Explosionskrater

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Ein Explosionskrater ist eine meist trichterförmige Vertiefung der Erdoberfläche.

Es gibt zweierlei Arten solcher Krater:

Verwandt mit dem Explosionskrater ist der durch Einschlag eines Himmelskörpers verursachte Impaktkrater.

Vulkanischer Explosionskrater bei Brekkulægur südlich von Hvammstangi in Island

Vulkanische Explosionskrater[Bearbeiten]

Explosionskrater ist eine Sammelbezeichnung für vulkanisch entstandene Maare, Tuffringe, Tuffkegel oder auch Pseudokrater. Sie sind das Ergebnis von Wasserdampfexplosionen (phreatische oder phreatomagmatische Explosion), wobei heißes Magma mit Wasser in Kontakt kommt. Durch die hohe Energie werden Gestein und Magma sehr fein zerstäubt und als vulkanische Asche oder Lapilli abgelagert.[1]

Ein Beispiel ist der Explosionskrater bzw. Tuffring Hverfell in Island.

Bombentrichter[Bearbeiten]

Granattrichter um Fort Douaumont Ende 1916
Die ehemalige ‘‘St. Eloi-Stellung‘‘ nach vier Minensprenungen unterhalb der Gräben am 1. April 1916 (Fliegerphotographie)
Bombentrichter vom Luftangriff auf Wangerooge 1945

Durch den extremen Explosionsdruck unter der Bombe (Bodennullpunkt) wird das Erdreich zu den Seiten und nach oben hin verdrängt. Es entsteht eine meist kreisförmige Senke. An den Rändern entsteht aus einem Teil des ausgeworfenen Materials ein Wall, ein weiterer Teil fällt in den Krater zurück.
Je nach Stärke der Bombe, der Bodenart und -feuchtigkeit sind Bombentrichter unterschiedlich groß, tief und langlebig. In einigen deutschen Waldgebieten oder auf der Insel Wangerooge finden sich heute noch zahlreiche Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Lauf der Jahrzehnte können sich in Bombentrichtern ökologisch wertvolle Kleinbiotope entwickeln. Einige Kraterlandschaften gelten heute als Bodendenkmal.

Weite Teile der Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs sind in französischem Staatsbesitz und zur „zone rouge“ (rote Zone) erklärt worden. Hier darf keine Landwirtschaft betrieben und nicht gebaut werden. Ziel ist es, die Landstriche weitgehend unverändert zu lassen. Das Terrain der Front war nach den Schlachten buchstäblich tot und glich einem Sondermülldepot: der Boden war metertief verbrannt und von Sprengstoff und Gasmunition vergiftet worden. Überall lagen Utensilien und Gegenstände des Frontalltags herum, dazwischen verwesende Leichen.[2][3]

Einer der größten Explosionskrater in Deutschland ist in Prüm zu finden. Er stammt von der Explosionskatastrophe von 1949, bei der ein Munitionslager aus bis heute unbekannten Gründen explodierte und große Teile der Stadt zerstört wurden.

Durch Fliegerbomben[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fliegerbombe

Durch Atomexplosionen[Bearbeiten]

Krater der „Sedan“-Explosion

Eine Kraterbildung erfolgt nur bei Bodendetonationen oder bei Untergrunddetonationen, die in unzureichender Tiefe stattfinden. Bei einem statischen Überdruck von etwa 10 GPa kommt es zur Kraterbildung. Die Kraterbildung einer Atombombenexplosion soll ausgenutzt werden, um Erdwälle wie z. B. aufgeschüttete Staudämme zu zerstören. Die entstehende Stoßwelle im Untergrund soll Bunkeranlagen und Raketensilos zerstören.

Sprengkraft: 20 kt 100 kt 500 kt 4,5 Mt
Bombentyp: Typ Nagasaki-Bombe GB/USA Trident II GUS SS-25, SS-27 China DF-5a
Zielpunktabweichung: mehrere Kilometer 90 m 350 m 500 m
Kraterdurchmesser: 45 m 73 m 118 m 228 m
Bunker zerstört: 56 m 91 m 147 m 285 m

Diese Werte für den Kraterdurchmesser gelten für die Detonation auf trockenem und festem Untergrund, wobei der größte Teil der Energie oberirdisch als Luftdruckwelle und Wärmestrahlung abgegeben wird (Prinzip des geringsten Widerstands); unterirdische Explosionen führen zu weitaus größeren Kratern. So ist einer der größten Explosionskrater der Krater des Sedan-Experiments der Operation Plowshare vom 6. Juli 1962 auf dem Nevada-Testgelände. Die Sprengung war Teil eines Programms zur friedlichen Nutzung von Atomwaffen für Erdbewegungsarbeiten.

Der Sprengkopf hatte eine Sprengkraft von 104 kt und wurde als Untergrunddetonation in 193 m Tiefe gezündet. Die Explosion bewegte 12 Millionen t Erdreich, verursachte ein künstliches Erdbeben der Stärke 4,75 auf der Richter-Skala und hinterließ einen hochradioaktiv kontaminierten Krater mit 390 m Durchmesser und einer Tiefe von 97 m, also wesentlich größer als der Tabellenwert. Ähnliches gilt auch für Impaktkrater.

Auch bei feuchtem oder weichem Untergrund entstehen sehr große Krater. Einer der größten Atombombenkrater überhaupt stammt vom Castle-Bravo-Test (15 Mt, größte von den USA gezündete Bombe) auf dem Bikini-Atoll; sein Durchmesser beträgt ca. 2000 m, seine Tiefe dagegen nur ca. 80 m.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Definition Explosionskrater
  2. www.planet-wissen.de
  3. www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com