solothurn. Der Oltner Bodenforscher Theodor Schweizer hat auf dem Vorberg Ramelen ein vorgeschichtliches, jungsteinzeitliches Refugium ausgegraben. Auch die Römerzeit ist durch mehrere Fundstellen vertreten, so beim Schulhaus Kleinfeld, beim Restaurant "Halbmond", im Dorfteil hinter der Kirche sowie bei der heutigen "Klinik Fridau". Im "Santel“ grub man einen römischen Gutshof aus, und auch die katholische St.-Martins-Kirche steht auf römischen Mauern. 1957 wurde ein alemannisches Gräberfeld entdeckt.

Die Alamannen, die um 500 in diese Gegend vorrückten, wurden die Nachfolger der sogenannten Helvetorömer. Eine Sippe der Alemannen liess sich nach dem endgültigen Zusammenbruch des Römischen Reiches unter ihrem Führer und Namensgeber Agarich hier nieder. Der Name des Dorfes wandelte sich von Agarichingen über Egrachingen, Egrichen (erstmals urkundlich erwähnt 1201), über Egerchingen (1212) zu Egerkingen.

Aus dem Kreise der deutschsprechenden Alemannen bildeten sich aus den Führerfamilien allmählich die Adeligen heraus, deren Grafen im Namen des Königs als oberste Richter im Gäu amteten.

Die Grafschaft Härkingen, mit Neuendorf und Egerkingen, wurde im Jahre 1080 von Kaiser Heinrich IV. an das Bistum Basel verschenkt. Im Jahre 1402 verkaufte Hans von Blauenstein die Burg Neu-Falkenstein und die vier Dörfer Egerkingen, Härkingen, Neuendorf und Wolfwil an die Stadt Solothurn. Mit dem Beitritt zum Hoheitsgebiet Solothurn übernahmen die Grafen von Froburg das Zepter in der Gemeinde. Diese besassen noch 1478 in Egerkingen einen urkundlich bezeugten Hof, von dem sie den Zehnten entrichtet bekamen. Im Jahre 1481 wurde Egerkingen zusammen mit Solothurn eidgenössisch.

Die alte Mühle in Egerkingen mit dem französischen Garten im Vordergrund

Noch weiter zurück geht die Geschichte der Alten (oberen) Mühle: Diese gehörte 1385 dem Ritter Hug von Falkenstein, der sie seiner Ehefrau Anna von Durrach vermachte. Die heutige Form des Gebäudes stammt aus dem Jahre 1614. Nach der Stilllegung im Jahre 1970 und der Renovation im Jahre 1991 steht die Alte Mühle als Tagungsstätte und als Ort der Begegnung der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Das Dorf erstreckte sich um 1724 dem Flüebach entlang bis hinunter zur oberen Mühle, sodann entlang der Landstrasse vom Restaurant Halbmond bis zum Restaurant Kreuz, schliesslich am Berghang als Vorstadt bis ins "Färch" hinauf. Der ursprüngliche Dorfkern mit Gärten und Hofstätten war zum Schutz gegen das Weidevieh mit einem Buchszaun umgeben, der sich im Gebiet der "Jakobsleiter" und dem "Flüehloch" bis heute teilweise erhalten hat. Die Mehrheit der Dorfbewohner ging einem handwerklichen Beruf nach: Schmied, Weber, Schneider, Seiler, Imker, Schuster, um nur einige zu nennen.

St.-Martins-Kirche Egerkingen

Die katholische St.-Martins-Kirche ist zu den ältesten Gotteshäusern der Schweiz zu zählen. Sie wurde 1294 erstmals urkundlich erwähnt und steht heute unter dem Schutz der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Nachdem die Eröffnung der Eisenbahnlinie 1876 zwischen Solothurn und Olten (Gäubahn) nur geringe Auswirkungen auf die örtliche Industrie hatte, wurde der starke Einwohnerzuwachs in den letzten 50 Jahren hauptsächlich durch den Bau der Nationalstrassen ausgelöst, welcher die Ansiedlung einer Vielzahl von Betrieben nach sich zog. So lag Egerkingen ab 1970 am Kreuzungspunkt der beiden wichtigsten Strassenverbindungen der Schweiz, den Autobahnen A1 und A2. Diese Entwicklung war positiv für das Arbeitsplatz- wie auch das Dienstleistungsangebot.

Auch als Kongressstandort ist Egerkingen begehrt; so wird mit rund fast jede zweite Übernachtung im Kanton Solothurn hier gebucht.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1837 949
1850 1011
1900 983
1950 1440
2004 2882
2005 2868
2006 2935
2007 2974
2008 3098
2009 3160
2010 3160
2012 3297

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Egerkingen zeigt auf blauem Hintergrund einen grünen Zweiberg mit je einer grünen Tanne, oben beseitet von drei gelben Lilien, wovon die mittlere gestürzt ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Urs Josef Hammer (1779–1843), Hauptmann im Dienste Napoleons, Ritter der Ehrenlegion und Träger des Ludwigordens
  • Josef Meinrad Rauber (1861–1939), Schullehrer, Kulturförderer und Sängervater
  • Reto von Arx (* 1976), Eishockeyspieler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Egerkingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)