FSV Wacker 90 Nordhausen

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FSV Wacker Nordhausen
Logo des FSV Wacker 90 Nordhausen
Voller Name FSV Wacker 90 Nordhausen e. V.
Ort Nordhausen, Thüringen
Gegründet 31. März 1990
Stadion Albert-Kuntz-Sportpark
Plätze 8000
Trainer Jörg Goslar
Homepage www.wacker90-nordhausen.de
Liga Regionalliga Nordost
2013/14 5. Platz
Heim
Auswärts

Der FSV Wacker 90 Nordhausen ist ein reiner Fußballverein aus der nordthüringischen Stadt Nordhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Vereinsentwicklung[Bearbeiten]

Der FSV Wacker 90 Nordhausen geht zurück auf den F.C. Wacker Nordhausen, der am 1. November 1905 von Mitgliedern des evangelischen Jünglingsvereins Nordhausen gegründet wurde. Auf der Mitgliederversammlung vom 14. Juli 1906 wurde eine Jugendabteilung gegründet und einstimmig beschlossen, „außer dem Fußball noch andere leibeskräftigende Übungen … zu betreiben.“ Der FC Wacker 05 Nordhausen wurde deshalb in SV Wacker 05 Nordhausen umbenannt. Am 11. Juli 1908 erfolgte im Restaurant „Am Schlachthof“ der Zusammenschluss der Vereine SV Wacker 05 Nordhausen und B.S.C. Mars Nordhausen zu SV Wacker-Mars Nordhausen. Im Juli 1918 beschlossen die Mitglieder, den Vereinsnamen zu ändern. Aus der Spielvereinigung SV Wacker-Mars Nordhausen wurde der Sportverein 1. SV Wacker 05 Nordhausen. Nach der Auflösung aller Sportvereine im Jahr 1945 wurde die SG Nordhausen gegründet. Vor der Saison 1948/49 wurde die Sparte Fußball der SG Nordhausen zunächst an die bestehende BSG Lok Nordhausen angeschlossen, die nach einem Trägerbetriebswechsel den Namen BSG KWU Nordhausen führte. Am 1. September 1949 kam es zur Gründung der größten Sportgemeinschaft der Region, der BSG Motor Nordhausen, die aus der BSG IFA-ABUS hervorging. Die Sektion Fußball von KWU Nordhausen wurde Ende 1950 in die bestehende BSG Motor Nordhausen eingegliedert, um die Leistungsstärke dieser Sektion zu erhöhen. Zur Saison 1951/52 traten die Nordhäuser als BSG Motor Nordhausen-West an und trugen diesen Namen bis nach Abschluss der Saison 1975/76. Ab 1976 wurde dann der Zusatz „West“ gestrichen, und die Mannschaft spielte bis 1990 als BSG Motor Nordhausen. Nach der politischen Wende in der DDR wurde am 31. März 1990 der eingetragene Verein FSV Wacker 90 Nordhausen gegründet.

Fußballsport[Bearbeiten]

Von der Vereinsgründung an spielte Wacker Nordhausen zunächst nur unterklassig. Insgesamt nahm der Verein siebenmal an der Endrunde um die Mitteldeutsche Meisterschaft teil, erreichte jedoch nur zweimal die nächste Runde. Die Qualifikation zur 1933 neu gegründeten Gauliga Mitte gelang dem Verein bis 1944 nie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich die BSG KWU 1949/50 erstmals an der Thüringer Fußballmeisterschaft und wurde in der Landesklassenstaffel 1 Zweiter. Damit hatte sich die nun als Motor Nordhausen antretende BSG für die zweitklassige DDR-Liga qualifiziert. In ihrer ersten Ligasaison wurden die Nordhäuser in der Südstaffel 9. und mussten in der Relegation gegen den Nord-Neunten Einheit Wismar antreten. Nordhausen sicherte mit einem 7:0-Sieg den Klassenerhalt und verpasste 1950/51 mit Staffelplatz zwei den Aufstieg in die Erstklassigkeit nur knapp. Bis zur Saison 1956 spielte Nordhausen ohne Unterbrechung in der I. DDR-Liga, nach dem Abstieg 1955 bis 1962 in der drittklassigen II. DDR-Liga. Als Tabellenzweiter der Staffel 3 stieg Motor West 1961/62 wieder in die I. DDR-Liga auf, um anschließend sofort wieder abzusteigen. Da die II. DDR-Liga aufgelöst worden war, musste Nordhausen 1963/64 in der nun drittklassigen Bezirksliga Erfurt antreten. 1964/65 wurde Motor West zwar Bezirksmeister, scheiterte aber sieglos in der Aufstiegsrunde zur DDR-Liga. Ein Jahr später gelang zwar der Aufstieg in die DDR-Liga, doch stieg Nordhausen im nächsten Jahr wieder ab. Erst ab 1969 konnte sich Motor Nordhausen dauerhaft in der DDR-Liga etablieren. In der Saison 1981/82 nahm die Mannschaft als Sieger der Liga-Staffel E an der Aufstiegsrunde zur Oberliga teil, drei Unentschieden und fünf Niederlagen aus acht Spielen reichten jedoch nicht zum Aufstieg. Nach der Saison 1988/89 musste Nordhausen wieder in die Bezirksliga absteigen, qualifizierte sich aber 1990 als Bezirksmeister Erfurt für die Oberliga Nordost im Spielbetrieb des DFB.

Ligenübersicht 1950 bis 1990
  • 1950/51–1955 DDR-Liga (2. Liga)
  • 1955–1961/62 II. DDR-Liga (3.)
  • 1962/63 I. DDR-Liga (2.)
  • 1963/64–1965/66 Bezirksliga (3.)
  • 1966/67 DDR-Liga
  • 1967/68–1968/69 Bezirksliga
  • 1969/70–1988/89 DDR-Liga
  • 1989/90 Bezirksliga

Motor Nordhausen bzw. seine Vorgängergemeinschaften beteiligten sich zwischen 1949 und 1990 insgesamt 35 Mal an den Wettbewerben um den DDR-Fußballpokal. Die größten Erfolge waren das Erreichen des Viertelfinales in den Jahren 1954 und 1986.

Ab der Saison 1991/92 spielte der Verein in der Oberliga Nordost, wurde dort in der Saison 1994/95 Tabellenerster und stieg damit in die Regionalliga Nordost auf. Dort erreichten die Nordhäuser in den ersten beiden Spielzeiten mit einem elften und einem zwölften Platz den Klassenerhalt, bevor der Verein in seiner dritten Saison als 17. der Tabelle wieder in die Oberliga abstieg. 2001 stieg der Verein aus der Oberliga ab und musste Insolvenz anmelden. Zwischenzeitlich spielte Wacker deshalb sogar nur noch in der sechstklassigen Landesklasse. 2005 stieg der Verein wieder in die Thüringenliga auf und belegte dort in der ersten Saison einen achtbaren vierten Tabellenplatz. 2012 gelang dem Verein als Meister der Thüringenliga nach elf Jahren die Rückkehr in die nunmehr allerdings nur noch fünftklassige Oberliga Nordost. Ein Jahr später gelang sogar der „Durchmarsch“ in die mittlerweile viertklassige Regionalliga Nordost.

Erfolgreich war der Verein vor allem im TFV-Pokal, den die Nordhäuser dreimal gewinnen konnten. 1992 wurde im Finale Wismut Gera besiegt, 1996 und 1997 gewann Wacker die Endspiele gegen den FC Rot-Weiß Erfurt. Durch die Pokalsiege auf Verbandsebene spielten die Nordhäuser mehrmals in der Hauptrunde um den DFB-Pokal. Dort war jedoch gegen den 1. FC Köln (0:8), den TSV 1860 München (1:5) und den Hamburger SV (1:3) stets in der ersten Runde Schluss.

Erste Mannschaft[Bearbeiten]

Aktueller Kader 2014/15[Bearbeiten]

(Stand: 8. August 2014)

Nr. Spieler Nat. Geburtsdatum im Verein seit
Torhüter
1 Oliver Birnbaum DeutschlandDeutschland 10.02.1989 2014
22 Pascal Bertram DeutschlandDeutschland 13.02.1995 2014
25 Patrick Siefkes DeutschlandDeutschland 12.01.1990 2013
Abwehr
3 Lasse Schlüter DeutschlandDeutschland 27.04.1992 2014
5 Jan Beneš TschechienTschechien 24.10.1982 2013
12 Johannes Bergmann DeutschlandDeutschland 29.09.1994 2014
14 Dennis Carl DeutschlandDeutschland 16.02.1993 2013
17 René Wagner DeutschlandDeutschland 17.07.1988 2014
20 Robert Stark DeutschlandDeutschland 06.11.1986 2011
24 David Urban DeutschlandDeutschland 04.06.1992 2014
Mittelfeld
6 Jan Löhmannsröben DeutschlandDeutschland 21.04.1991 2012
8 Nils Pfingsten-Reddig DeutschlandDeutschland 23.05.1982 2014
10 Christoph Rischker DeutschlandDeutschland 16.08.1988 2012
11 Marcel Goslar DeutschlandDeutschland 21.01.1989 2012
15 Martin Hauswald DeutschlandDeutschland 03.03.1982 2013
16 Matthias Peßolat DeutschlandDeutschland 26.03.1985 2014
29 Matti Langer DeutschlandDeutschland 27.02.1990 2011
Angriff
4 Maik Georgi DeutschlandDeutschland 06.04.1988 2014
7 Manuel Farrona-Pulido DeutschlandDeutschland SpanienSpanien 01.05.1993 2014
9 Jon Mogge DeutschlandDeutschland 14.04.1997 2014
13 Felix Robrecht DeutschlandDeutschland 18.05.1994 2014
18 Nils Pichinot DeutschlandDeutschland 29.08.1989 2014
36 Tino Semmer DeutschlandDeutschland 25.09.1985 2014

Trainerteam[Bearbeiten]

Name Geburtstag im Verein seit Funktion
Jörg Goslar 29.12.1963 2011 Chef-Trainer
Andreas Seipel 13.06.1977 2013 Co-Trainer
Torsten Last 21.03.1964 2011 Fitness-Trainer

Funktionsteam[Bearbeiten]

Name Geburtstag im Verein seit Funktion
Michael Ernst 21.10.1961 2012 Mannschaftsleiter
Razvan Lupescu 17.03.1984 2012 Mannschaftsarzt
Mandy Hartmann 18.10.1982 2012 Physiotherapeutin

Stadion und Fans[Bearbeiten]

Der am 26. August 1923 eröffnete Albert-Kuntz-Sportpark verfügt über 8.000 Plätze, wobei es 1.088 überdachte Sitzplätze und 1.500 überdachte Stehplätze gibt. Die meisten Zuschauer kamen mit jeweils 10.000 1953 gegen Dynamo Dresden und 1967 gegen Rot-Weiß Erfurt.

Zu Regionalligazeiten kamen im Durchschnitt zwischen 1300 und 1700 Zuschauer zu den Spielen von Wacker Nordhausen. In der Thüringenliga kamen im Schnitt nur noch weniger als 400 Zuschauer zu den Spielen. Der größte Rivale der Nordhäuser ist der BSV Eintracht Sondershausen, der ebenfalls in der Thüringenliga spielte. Zu Regionalligazeiten bestand auch eine Rivalität zum FC Rot-Weiß Erfurt, wobei diese mittlerweile aufgrund der unterschiedlichen Ligenzugehörigkeit beider Vereine keine Rolle mehr spielt.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Hellberg, Herbert Beykirch, Harald Dressler, Klaus Verkouter: Hundert Jahre Wacker Nordhausen 1905 – 2005; FSV Wacker 90 Nordhausen e.V. (Hrsg.) Nordhausen 2005, ISBN 3-00-017902-X
  • Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3

Weblinks[Bearbeiten]