Ewgeni Mikeladse

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Ewgeni Mikeladse (georgisch ევგენი მიქელაძე; * 27. Juli 1903 in Baku, Aserbaidschan; † 1937) war ein georgischer Dirigent. 1933 leitete er das Staatliche Symphonieorchester Georgiens, 1934 bis 1937 war er Chefdirigent des Staatlichen Sacharia-Paliaschwili-Theaters für Oper und Ballett in Tiflis.

Leben[Bearbeiten]

Mit seiner georgischstämmigen Familie zog er als Kind nach Tiflis. Früh erlernte er verschiedene Blasinstrumente, darunter die Trompete und das französische Horn. Mikeladse besuchte musikorientierte Klassen der Tiflisser Kadettenanstalt und der Realschule.

Später studierte er Komposition am Staatlichen Konservatorium der georgischen Hauptstadt. Mitte der 1920er Jahre entschied er sich, Dirigent zu werden, wechselte 1927 an das Sankt Petersburger Konservatorium, wo ihn die späteren Leitern der Leningrader Philharmoniker, Nikolai Malko und Alexandr Gauk, unterrichteten.

1931 kehrte er nach Tiflis zurück, wo er sich als Dirigent klassischer Musik einen Namen machte. 1933 gründete und leitete er das Staatliche Symphonieorchester Georgiens, gab im gleichen Jahr ein Konzert mit dem Komponisten Sergei Prokofjew. 1934 wurde er Chefdirigent des Staatlichen Sacharia-Paliaschwili-Theaters für Oper und Ballett in Tiflis.

Nach seiner Hochzeit mit der Tochter Mamia Orachelaschwilis, eines unter Stalin verfolgten Bolschewiken, wurde Mikeladse im November 1937 von der sowjetischen Geheimpolizei GPU verhaftet. Er wurde 48-Tage-lang einem Verhör unterzogen und gefoltert. Nach Zeugenaussagen war Georgiens GPU-Chef Lawrenti Beria persönlich an den Vernehmungen und Folterungen Mikeladses beteiligt. Schließlich wurde er von einem NKWD-Gericht zum Tod durch Erschießen verurteilt.

Er war verheiratet und hatte einen Sohn, Wachtang. Der Sohn wurde Dokumentarfilmer und arbeitet für das russische Fernsehen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mikeladse wurde 1936 mit dem Titel Geehrter Künstler der Georgischen SSR ausgezeichnet. Im Garten des Tifliser Opern- und Balletttheaters wurde seine Büste aufgestellt. In den 1990er Jahren erhielt das Staatliche Symphonieorchester Georgiens seinen Namen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Amy W. Knight: Beria: Stalin's First Lieutenant. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 1993, ISBN 0-691-01093-5

Weblinks[Bearbeiten]