Fährmann

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fährmann (Begriffsklärung) aufgeführt.
Fährmann, Varanasi, Indien

Der Fährmann (historisch auch Ferge) führt eine Fähre über einen Wasserlauf oder See. Im heutigen Sprachgebrauch wird der Beruf in Deutschland als Fährführer/in bezeichnet.

Der Beruf des Fährmannes war sehr verbreitet, als es an den mitteleuropäischen Strömen und Flüssen noch kaum Brückenverbindungen gab. Damals war die Fähre ein sehr übliches Verkehrsmittel, wenn Reisende keine Furt nutzen konnten.

Die Gestalt des Fährmanns besaß in vielen Kulturen eine mythologische Bedeutung und wurde oft mit dem Übergang vom Leben in den Tod assoziiert. Schon im altbabylonischen Gilgamesch-Epos taucht ein namentlich nicht bekannter Fährmann auf, der den Helden über das Meer des Todes zu einer Insel übersetzt, auf der sein Urahn Utnapischtim lebt. Aus der ägyptischen Mythologie ist die Figur des Fährmanns Mahaf bekannt, der unter Aufsicht des Gottes Cherti die Verstorbenen ins Totenreich Duat führt. Auch in der griechischen Mythologie spielt der Fährmann Charon eine Rolle, der die Verstorbenen über den Totenstrom Acheron in die Unterwelt (den Hades) bringt. Als Bezahlung für die Überfahrt wurde den Toten in Griechenland eine Münze unter die Zunge gelegt. Der Name dieser Münze war Obolus.

Im Gedenken an den Fährmann, dessen Fähre über die Ihme einst Linden mit Hannover verband, wurde 1983 das Musik- und Kulturfestival Fährmannsfest Hannover ins Leben gerufen.

Der vorwiegend in Basel geprägte Spruch Verzell du daas em Fäärimaa!, besagt, dass man seinem Gegenüber keinen Glauben schenkt (siehe Basler Fähren). Dem Fährmann wird dabei attestiert, er sei ein guter Zuhörer für die Sorgen seiner Fahrgäste.

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