Kosovo-Albaner

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Verteilung der Kosovo-Albaner im Kosovo (Volkszählung 2011)

Die Kosovo-Albaner (albanisch Kosovarë/-t oder Shqiptarë/-t e Kosovës) sind eine regionale Gruppe der albanischen Ethnie im Kosovo. Ihre Muttersprache ist das Albanische. Sie bilden mit rund 93 Prozent Anteil an der Bevölkerung die größte Ethnie im Staat.[1] Kosovo-albanische Emigranten leben in großer Zahl in Westeuropa (vor allem Schweiz und Deutschland) und in den Vereinigten Staaten.

Kosovo-Albaner und Albaner aus Albanien

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Albanische Rebellen im Kosovo 1912 zur Zeit der Unabhängigkeit Albaniens

Es gibt neben vielen Gemeinsamkeiten (wie der gemeinsamen Schriftsprache) auch deutliche Unterschiede zwischen Kosovo-Albanern und Albanern aus Albanien, die durch die staatliche Trennung seit 1912 bedingt sind. Einerseits waren die Albaner im Mutterland durch die Isolation in kommunistischen Zeiten von der geistigen und wissenschaftlichen Entwicklung außerhalb des Landes abgeschnitten, während die Kosovo-Albaner der älteren Generation, bedingt durch jahrzehntelange Arbeitsemigration nach Westeuropa, deutlich weltläufiger sind.

Andererseits hatten die Kosovo-Albaner keinen Kontakt zu den vorwiegend toskischen Eliten Südalbaniens, so dass deren kulturelle Leistungen im Kosovo kaum rezipiert wurden. Darüber hinaus spielten patriarchalische und religiöse Traditionen im Kosovo nach dem Zweiten Weltkrieg nach wie vor eine große Rolle, während die Kommunisten Albanien in dieser Hinsicht einer Zwangsmodernisierung auferlegten. Schließlich hat die im Kosovo gebliebene jüngere Generation der Albaner aufgrund des Milošević-Regimes und des nachfolgenden Chaos unter dem UN-Protektorat große Bildungsdefizite. So ist heute ein Teil der kosovoalbanischen Bevölkerung nicht in der Lage, die albanische Hochsprache richtig zu schreiben. Es gibt sogar eine Bewegung, die den im Kosovo gesprochenen gegischen Dialekt zur Schriftsprache machen will.

Bis zur Vertreibung der Kosovaren während des Kosovo-Krieges (1999) hatten nur wenige Albaner aus dem Kosovo jemals das so genannte Mutterland besucht. Die Begegnung der tausenden Flüchtlinge mit den Albanern jenseits der Grenze war ein Kulturschock. Man wunderte sich über die offensichtliche Armut und ebenso über die chaotischen Verhältnisse in Staat und Gesellschaft. Hinzu kamen die sprachlichen Unterschiede.

Schrittweise fand in den vergangenen Jahren eine Wiederannäherung zwischen den Albanern aus dem Kosovo und denen aus Albanien statt. Man heiratet wieder über die Grenze hinweg und viele Kosovaren verbringen ihren Urlaub an der albanischen Adria. Auch die sprachlichen Unterschiede sind durch die direkten Kontakte, vor allem aber durch die Medien geringer geworden. Es gibt auch immer mehr gemeinsame wirtschaftliche Aktivitäten.

Anlässlich des 100. Jubiläums der Unabhängigkeitserklärung Albaniens im Jahr 2012 wurde im kosovarischen Prizren die erste gemeinsame Fibel von Albanern und Kosovo-Albanern veröffentlicht. Von den vier Hauptautoren sind je zwei Albaner und Kosovo-Albaner.[2]

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Volkszählung Kosovo 2011 (ohne Nordkosovo)
  2. Promovohet abetarja e përbashkët. 17. Mai 2012, abgerufen am 23. Mai 2012 (albanisch).