Ferizaj

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Ferizaj/Ferizaji1
Uroševac/Урошевац2
Wappen von Ferizaj
Ferizaj (Kosovo)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Kosovo
Gemeinde: Ferizaj (Uroševac)
Koordinaten: 42° 22′ N, 21° 9′ O42.3721.155573Koordinaten: 42° 22′ 12″ N, 21° 9′ 18″ O
Höhe: 573 m ü. A.
Fläche: 345 km²
Einwohner: 108.690 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 315 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+381) 290
Postleitzahl: 70010–70040
Kfz-Kennzeichen: 05
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Gemeindeart: Großgemeinde
Gliederung: 45 Ortschaften
Bürgermeister: Muharrem Svarqa (LDK)
Webpräsenz:
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)

Ferizaj [fɛɾiˑzaj] (albanisch auch Ferizaji [fɛɾizaˑji]; serbisch Uroševac/Урошевац [uroʂɛʋat͡s], ältere Bezeichnung Ferizovići [fɛɾɨzoʋɨt͡ʃɨ]) ist eine Stadt im Süden des Kosovo und Hauptort der gleichnamigen Großgemeinde, welche 108.690 Einwohner zählt (Stand: 2011) und mit der Stadt 45 Ortschaften umfasst.[1] Sie ist somit nach Priština und Prizren die drittgrößte Stadt des Landes.

Geographie[Bearbeiten]

Ferizaj liegt auf 573 Meter Höhe über Meer am Ostfuß des Šar Planina im Tal des Lepenac, der diese Region des Kosovo zur Ägäis hin entwässert. Die Stadt liegt etwa auf halbem Wege zwischen Priština und Skopje etwa 40 km nördlich der Grenze zu Mazedonien.

Das Stadtgebiet umfasst rund 345 km² und hat fast keine Erhebungen. Während sich im Norden das landwirtschaftlich genutzte Amselfeld öffnet, erheben sich westlich der Stadt die ersten Ausläufer des Šar Planina, die dicht bewaldet sind.

Östlich der Stadt befindet sich das Camp Bondsteel, eine nach dem Kosovokrieg erbaute Militärbasis, welche der größte US-amerikanische Stützpunkt im Kosovo sowie einer der größten außerhalb der USA ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Ferizaj zählt zu den jüngsten Städten des Kosovo. Sie verdankt ihren Aufstieg dem Bau der Bahnlinie Kosovska MitrovicaSkopje im Jahr 1873, als Feriz-Beg Shasivari, der Namensgeber der Stadt, den Bahnhof auf seinen Landgut erbauen ließ. Daher der Name Ferizaj bzw. Ferizovići (somit Dorf von Feriz), um den herum eine rasch anwachsende Siedlung entstand, seinerzeit noch zum Osmanischen Reich gehörend.

Symbol der religiösen Toleranz: Moschee und Kirche im gleichen Hof im Stadtzentrum

1913 kam die Stadt als Folge der Balkankriege an das Königreich Serbien und wurde in Uroševac (Stadt von Uroš) umbenannt, nach dem serbischen König Stefan Uroš V.. 1933 wurde die serbisch-orthodoxe Kirche Heiliger Uroš fertig gebaut. Entworfen wurde das Bauwerk von Josip Mihajlović, einem serbischen Architekten aus Skopje. Im Ersten Weltkrieg war Uroševac von Österreich-Ungarn, im Zweiten Weltkrieg vom Königreich Italien besetzt. Seit der einseitigen Unabhängigkeit der Republik Kosovo wird die Stadt von der albanischen Bevölkerung Ferizaj genannt.

Die sich im Zentrum befindende große Moschee von Mulla Veseli sowie die Kirche Heiliger Uroš werden als Symbol der jahrzehntelangen religiösen Toleranz zwischen albanischen Muslimen und serbischen Christen betrachtet. Während des Kosovokrieges 1999 wurde keines dieser Gotteshäuser beschädigt oder zerstört. Doch bei den gewaltsamen Unruhen gegen die serbische Bevölkerung im Jahr 2004 wurde die Kirche Heiliger Uroš durch albanische Extremisten angegriffen. Da die Moschee und die Kirche an der gleichen Stelle stehen, wird dieser Ort von vielen Touristen fotografiert, da dies ein einzigartiges architektonisches, gesellschaftliches und religiöses Phänomen darstellt.

Sport[Bearbeiten]

Der lokale Fußballverein ist KF Ferizaj und spielt zurzeit in der höchsten Liga, der Raiffeisen Superliga. Ein bekannter Klub aus der Stadt war der ehemalige serbische Handballverein Borac Uroševac, der seine größten erfolge in den 1980ern hatte.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferizaj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. a b Volkszählung Kosovo 2011. Statistisches Büro des Kosovo, 2011, abgerufen am 9. April 2012 (PDF; 95 kB, albanisch und englisch).