Fear and Desire

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Filmdaten
Deutscher Titel Fear and Desire
Originaltitel Fear and Desire
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 68 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Stanley Kubrick
Drehbuch Stanley Kubrick
Howard Sackler
Produktion Stanley Kubrick
Musik Gerald Fried
Kamera Stanley Kubrick
Schnitt Stanley Kubrick
Besetzung

Fear and Desire (Übersetzung: Furcht und Begierde) ist ein US-amerikanisches Anti-Kriegs-Drama von Regisseur Stanley Kubrick aus dem Jahr 1953. Es ist Kubricks erster Spielfilm.

Handlung[Bearbeiten]

In dem Filmdrama, das in einem fiktiven Krieg spielt, wird auf den Ort und die Zeit des Geschehens nicht näher eingegangen. Nach einem Flugzeugabsturz befinden sich vier Soldaten – geführt von Lieutenant Corby – in einem kleinen Wäldchen. Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass sie hinter feindliche Linien gelangt sind und sie schmieden einen Plan, um wieder in sicheres Territorium zu kommen. In der Nacht wollen sie mit einem Floß einen Fluss hinunter fahren und so entkommen.

Sie beobachten in der Ferne ein Haus mit einem feindlichen General, an dem ein Flugzeug landet. Später, während sie das Floß bauen, entdecken sie ein kleines Haus mit einer Handvoll feindlicher Soldaten. Sie beschließen sie zu töten, um an Essen zu kommen. Als es dabei zu einem Schusswechsel kommt, haben sie Angst entdeckt zu werden und flüchten wieder in den Wald. Am nächsten Morgen stolpert ein Mädchen über die Soldaten und die Männer beschließen sie an einen Baum zu fesseln und zu knebeln. Sidney, der auf das Mädchen aufpassen soll, während die anderen nach dem Floß sehen, versucht mit ihr zu reden, doch sie versteht seine Sprache nicht. Er versucht das Mädchen zu beeindrucken und macht Witze, doch sie reagiert nicht. Er will, dass sie ihn gern hat und als er dies nicht erreicht, versucht er sie auszuziehen. Dabei flüchtet sie und Sidney schießt ihr in den Rücken. Währenddessen finden die drei anderen Soldaten das Floß und bauen es zu Ende. Nun schickt Corby Mac zu Sidney um nach dem Rechten zu sehen. Als er dort ankommt und Sidney mit Fragen konfrontiert, flüchtet dieser ins Dickicht.

In der Nacht schleichen die übrigen drei Soldaten wieder zum Floß und sie können den General erneut in seinem Haus beobachten. Auch das Flugzeug befindet sich noch immer dort. Mac und Corby streiten darüber, ob sie sich ans Haus schleichen und den General ermorden sollen. Corby hält dies für reinen Selbstmord, da dort sicherlich an die 20 Wachen anzutreffen sein werden. Fletcher will sich nur mehr so schnell wie möglich um das Floß kümmern und weg. Corby fügt auch noch hinzu, dass das Flugzeug nur ein Zweisitzer ist und man deshalb eine schnelle Flucht damit ausschließen kann. Mac hat das Gefühl, dass es die letzte Chance ist, um noch etwas bedeutendes in seinem Leben zu leisten. Sie entschließen sich es doch zu versuchen und sie schleichen an das Haus aus verschiedenen Richtungen heran. Doch ihr Plan geht nicht auf, Mac wird schwer verwundet und so muss Fletcher versuchen, den General zu erschießen. Er verwundet ihn aber nur und der General kriecht daraufhin aus dem Haus, dann erschießt Corby ihn. Corby und Fletcher flüchten mit dem Flugzeug.

Mac schafft es noch irgendwie sich zum Floß zu schleppen und lässt sich den Fluss hinunter treiben. Dabei trifft er Sidney und die beiden kehren gemeinsam zu Corby und Fletcher, die weiter flussabwärts auf Mac warten, da sie sich nicht über seinen Tod im klaren waren, zurück. Dort angekommen, ist Mac aber bereits tot.

Zur Produktion[Bearbeiten]

Kubrick schrieb über sein Konzept zu Fear and Desire: „Seine Struktur: allegorisch. Seine Konzeption: poetisch. Das Drama des ‚Menschen', der in einer feindlichen Umwelt verloren ist – materieller und geistiger Grundlagen beraubt – und sein Weg zu einem Verständnis seiner selbst und des Lebens um ihn herum.“ (Brief an seinen Verleiher Joseph Burstyn vom 16. November 1952; zit. in: Kagan, S. 9)

Kubrick realisierte den Film mit einem Startkapital von 10.000 US-Dollar, teilweise eingetrieben von Verwandten. Die Endkosten beliefen sich auf etwa 30.000 US-Dollar. Er lief nur in wenigen Filmkunstkinos und wurde ein künstlerischer und kommerzieller Misserfolg, der seine Produktionskosten nicht einspielte. Kubrick meinte dazu: „Die Ideen, die wir verwirklichen wollten, waren gut. Wir besaßen aber nicht die notwendige Erfahrung, sie filmisch umzusetzen. Im großen und ganzen war es nicht mehr als die 35-mm-Version eines Filmes, den eine Klasse von Filmstudenten auch in 16-mm hätte drehen können.“ (Walker, S. 17)

In späteren Jahren ließ sich Kubrick nur ungern auf Fear and Desire ansprechen. Er hielt ihn für ein amateurhaftes Projekt, verweigerte zum Beispiel 1964 die Aufnahme des Films in einer Retrospektive in New York und wollte alle existierenden Kopien aufkaufen. Dies gelang ihm auch fast und so erschien der Film nie auf Video und kann heute wegen der fehlenden Kopien auch kaum in Kinos gezeigt werden; diverse Bootlegs existieren aber trotzdem.

Aber Kubrick lernte bei der Produktion: „Damals, bevor die Filmschulen eingerichtet waren, war es sehr wichtig, die Erfahrung zu machen, dass man auch mit sehr wenig Annehmlichkeiten und extrem wenig Personal einen richtigen Film drehen konnte. … Diese Erfahrung und die, die ich bei den Dreharbeiten zu Killer’s Kiss machte – dieser Film wurde auf einer noch einfacheren Basis gedreht –, befreiten mich von jeder Sorge, die mir bisher solche Aspekte verursachten.“ (Walker, S. 17f.)

Der Film ist ebenfalls für das Debüt von Paul Mazursky bekannt, der später durch sein Wirken als Regisseur Berühmtheit erlangte.

Der Sender TCM zeigte den Film im Dezember 2011 in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal im Fernsehen. Der Film erscheint am 23. Oktober auf Blu-Ray und DVD in den Vereinigten Staaten in einem restaurierten High-Definition-Format. Im März 2013 erschien er dann auch in Deutschland auf DVD.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Michael Fischer: Raum und Zeit im filmischen Oeuvre von Stanley Kubrick. Berlin: Gebr. Mann, 2009, ISBN 978-3-7861-2598-3.
  • Norman Kagan: The Cinema of Stanley Kubrick. New York 1972
  • Alexander Walker: Stanley Kubrick directs. London 1972
  • Horst Schäfer (Hrsg.): Materialien zu den Filmen von Stanley Kubrick. Duisburg 1975

Weblinks[Bearbeiten]