FODMAP

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FODMAP ist die Abkürzung für „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“ (dt. „fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole“). Es handelt sich somit um eine Gruppe von Kohlenhydraten und mehrwertigen Alkoholen, welche in vielen Nahrungsmitteln vorkommen. In einer 2010 veröffentlichten klinischen Studie[1] wurde von einer positiven Wirkung einer FODMAP-armen Ernährung auf die Symptomatik funktioneller Darmerkrankungen, z. B. des Reizdarmsyndroms (RDS), berichtet.

Konzept[Bearbeiten]

Bei RDS handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose. Diese wird gestellt, wenn Magen-Darm-Beschwerden wie z. B. Durchfall und / oder Verstopfung, Blähungen, Bauchschmerzen oder Übelkeit trotz Ausschluss möglicher zugrunde liegender Erkrankungen wie Zöliakie oder Colitis ulcerosa bestehen oder aber (wie z. B. bei Laktoseintoleranz) trotz einer adäquaten Ernährungsweise nicht verschwinden. Die Behandlung dieses Syndroms gestaltet sich als entsprechend schwierig.

Peter Gibson und Susan Shepherd führten 2010 eine klinische Untersuchung mit Reizdarm-Patienten durch und stellten fest, dass sich deren Symptome bei Einhalten einer FODMAPs-armen Ernährungsweise reduzierten.[1] Das FODMAP-Konzept beruht auf der Annahme, dass die funktionellen Magen-Darm-Beschwerden bei RDS unter anderem auf Blähungen im Darmbereich zurückzuführen sind.[2]

Zu den o. g. Symptomen kommt es, weil FODMAPs im Dünndarm nur schlecht resorbiert werden. Sie wandern somit rasch in den Dickdarm, wo sie von Bakterien fermentiert (vergärt) werden.[3] Als Nebenprodukt des Gärungsprozesses werden Gase, z. B. Wasserstoff, freigesetzt und führen zu den genannten Beschwerden.

FODMAPs in der Ernährung[Bearbeiten]

Gibson und Shepherd zählen Lactose (Milchzucker), Fructose (Fruchtzucker), Fruktane und Galactane sowie Polyole (z. B: Sorbitol, Mannitol, Xylitol und Maltitol) zu den FODMAPs. Diese Kohlenhydrate kommen in unterschiedlichen Nahrungsmitteln vor:

  • Fructose ist Bestandteil der meisten Obst- und Gemüsesorten, jedoch weisen verschiedene Früchte unterschiedliche Fructosegehalte auf und werden somit z. B. auch bei Fructosemalabsorption unterschiedlich gut vertragen. So haben beispielsweise Äpfel 5,9 g Fructose/100 g, Gurken jedoch nur 0,865 g/100 g.[4] Ein entscheidender Faktor für die Verträglichkeit von Obst oder Gemüse ist unter anderem auch das Verhältnis von Glucose zu Fructose: Ein Lebensmittel zählt als "gut verträglich" bei einer Malabsorption, wenn dieses Verhältnis größer / gleich 1 ist.[4]
  • Lactose ist das dominierende Kohlenhydrat der Milch und somit in allen herkömmlichen Milchprodukten zu finden. Auch bezüglich dieses Zuckergehalts unterscheiden sich Produkte: Während Kondensmilch 9 - 13 g Lactose/100 g enthält, sind es bei Hartkäsesorten nur 0 - 0,4 g/100 g.[5]
  • Sorbitol sowie weitere Zuckeralkohole (Erythrit, Isomalt, Laktit, Mannit und Xylit) wird häufig als Süßstoff in zuckerreduzierten oder zuckerfreien Lebensmitteln eingesetzt.[6]

Die wichtigste Voraussetzung, die vor der Umstellung auf eine FODMAP-arme Ernährungsweise erfüllt sein muss, ist der Ausschluss organischer Erkrankungen, die zu RDS-ähnlichen Symptomen im Magen-Darm-Trakt führen können. Bei entsprechenden Intoleranzen beziehungsweise Unverträglichkeiten oder Allergien sollten außerdem entsprechende Maßnahmen ergriffen werden (z. B. das Vermeiden der symptomauslösenden Speisen).

Zu den auszuschließenden Erkrankungen gehören zum Beispiel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Tabellen mit den FODMAPs-Gehalten vieler Lebensmittel finden sich mittlerweile vor allem auf englischsprachigen Seiten.[7] Grundsätzlich gilt jedoch: Jegliche Ernährungsumstellung sollte nur unter ärztlicher Aufsicht oder mithilfe eines qualifizierten Ernährungsberaters durchgeführt werden, da ansonsten Stoffwechselentgleisungen oder schwere Mangelerscheinungen auftreten können. Weiterhin gilt es individuelle (Un-)Verträglichkeiten unterschiedlicher FODMAPs-haltiger und –freier Nahrungsmittel zu beachten, da jeder Patient unterschiedlich auf dasselbe Produkt reagieren kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gibson PR, Shepherd SJ: Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach.. In: J Gastroenterol Hepatol.. 25, Nr. 2, August 2010, S. 252-8. PMID 20136989.
  2. Salvioli B, Serra J, Azpizoz F, Malagelada JR.: Impaired small bowel gas propulsion in patients with bloating during intestinal lipid infusion.. In: Am. J. Gastroenterol.. 101, Nr. 8, Februar 2006, S. 1853–7. PMID 16817837.
  3. Patsy Catsos: IBS - Free at Last with the FODMAP Elimination Diet In: Pond Cove Press.
  4. a b Fructosegehalte unterschiedlicher Speisen, Stand 11. August 2013
  5. Lactosegehalte unterschiedlicher Speisen. Stand 11. August 2013
  6. Dr. Andrea Flemmer und Anne Kamp: Stevia: Die gesunde und kalorienfreie Zuckeralternative (GU-Ratgeber Gesundheit) In: GU-Verlag
  7. FODMAPs-Gehalt vieler Lebensmittel (PDF; 133 kB)