Eugen Sandow

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Eugen Sandow

Eugen Sandow oder Eugene Sandow (* 2. April 1867 in Königsberg, Ostpreußen als Friedrich Wilhelm Müller; † 14. Oktober 1925 in London, Großbritannien), war ein Vorreiter des Kraftsports, speziell des Bodybuildings.

Sandow machte den Kraftsport populär, indem er auf Bühnen eigene Shows veranstaltete, die er „Muscle Display“ nannte und bei denen er z. B. ein Pferd stemmte. Bald trat er überall in Europa auf und wählte einen Künstlernamen, der in allen wichtigen europäischen Sprachen leicht auszusprechen war. Am 6. Juni 1893 kam er als „artiste“ in Ellis Island an[1] und tourte ein Jahr später mit dem Kunstradfahrer Nick Kaufmann durch die USA, wo er ebenfalls großen Erfolg hatte. Am 18. Mai 1894 drehte er in den Black-Maria-Studios den nach ihm benannten Film „Sandow“ ab.

Sandow veranstaltete auch den ersten großen Bodybuilding-Wettbewerb, der am 14. September 1901 in London unter dem Titel „The Great Competition“ stattfand. Zwölf Teilnehmer stritten um die Ehre, diesen Wettbewerb zu gewinnen. Der Drittplatzierte erhielt eine Bronzestatue von Eugene Sandow, deren Kopie seit 1977 dem Sieger des Mr. Olympia-Wettbewerbs überreicht wird. In die USA kehrte er noch einmal am 3. Oktober 1903 zurück.[1]

Sandow war verheiratet und hatte zwei Töchter. Er starb 1925 in London, wo er auch begraben wurde. Es wird erzählt, dass er an einer Hirnblutung gestorben sei, die er erlitten habe, als er ein Auto hochstemmte, um ein verunglücktes Kind zu retten. Wahrscheinliche Todesursache war allerdings eine Syphiliserkrankung, deren Spätstadium damals noch nicht heilbar war. Sein Grab auf dem Friedhof Putney Vale Cemetery im Stadtbezirk London Borough of Wandsworth wurde auf Wunsch seiner Frau Blanche ohne Grabstein belassen; erst im Jahr 2002 wurde ein schwarzes Marmorgrabmal errichtet.

Sandow beteiligte sich an der Finanzierung der vom australischen Polarforscher Douglas Mawson geleiteten Antarktis-Expedition zwischen 1911 und 1914.[2] Zum Dank dafür wurde der Nunatak Mount Sandow (67°22′S, 100°24′O) nach ihm benannt.[3] Auch eine Kleinstadt in Texas trägt seinen Namen.[4][5]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Eugene Sandow, Informationen auf der Webseite ellisisland.org (Registrierung erforderlich, abgerufen am 9. Oktober 2011).
  2. Mawson, Douglas: The Home of the Blizzard. William Heinemann, London 1915 (reprinted 2002), S. xiv (abgerufen am 9. Oktober 2011).
  3. Bertrand, Kenneth J. und Alberts, Fred G.: Geographic Names of Antartica. U.S. Govt. Print. Off., Washington 1956, S. 271. (abgerufen am 9. Oktober 2011).
  4. Sandow, TX, Informationen auf der Webseite texasescapes.com (abgerufen am 9. Oktober 2011).
  5. Sandow, TX, Karte der Ortschaft Sandow auf der Webseite mapquest.com (abgerufen am 9. Oktober 2011).

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedhelm Beuker: Sandow, Eugen. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 423 (Digitalisat).
  • David Chapman: Eugen Sandow and the Birth of Bodybuilding. In: Hardgainer. Mai 1993.
  • David Chapman: Sandow the Magnificent: Eugen Sandow and the Beginnings of Bodybuilding. University of Illinois Press, Champaign, IL 1994. (Reprint: 2006, ISBN 0-252-07306-1)
  • Eugen Sandow: Kraft und wie man sie erlangt. Übers. von Gustav Möckel. Kraft und Schönheit, Berlin 1904. (Reprint: Ed. Libri Rari Schäfer, Hannover 1993, ISBN 3-88746-289-4 (formal falsche ISBN))

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eugen Sandow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien