Eucharius Rösslin der Ältere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Titelblatt Der Swangern frawen und Hebamme roszgarte, zweite Auflage gedruckt durch Heinrich Gran.
Überreichung des Rosengartens' an Herzogin Katharina von Sachsen und Braunschweig.
Abb. aus Kapitel 4: Eine Gebärende in einem Geburtsstuhl.

Eucharius Rösslin der Ältere, auch Eucharius Rößlin (* 1470; † September 1526 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Arzt.

Leben[Bearbeiten]

Eucharius Rösslin war ab 1493 als Apotheker in Freiburg im Breisgau tätig. Nach einer Verurteilung wegen einer Prügelei verließ er die Stadt und ging zunächst als Stadtarzt nach Frankfurt am Main. Dort stand er in den Diensten der Herzogin Katharina von Sachsen und Braunschweig, der Frau von Herzog Erich I. von Braunschweig-Lüneburg. Ihr widmete er seinen 1513 beim Drucker Martin Flach (ca. 1440–ca. 1510) in Straßburg erschienenen Rosengarten. 1513 arbeitete er als Stadtarzt in Worms, von wo aus er 1517 erneut nach Frankfurt ging, um dort wieder als Stadtarzt tätig zu sein. Er starb dort Ende September 1526, worauf sein Sohn Eucharius Rösslin der Jüngere Nachfolger im Amt des Frankfurter Stadtarztes wurde.

Der Rosengarten[Bearbeiten]

Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosegarten, wie der vollständige Titel lautet, ist das erste bedeutende Handbuch zur Geburtshilfe und beruht auf alten Texten, insbesondere Werken von Soranos von Ephesos. Die 13 Kapitel enthalten 25 von Erhard Schön angefertigte Holzschnitte auf denen verschiedene Kindslagen und ein Gebärstuhl dargestellt werden. Das Buch wurde durch zahlreichen Neuauflagen für lange Zeit zum Standardwerk für Hebammen.

Das Wort Rose(n)garten bezeichnet hierbei ein Buch als Sammlung verschiedener Texte (siehe auch Rosengarten zu Worms), wobei die einzelnen Bestandteile als Rosen wahrgenommen werden, an denen sich der Rezipient erfreuen kann. Jacob und Wilhelm Grimm sehen den Ursprung dieser Benennungstradition im persischen Rosengarten (Gulistân) von Saadi.[1]

Sein Sohn Eucharius Rösslin der Jüngere übertrug das Werk ins Lateinische und gab ihm den Titel De partu hominis.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde der Rose(n)garten aus dem Deutschen und Lateinischen in viele europäische Sprachen übersetzt und teilweise bis ins 18. Jahrhundert aufgelegt.

Im Ehestandsarzneibuch (Ehstands Arzneybuch) von 1526 wird der Rosengarten gemeinsam mit Schriften von Johann Wonnecke von Kaub (Frauen Arznei), Albertus Magnus (Die Heimlichkeiten), Ludovicus Bonatiolus (Von sorglichen Zufällen der schwangeren Frauen) und Bartholomäus Metlinger (Leibspflegung oder auch Kindspflegung) verlegt.

Werke[Bearbeiten]

  • Der Swangern Frauwen vnd hebamen Rosegarten. (Straßburg, 1513) Digitalisat

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Leipzig 1893, Bd. 14.S. 1198