Kreis Ostholstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Ostholstein Deutschlandkarte, Position des Kreises Ostholstein hervorgehoben54.1910.82Koordinaten: 54° 11′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Verwaltungssitz: Eutin
Fläche: 1.391,97 km²
Einwohner: 197.835 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: OH
Kreisschlüssel: 01 0 55
Kreisgliederung: 36 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Lübecker Straße 41
23701 Eutin
Webpräsenz: www.kreis-oh.de
Landrat: Reinhard Sager (CDU)
Lage des Kreises Ostholstein in Schleswig-Holstein
Bremerhaven (zu Freie Hansestadt Bremen) Niedersachsen Freie und Hansestadt Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Helgoland (zu Kreis Pinneberg) Königreich Dänemark Kreis Nordfriesland Flensburg Kiel Neumünster Lübeck Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Stormarn Kreis Segeberg Kreis Ostholstein Kreis Pinneberg Kreis Steinburg Kreis Dithmarschen Kreis Schleswig-Flensburg Kreis Plön Kreis Rendsburg-EckernfördeKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Ostholstein ist ein Kreis im Land Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet umfasst im Wesentlichen die in die Ostsee zwischen Kieler Bucht und der Lübecker Bucht ragende Halbinsel Wagrien im Schleswig-Holsteinischen Hügelland sowie die ihr vorgelagerte Insel Fehmarn, die durch die Fehmarnsundbrücke im Zuge der Vogelfluglinie mit dem Festland verbunden ist. Die Nachbarkreise sind im Westen der Kreis Plön und der Kreis Segeberg, im Süden die kreisfreie Stadt Lübeck und der Kreis Stormarn. Die höchste Erhebung des Kreises ist der Bungsberg bei Schönwalde (168 m ü. NN). Der Seegrund des Hemmelsdorfer Sees ist mit 39,10 m unter NN die tiefste Kryptodepression Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten]

In der späten Völkerwanderungszeit wanderten slawische Abodriten in das zuvor germanisch besiedelte, nun aber verlassene Gebiet ein. Aus diesen entwickelte sich der ab 966 belegbare Teilstamm der Wagrier. Diese widersetzten sich lange erfolgreich der Christianisierung sowie diversen Eroberungsversuchen. Erst den im Jahr 1111 vom römisch-deutschen Kaiser mit der Grafschaft Holstein belehnten Schauenburgern gelang es, Ostholstein 1138/39 militärisch zu unterwerfen. Seit dem Hochmittelalter gehörte das Gebiet daher zu Holstein und damit zum Heiligen Römischen Reich. Der Kreis Ostholstein entstand erst am 26. April 1970 im Zuge der Kreisreform in Schleswig-Holstein aus den Kreisen Oldenburg in Holstein und Eutin.[2] Er ist der einzige Kreis in Schleswig-Holstein, in dem ein verhältnismäßig großer Teil der Städte und Gemeinden amtsfrei ist.

Siehe auch: Kosakenwinter 1814

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen bis 1970 beziehen sich auf den Gebietsstand am 27. Mai 1970.[3]

Jahr Einwohner
1871 (1. Dez.) 81.150
1885 (1. Dez.) 79.380
1895 (2. Dez.) 79.620
1905 (1. Dez.) 82.160
1925 (16. Juni) 93.260
1939 (17. Mai) 103.950
1950 (13. Sep.) 205.720
Jahr Einwohner
1961 (6. Juni) 167.710
1970 (27. Mai) 176.340
1987 (25. Mai) 183.559
2002 (30. Juni) 204.143
2007 (31. Dez.) 205.688
2012 (31. Dez.) 197.882

Politik[Bearbeiten]

Kreiswahl 2013
 %
40
30
20
10
0
39,8 %
30,3 %
12,2 %
10,3 %
5,5 %
1,8 %
0,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,4 %p
+4,5 %p
+3,7 %p
+0,7 %p
-3,2 %p
-3,7 %p
-1,7 %p
Sitzverteilung im Kreistag
1
18
7
6
3
24
18 24 
Von 59 Sitzen entfallen auf:

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Ostholstein/Stormarn-Nord ist Ingo Gädechens. Der Kreistag (59 Sitze) tagt in der Kreisstadt Eutin.

Partei Prozent 1998 Prozent 2003 Mandate 2003 Prozent 2008 Mandate 2008 Prozent 2013 Mandate 2013
CDU 39,7 % 52,6 % 28 40,2 % 28 39,8 % 24
SPD 42,9 % 30,0 % 16 25,8 % 17 30,3 % 18
GRÜNE 5,5 % 6,2 % 3 8,5 % 5 12,3 % 7
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 4,9 % 5,2 % 2 9,6 % 5 10,3 % 6
FDP 4,2 % 5,5 % 2 8,7 % 7 5,5 % 3
LINKE - - - 5,5 % 3 1,8 % 1
OHW 2,8 % - - - - - -
Einzelbewerber - EZB - 0,4 0 - - 0,1 % 0
FBO - - - 0,4 % 0 - -
NPD - - - 1,4 % 0 - -
Gesamt 100 100 51 100 65 100 59
Wahlbeteiligung in Prozent 65,1 56,0 48,8 47,9

[4]

Während der Legislaturperiode 2003-2008 ist ein Abgeordneter von der SPD aus der Partei ausgetreten und wurde somit fraktionslos. Trotz Aufhebung der Fünf-Prozent-Hürde erhielten die NPD und die Oldenburger Wählergemeinschaft FBO 2008 keine Sitze.

Der direkt gewählte Landrat ist Reinhard Sager (CDU), Kreispräsident ist Joachim Wegener (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein wachsender, silberner zweistöckiger Turm, das untere Stockwerk gemauert, mit rundbogiger Toröffnung und mit Zinnen, das obere glatt, zurückspringend und mit beiderseits ausladenden Zinnen; darüber ein goldenes, gleichschenkliges und geradarmiges Tatzenkreuz, oben besteckt mit einer silbernen, oben und unten von silbernen Perlen eingefassten Bischofsmütze mit goldenen fliegenden Bändern.“[5]

Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „Inmitten eines weißen, oben und unten von je einem schmalen roten Streifen begrenzten Feldes das Kreiswappen.“[5]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft wird vom Tourismus geprägt, v. a. in den Ostseebädern Heiligenhafen, Grömitz, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und der Insel Fehmarn.

Verkehr[Bearbeiten]

Die wichtigste Verkehrsachse durch den Kreis Ostholstein ist die Vogelfluglinie zwischen Hamburg und Kopenhagen mit einer Fährverbindung zwischen Puttgarden auf der Insel Fehmarn und Rødby auf der dänischen Insel Lolland. Mit der Vogelfluglinie verbunden ist auch die politische Diskussion über die geplante Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und Lolland, die eine weitere Verbesserung der Verbindungen zwischen der Metropolregion Hamburg und der Öresundregion bewirken soll. Der Kreis Ostholstein bildet mit dem dänischen Storstromsamt die Europaregion Fehmarnbelt, in der grenzüberschreitende Vorhaben besonders gefördert werden können.

Museen[Bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[6])

Grenzstein an der Kreisgrenze bei Wulfsfelde, Kreis Segeberg.
Amtsfreie Gemeinden/Städte

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden (* = Sitz der Amtsverwaltung)

  1. Beschendorf (535)
  2. Damlos (646)
  3. Harmsdorf (677)
  4. Kabelhorst (430)
  5. Lensahn* (4960)
  6. Manhagen (382)
  7. Riepsdorf (970)
  1. Göhl (1147)
  2. Gremersdorf (1472)
  3. Großenbrode (2076)
  4. Heringsdorf (1095)
  5. Neukirchen (1190)
  6. Wangels (2172)
  1. Altenkrempe (1087)
  2. Kasseedorf (1452)
  3. Schashagen (2169)
  4. Schönwalde am Bungsberg* (2530)
  5. Sierksdorf (1530)

Die Gemeinde Bosau (3443 Einwohner) wird vom Amt Großer Plöner See, Kreis Plön verwaltet.

Gemeinde- und Ämterkarte[Bearbeiten]

Übersicht

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Bei der Bildung des neuen Kreises wurde am 26. April 1970 das Unterscheidungszeichen OH zugeteilt. Es wird bis heute ausgegeben.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 21.
  3.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 21.
  4. [1]
  5. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Ostholstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien