Fehmarnsundbrücke

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54.411.111666666667Koordinaten: 54° 24′ 0″ N, 11° 6′ 42″ O

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Fehmarnsundbrücke
Fehmarnsundbrücke
Blick auf die Fehmarnsundbrücke aus nordöstlicher Richtung
Nutzung Straßen- und Eisenbahnbrücke
Überführt

B 207, Bahnstrecke Lübeck–Puttgarden

Querung von

Fehmarnsund (Ostsee)

Ort Fehmarn - Großenbrode, Kreis Ostholstein
Konstruktion Netzwerkbogenbrücke
Gesamtlänge 963 Meter
Breite 21 Meter
Anzahl der Öffnungen 8
Längste Stützweite 248 Meter
Lichte Höhe 23 Meter
Baubeginn Januar 1960
Eröffnung 30. April 1963
Lage der Fehmarnsundbrücke
Fehmarn.png
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Die Fehmarnsundbrücke ist eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke, die die Insel Fehmarn in der Ostsee mit dem Festland bei Großenbrode verbindet. Durch die 1963 eröffnete Fehmarnsundbrücke und den gleichzeitig gebauten Fährhafen Puttgarden auf Fehmarn wurde die durchschnittliche Reisezeit auf der so genannten Vogelfluglinie von Hamburg nach Kopenhagen deutlich verkürzt.

Die 963 Meter lange Brücke überspannt den 1300 Meter breiten Fehmarnsund, wobei die restlichen 337 Meter aus beidseitigen Rampen bestehen. Sie hat eine lichte Höhe von 23 Metern über dem Mittelwasser und bietet für den Schiffsverkehr einen Durchgang von 240 Metern Breite sowie eine Durchfahrtshöhe von 23 Metern über NN. Sie ist eine Stahlkonstruktion mit 21 Metern Breite, von denen sechs Meter von der Deutschen Bahn genutzt werden. Der zirka 268,5 Meter lange Bogen hat eine Stützweite von 248 Metern und ist mit 45 Metern über der Fahrbahn höchster Punkt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Planungen für eine reine Eisenbahnbrücke gehen auf das Jahr 1912 zurück.[2] Nach der deutschen Besetzung Dänemarks wurde eine breitere Brücke für Eisenbahn und Reichsautobahn geplant und 1941 auch von der Organisation Todt begonnen.[3] Die Investitionssumme betrug acht Millionen Reichsmark. Die Bauarbeiten mussten kriegsbedingt 1942 abgebrochen werden.[4]

Die Netzwerkbogenbrücke wurde von den Ingenieuren G. Fischer, T. Jahnke und P. Stein der Gutehoffnungshütte Sterkrade AG, Oberhausen-Sterkrade entworfen. Bei der architektonischen Gestaltung wirkte der Architekt Gerd Lohmer mit. Bauherren waren die Bundesbahndirektion Hamburg und das Landesamt für Straßenbau Schleswig-Holstein.

Am Bau der Brücke, der im Januar 1960 begann, waren neben der Gutehoffnungshütte die Firmen C.H. Jucho, Felten & Guilleaume und Flender beteiligt. Lieferant der Hängeseile waren die HOAG-Werke, die Lager wurden von der Maschinenfabrik Esslingen hergestellt[5].

Die erstmalige Nutzung der Brücke erfolgte ab 16. Januar 1963. Wegen des strengen Winters war der Fährverkehr nach Fehmarn für mehrere Wochen zum Erliegen gekommen. Um während dieser Zeit die Versorgung der Insel und der Baustelle der Vogelfluglinie sicherzustellen, wurde die Nutzung der Brücke mit Sondergenehmigung und auf eigene Gefahr gestattet.[6] Nach gut drei Jahren Bauzeit wurde die Brücke am 30. April 1963 eingeweiht.

In der landseitigen Auffahrt zur Fehmarnsundbrücke befanden sich zur Zeit des Kalten Krieges als vorbereitete Sperren sechs Sprengschächte in der Fahrbahn, deren Lage heute noch durch sechs quadratische Asphaltflicken zu erkennen ist. In Heinrichsruh steht etwa einen Kilometer entfernt das zugehörige Sperrmittelhaus.

Seit 1999 steht die Fehmarnsundbrücke auf Vorschlag des Landesamtes für Denkmalschutz in Kiel unter Denkmalschutz und ist mittlerweile zum Wahrzeichen von Fehmarn und Schleswig-Holstein geworden.

Vom 11. Juni 2010 an führte die DB AG an vier Nächten umfangreiche Messungen und Belastungstests, unter anderem mit einem 1.500 Tonnen schweren Lokzug, durch, um den Zustand der Brücke und die Eignung für den zukünftigen Ausbau festzustellen.[7]

Das Bundesministerium der Finanzen würdigte das 50-jährige Jubiläum der Fehmarnsundbrücke im Jahr 2013 mit einer Sonderbriefmarke. Erstausgabetag war der 4. April 2013, der Markenwert beträgt 75 ct.[8] Die Briefmarke wurde von Prof. Heribert Birnbach nach einem Foto von Torsten Wolf entworfen; sie zeigt den charakteristischen Brückenbogen der Hauptöffnung gegen den Abendhimmel.[9]

Planungen[Bearbeiten]

Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Meyer informierte Bundesverkehrsminister Ramsauer am 11. September 2012 darüber, dass das Land Schleswig-Holstein eine zusätzliche Verbindung (Brücke oder Tunnel) über den Fehmarnsund zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2015 anmelden wolle.[10][11]

Im Dezember 2012 wurde bekannt, dass die vorhandene Fehmarnsundbrücke den höheren Belastungen nach der Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung nicht mehr genügen könnte.[12] Die Ergebnisse der statischen Nachrechnung von DB ProjektBau wurden am 17. Januar 2013 öffentlich vorgestellt. Das vorhandene Bauwerk muss demnach zumindest ertüchtigt werden; Neubauvarianten werden ebenfalls erwogen.[13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Brücke zum Norden. Das Buch von der Vogelfluglinie. Athenäum Verlag, Frankfurt 1963.
  • Günter Meier: Die Vogelfluglinie und ihre Schiffe, Herford 1988.
  • Friedhelm Ernst: Die Vogelfluglinie. EISENBAHN-Kurier SPECIAL Nr. 53, Freiburg 1997.
  •  Gerda Maschmann: Die Fehmarnsund-Brücke. Das Herz der Vogelfluglinie. 1. Auflage. Edition Forsbach, Fehmarn 2013, ISBN 978-3-943134-30-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fehmarnsundbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fehmarnsundbrücke. brueckenweb.de, abgerufen am 6. Dezember 2012.
  2. Plan Eisenbahnbrücke von 1912 bei Großenbrode
  3. Baubeginn 1941 einer Eisenbahn- und Autobahnbrücke
  4.  August Scherl (Hrsg.): Bauwesen. Die Vogelfluglinie. In: Das große Buch der Technik. Verlag für Wissen und Bildung, Rheda 1965, S. 1451.
  5. Brückenseite bei structurae.de, abgerufen am 15. Januar 2013
  6. Frostwinter 1963: Sundbrücke mit Notdienst. Lübecker Nachrichten, 13. Januar 2013, abgerufen am 9. Februar 2013.
  7. Heiko Witt: Sundbrücke hielt 1500 Tonnen mühelos aus. Fehmarnsches Tageblatt, 12. Juni 2010, abgerufen am 16. Januar 2013.
  8. Sonderpostwertzeichen. Jahrsvorschau 2013. Bundesministerium der Finanzen, 30. November 2012, S. 2, abgerufen am 13. Februar 2013 (PDF, deutsch).
  9. 50 Jahre Fehmarnsundbrücke. In: Klassische Briefmarken. Neuerscheinungen. Deutsche Post, 4. April 2013, abgerufen am 14. Mai 2013.
  10. Meldung der Lübecker Nachrichten vom 12. September 2012, abgerufen am 14. September 2012
  11. Meldung des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages vom 12. September 2012, abgerufen am 14. September 2012
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCurd Tönnemann: Gutachten: Fehmarnsundbrücke nicht belastbar genug. In: Lübecker Nachrichten. 21. Dezember 2012, abgerufen am 21. Dezember 2012 (html).
  13. Stefan Neubert, Bernd Homfeldt: Nachrechnung der Fehmarnsundbrücke. DB Netz AG / DB ProjektBau, 17. Januar 2013, abgerufen am 18. Januar 2013 (PDF, 2,1 MB).