Ellmauer Halt

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Ellmauer Halt
Ellmauer Halt von Süden

Ellmauer Halt von Süden

Höhe 2344 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Kaisergebirge
Dominanz 23,1 km → Rothörndl
Schartenhöhe 1551 m ↓ Ellmauer Sattel
Koordinaten 47° 33′ 42″ N, 12° 18′ 8″ O47.56166666666712.3022222222222344Koordinaten: 47° 33′ 42″ N, 12° 18′ 8″ O
Ellmauer Halt (Tirol)
Ellmauer Halt
Gestein Wettersteinkalk [1]
Alter des Gesteins Oberes Oberanisium - Unteres Karnium
Erstbesteigung 29. Juni 1869 durch Karl Hofmann, geführt durch Johann Schlechter (touristisch)
Normalweg Gamsängersteig (B/C und I)
Kleine Halt, Gamshalt und Ellmauer Halt (von links) vom Treffauer

Kleine Halt, Gamshalt und Ellmauer Halt (von links) vom Treffauerbdep2

pd5

Die Ellmauer Halt ist mit 2344 m ü. A. der höchste Gipfel des Gebirgsmassivs Wilder Kaiser des Kaisergebirges (Nördliche Kalkalpen) in Tirol. Dem Gipfel im Osten vorgelagert ist der Kapuzenturm, der sich von Süden als markante, alleinstehende Felsnadel zeigt. 1883 wurde auf dem höchsten Punkt das erste Gipfelkreuz aufgestellt.

Stützpunkt für Klettertouren an diesem Berg ist die 1620 m hoch gelegene Gruttenhütte in der Südflanke. Ebenfalls zu erwähnen ist die unbewirtschaftete, winzige Babenstuberhütte, direkt unter dem Gipfel gelegen. Dieser Unterstand und Notunterkunft steht schon seit 1891 auf der Ellmauer Halt, ist jedoch nicht gewitterfest. Ohnehin darf der Gipfel nur bei sicherem Wetter mit trockenen Verhältnissen von erfahrenen Bergsteigern mit Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Klettergewandtheit bestiegen werden. Aufgrund der Beliebtheit der Ellmauer Halt besteht insbesondere am Normalweg, dem Gamsängersteig, hohe Steinschlaggefahr. Ein Helm und auch ein Klettersteigset sind deshalb zu empfehlen.

Touristische Erschließung[Bearbeiten]

Die Ellmauer Halt wurde schon im früheren 19. Jahrhundert von einheimischen Jägern und Bauern erstiegen, unter ihnen Stephan Unterrainer (Hautzensteffel), Johann Schlechter (Mallhansl) und Sebastian Tscholl (Hornpacher). Im Zuge der Triangulation wurde der Gipfel 1845 höchstwahrscheinlich mit 7330 Wiener Fuß (2317 m) gemessen. Der ersten bekannte Tourist, der den Gipfel der Ellmauer Halt erreichte, war der Münchner Student Karl Hofmann, der am 29. Juni 1869 von der Wochenbrunner Alm über die Rote-Rinn-Scharte von Johann Schlechter auf den Gipfel geführt wurde. [2]

Der Münchner Steinmetzmeister und Stadtrat Karl Babenstuber initiierte die Aufstellung des ersten Gipfelkreuzes auf der Ellmauer Halt am 30. Juni 1883. Ebenfalls hatte er maßgeblich Anteil an der Errichtung einer kleinen Schutzhütte am beengten Gipfel, die bereits am 26. Juli 1894 eingeweiht werden konnte. Die später nach ihm benannte Babenstuber-Hütte findet sich seit 1983 neu errichtet auf einem etwas tiefer gelegenen Ort.

Anstiege[Bearbeiten]

Auf den Gipfel führen zwei berühmte Klettersteige:

  • Der Gamsängersteig von der Gruttenhütte ist der mittelschwere Normalweg. Er ist meist gut gesichert, jedoch begehen ihn an schönen Sommertagen unzählige Bergsteiger, sodass eine hohe Steinschlaggefahr besteht. Im Aufstieg 2,5 Stunden.
  • Der Kaiserschützensteig gilt als anspruchsvolle Alternative zum Normalweg. Er ist wesentlich länger, anstrengender und klettertechnisch schwieriger als der Gamsängersteig. Zudem ist ein beachtlicher Anmarsch und ein großer Höhenunterschied aus dem tiefen Kaisertal zu bewältigen. Ausgangspunkte sind das Anton-Karg-Haus bzw. Hans-Berger-Haus. Der Kaiserschützensteig ist landschaftlich großartig und überschreitet alle drei Gipfel des Haltstocks: Kleine Halt, Gamshalt und Ellmauer Halt und bietet somit eindrucksvolle Ausblicke. Im Aufstieg 4 Stunden.
  • Rote-Rinn-Scharte

Ebenfalls zu erwähnen ist der markierte Steig, welcher vom Hans-Berger-Haus über den Scharlinger Boden hinauf zur Rote-Rinn-Scharte führt. Diese Einsattelung berührt der Gamsängersteig, sodass man über ihn zur Gruttenhütte gelangt. Damit dient dieser Steig als Verbindung zwischen dem Kaisertal im Norden und der Gruttenhütte im Süden sowie natürlich umgekehrt.

  • Der sogenannte Kopftörlgrat ist der Ostgrat der Ellmauer Halt, über ihn führt eine sehr beliebte Kletterroute (UIAA III-IV).

Fotos[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ellmauer Halt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Geologisches Landesamt, 1998, Geologische Karte von Bayern mit Erläuterungen 1:500000
  2. Heinrich Schwaiger in Eduard Richter (Redaktion): Die Erschließung der Ostalpen, I. Band, Berlin 1894, S. 254 ff.