Europäischer Wolfsbarsch

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Europäischer Wolfsbarsch
Dicentrarchus labrax01.jpg

Europäischer Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax)

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
incertae sedis
Familie: Wolfsbarsche (Moronidae)
Gattung: Dicentrarchus
Art: Europäischer Wolfsbarsch
Wissenschaftlicher Name
Dicentrarchus labrax
(Linnaeus, 1758)
Europäischer Wolfsbarsch

Der Europäische Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) ist ein Fisch aus der Familie der Wolfsbarsche (Moronidae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Fische erreichen eine maximale Körperlänge von etwa 100 Zentimetern und ein Gewicht von ca. 12 Kilogramm. Sie haben einen langgestreckten Körper. Der Rücken ist dunkelgrau, die Färbung wird an den Seiten zunehmend heller, der Bauch ist fast weiß. Die dunkle Seitenlinie ist gut erkennbar. Der Gattungsname bedeutet "Zweistachel-Barsch".

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Tiere kommen im Ostatlantik von Marokko bis Norwegen vor. Sie leben aber auch im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Am häufigsten findet man sie in den Gewässern um die Britischen Inseln, vor allem in der Nordsee. Sie leben in einer Wassertiefe von 10 bis 100 Metern, schwimmen und jagen aber bis ins knietiefe Wasser. Man findet sie während der Sommermonate manchmal auch im Brackwasser von Flussmündungen. In den kalten Jahreszeiten schwimmen sie abseits der Küsten in tiefem Wasser.

Lebensweise[Bearbeiten]

Sie leben räuberisch und jagen nachts verschiedene Weichtiere, Krebstiere und Fische. Die Paarung findet von Januar bis März statt. Die Larven schlüpfen aus den von den Weibchen abgelegten Eiern bereits nach ca. drei Tagen. Jungtiere leben in Schwärmen, mit zunehmendem Alter verlieren sie aber ihre Geselligkeit.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

In der römischen Antike war der Europäische Wolfsbarsch ein beliebter Speisefisch. In der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde er mit geringem Erfolg in Süßwasserseen und Flüssen ausgesetzt. Ab der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. gehörte er zu den verbreitetsten Fischen in den küstennahen Brackwasserbecken.[1] Auch heute wird der Europäische Wolfsbarsch wieder in Aquakulturen gezüchtet. Der Fisch wird auch als Branzino (italienisch), Brancin (kroatisch), Robalo (portugiesisch), Lubina (spanisch) und im Französischen als Bar commun oder Loup bezeichnet. In der Küchensprache wird er im deutschen Sprachraum auch Loup de mer genannt. Dessen wörtliche Übersetzung „Seewolf“ bezeichnet jedoch völlig andere Fische, die aufgrund ihrer Lebensweise nicht wirtschaftlich befischt werden können, als Beifang aber unter den Verkaufsbezeichnungen „Kattfisch“ oder „Steinbeißer“ (wiederum nicht zu verwechseln mit dem Steinbeißer) in den Handel gelangen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Europäischer Wolfsbarsch – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fischhaltung im antiken Rom und ihr Ansehenswandel im Licht der politischen Situation, von Elena Nikulina and Ulrich Schmölcke (PDF; 1,0 MB) Schriften des naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein 70(2008):36-55. Abgerufen am 27. Dezember 2010.