Ellen Kuzwayo

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Nnoseng Ellen Kate Kuzwayo (* 29. Juni 1914 in Thaba Nchu; † 19. April 2006 in Soweto; geboren als Nnoseng Ellen Kate Serasengwe) war eine Sozialarbeiterin, Frauenrechtlerin, Schriftstellerin, Schauspielerin und Politikerin in Südafrika. Sie war 1944 Mitbegründerin der ANC Youth League. Für ihre 1985 erschienene Autobiografie Call Me Woman (deutsch als Mein Leben) erhielt sie als erster Schwarzer den südafrikanischen CNA Prize.[1]

Leben[Bearbeiten]

Kuzwayo wuchs als Einzelkind auf. Sowohl ihr Großvater Jeremiah Makgothi als auch ihr Vater, Philip S. Mefare, waren politisch orientiert. Makgothi war Sekretär des South African Native National Congress im Oranje-Freistaat, Mefare aktives Mitglied des African National Congress (ANC).[2]

Kuzwayo besuchte eine Schule, die Makgothi auf seiner Farm in Thaba Patchoa errichtet hatte, etwa 20 Kilometer von Tweespruit im Oranje-Freistaat entfernt. Anschließend wurde sie drei Jahre am Adams College in Amanzimtoti sowie ein Jahr an der Lovedale-Institut für das Lehramt an einer weiterführenden Schule ausgebildet. 1936 bestand sie ihr Abschlussexamen.[2] 1944 gehörte sie neben Politikern wie Nelson Mandela und Walter Sisulu zu den Mitbegründern der ANC Youth League, wo sie als Secretary mitwirkte.[1] 1951 trat sie in der Verfilmung des Alan-Paton-Romans Cry the Beloved Country in einer Nebenrolle als Leiterin einer Shebeen auf. 1952 beendete sie wegen der Repressionen der Apartheid-Regierung ihre Lehrtätigkeit und ließ sich bis 1955 zur Sozialarbeiterin ausbilden. Fortan war sie in diesem Beruf tätig, vor allem in der Frauenarbeit. Sie wurde auch als Ma K bekannt.[1] 1964 wurde sie Generalsekretärin der Sektion Transvaal des YMCA.[2] Sie gehörte 1976/1977 als einzige Frau zum oppositionellen Soweto Committee of Ten und wurde deswegen kurz nach dem Schüler- und Studentenaufstand fünf Monate inhaftiert.[1]

1983 erreichte sie an der Witwatersrand-Universität ein Higher Diploma in Sozialarbeit, im Folgejahr erhielt sie als erste schwarze Südafrikanerin die Ehrendoktorwürde derselben Universität. 1985 veröffentlichte sie ihre Autobiografie, Mein Leben, die mit dem renommierten CNA Prize ausgezeichnet wurde und in sechs europäischen Sprachen erschien.[3] 1990 erschien Sit Up and Listen, eine Sammlung von Kurzgeschichten, die im Stil der mündlichen Überlieferung geschrieben sind.[1]

Der Dokumentarfilm Tshiamelo – A Place of Goodness (etwa: „Tshiamelo – ein Ort des Guten“) handelt von der Farm in Thaba Patchoa, die die Familie in den 1970er Jahren wegen der Apartheidgesetze verlassen musste. Kuzwayo spielt darin die Hauptrolle.

1994 wurde sie im Zuge der ersten Wahlen nach dem Ende der Apartheid für den ANC in das Parlament gewählt. Sie gehörte dem Parlament bis 1999 an. Sie erhielt weitere Ehrendoktorwürden der Universität von Natal (1996)[3] und Universität Port Elizabeth.

Kuzwayo hatte drei Söhne. Sie war zwei Mal verheiratet. Ihr erster Ehemann schlug sie, so dass sie ihn verließ.[1] Ihr zweiter Ehemann war Godfrey Kuzwayo. Sie starb 2006 an den Folgen ihres Diabetes mellitus.

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • Tshiamelo – A Place of Goodness. Dokumentarfilm.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Ellen Kuzwayo, Anti-Apartheid Crusader, Dies at 91. New York Times vom 22. April 2006 (englisch), abgerufen am 20. Januar 2013
  2. a b c Nachruf des ANC (etwa in der Mitte) (englisch), abgerufen am 20. Januar 2013
  3. a b Information bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 20. Januar 2013