Ernst Adalbert von Harrach

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Ernst Adalbert von Harrach

Ernst Adalbert von Harrach (tschechisch: Arnošt Vojtěch z Harrachu) (* 4. November 1598 in Wien; † 25. Oktober 1667 ebenda) war ein österreichischer Adeliger, Erzbischof von Prag und Bischof von Trient sowie Kardinal. Er hat drei böhmische Könige und zwei Königinnen gekrönt.

Leben[Bearbeiten]

Ernst Adalbert von Harrach wurde als zweiter Sohn des Freiherrn Karl von Harrach und seiner Frau Maria Elisabeth, geb. Schrattenbach, geboren.

Nach dem Abschluss des Studiums auf der Jesuitenhochschule in Königgrätz studierte er weiter in Rom. Noch während des Studiums wurde er zum Kämmerer und später Sekretär des damaligen Papstes berufen. Im Alter von vierundzwanzig Jahren wurde er nach dem Tod des Prager Erzbischofs Jan Lohelius zu dessen Nachfolger ernannt und 19. Januar 1626 von Papst Urban VIII. zum Kardinal erhoben, ab 1644 Santa Prassede.

Bedeutung[Bearbeiten]

Harrach war ein gebildeter, energischer, standhafter und betriebsamer Vertreter der katholischen Kirche. Seine Auffassung der Gegenreformation unterschied sich von der des Kaisers und seiner gläubigen Brüder. Er war gegen die Vertreibung der Nichtkatholiken und wollte die Ketzerei beseitigen, nicht die Ketzer. Die Ketzer wollte er umschulen und sie durch kulturelle und künstlerische Bildung zum katholischen Glauben zurückführen. Dadurch sollte auch die Zahl der Geistlichen erhöht und der Glaube weiter verbreitet werden.

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Zu diesem Zweck gründete er 1631 das erzbischöfliche Seminar für die Ausbildung von Priestern, 1655 das Bistum Leitmeritz und 1664 das Bistum Königgrätz. Zudem ließ er zahlreiche Kirchen und Pfarrhäuser bauen. Um das Defizit an Priestern auszugleichen, berief er mehrere Orden aus Meißen nach Böhmen, darunter die Hyberner, Piaristen, Paulaner und die Barmherzigen Brüder.

Obwohl er bemüht war, das Problem der Ketzer friedlich zu lösen, musste er mehrmals die weltliche Macht beanspruchen und auch Gewalt mit Hilfe des kaiserlichen Heeres anwenden. Dadurch unterstützte auch er die gewaltsame Rekatholisierung Böhmens.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Adalbert von Harrach: Die Diarien und Tagzettel des Kardinals Ernst Adalbert von Harrach (1598–1667) (= Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs. Bd. 104). Herausgegeben von Katrin Keller und Alessandro Catalano. Unter Mitarbeit von Marion Romberg. Böhlau, Wien u. a. 2010, ISBN 978-3-205-78461-6.
  • Alessandro Catalano: La Boemia e la riconquista delle coscienze. Ernst Adalbert von Harrach e la Controriforma in Europa centrale (1620–1667) (= Temi e Testi. Bd. 55). Premessa di Adriano Prosperi. Edizioni di Storia e Letteratura, Roma 2005, ISBN 88-8498-255-3.
  • Václav Medek: Cesta ceské a moravské církve staletími. Česká Katolická Charita, Prag 1982.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernst Adalbert von Harrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Jan Lohelius Erzbischof von Prag
1623–1667
Johann Wilhelm Libštejnský von Kolowrat
Sigismund Franz von Tirol Bischof von Trient
1665–1667
Sigismund Alfons von Thun