Fatululic

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fatululic (Begriffsklärung) aufgeführt.
Suco Fatululic
Der Suco Fatululic liegt im Westen vom Subdistrikt Fatululic. Der Ort Fatululic liegt im Norden des Sucos.
Daten
Fläche 21,42 km²[1]
Einwohnerzahl 564 (2010)[2]
Chefe de Suco Lourenço da Cruz
(Wahl 2009)[3]
Orte Position[4] Höhe
Aitoun 9° 12′ S, 125° 7′ O-9.2055555555556125.115277777781542 1542 m
Beco 9° 11′ S, 125° 8′ O-9.1886111111111125.138888888891189 1189 m
Beidasi 9° 11′ S, 125° 8′ O-9.1865453180556125.14073610306[5] ?
Fatululic 9° 11′ S, 125° 8′ O-9.1908333333333125.131944444441348 1348 m
Fatululic (Osttimor)
Fatululic
Fatululic

Fatululic (Fatululik, Fatu-Lulik, Fatolulic, Fatulilic, Fatululique) ist ein osttimoresischer Ort und Suco im Distrikt Cova Lima. Fatululic ist der Verwaltungssitz des Subdistrikt Fatululic.

Der Name[Bearbeiten]

Mit Fatu werden die für Timor charakteristischen Klippen bezeichnet (abgeleitet vom Tetum-Wort Fatuk für „Fels“). Das Wort lulic (oder lulik) bedeutet „heilig“. „Fatululic“ bedeutet somit „heilige Klippe“ oder „heiliger Fels“.[6] Im Südosten des Sucos Fatululic liegt der Foho Taroman, der mit 1744 m höchste Berg des Distrikts Cova Lima.[7] Er diente früher als Ort für animistische Riten.

Der Ort[Bearbeiten]

Der Ort Fatululic liegt im Norden des gleichnamigen Sucos, 86 km in Luftlinie südwestlich von der Landeshauptstadt Dili und etwa 19 km nordwestlich von Suai in einer Meereshöhe von 1348 m.[4]

Der Suco[Bearbeiten]

Fatululic bildet den Westteil des Subdistrikts und hat eine Fläche von 21,42 km².[1] Östlich liegt der ebenfalls zum Subdistrikt gehörende Suco Taroman, südlich der Subdistrikt Fohorem mit seinen Sucos Dato Rua, Lactos und Dato Tolu. Nördlich liegt das indonesische Westtimor. Der Grenzfluss zum Nachbarstaat ist der Lelosi, ein Nebenfluss des Tarafa.

Eine Überlandstraße führt in Ost-West-Richtung quer durch den Suco und verbindet die kleinen Ortschaften Beco (Beko) , Beidasi, Fatululic und Aitoun mit der Außenwelt. In Aitoun und Beidasi (Escola Primaria Beidasi)[8] befindet sich jeweils eine Grundschule.[9] Trotz der Überlandstraße mussten für die Parlamentswahlen in Osttimor 2007 die Wahlurnen per Hubschrauber zum Wahllokal in der Grundschule Beidasi gebracht und abgeholt werden.[8]

Im Suco befinden sich die drei Aldeias Aitoun, Beco und Beidasi.[10]

Der Suco hat 564 Einwohner (2010,[2] 2004: 549[11]). Über 95 % der Einwohner geben Bunak als ihre Muttersprache an. Kleine Minderheiten sprechen Tetum Prasa oder Habun.[12]

Bei den Wahlen im Mai 2005 wurden erstmals 90 Frauen in die Sucoräte Cova Limas gewählt. Das entspricht etwa drei Frauen pro Dorf. In Fatululic wurde Lusia Guterres (Lucia Gutteres, * 1982) als erste Frau überhaupt in Cova Lima zur Chefin eines Sucos gewählt.[13] Die dreifache Mutter setzte sich dabei gegen vier andere Kandidaten durch, obwohl sie Mitglied einer Oppositionspartei und nicht der damals dominierenden FRETILIN war. Über sie wurde der Film Lusia - Eine Tochter von Fatululik gedreht. Bei den Neuwahlen am 9. Oktober 2009 gewann Lourenço da Cruz.[14]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Suco Fatululic gehörte zur Exklave von Maucatar, die im Vertrag von Lissabon (1859) den Niederlanden untergeordnet wurde. Maucatar war nur über einen schmalen Streifen im Norden mit dem restlichen, niederländischen Territorium auf Timor verbunden. Ringsherum lagen timoresische Reiche, die Portugal zugeordnet waren. Zwar gab es bereits 1904 eine Vereinbarung zwischen den Kolonialmächten, das Maucatar an die Portugiesen abgetreten werden sollte, doch erst 1916 ging es in portugiesischen Besitz über.[15]

Der Berg Taroman war ab 1976 ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründete sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus Cova Lima bot. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört.[16]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF-Datei; 21,53 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF-Datei; 9,35 MB)
  3. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Version vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  4. a b Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. Get Coordinate - Wiki Koordinaten ermitteln
  6. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  7. Cova Lima District Development Plan 2002/2003 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  8. a b Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  9. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 449 kB)
  10. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch, PDF-Datei; 315 kB)
  11. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  12. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Fatululic (Tetum; PDF; 8,3 MB)
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Version vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Version vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  15. Antoinette Schapper: Finding Bunaq: The homeland and expansion of the Bunaq in central Timor, S. 163–186, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011
  16. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)

-9.1908333333333125.13194444444Koordinaten: 9° 11′ S, 125° 8′ O