Fieschergletscher

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Walliser Fieschergletscher, zum gleichnamigen Berner Gletscher siehe Grindelwald-Fieschergletscher.
Fieschergletscher
Fieschergletscher von Süden

Fieschergletscher von Süden

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Typ Talgletscher
Länge 14,8 km (2011)[1]
Fläche 37,01 km² (1993)[2]
Exposition Nährgebiet Südost, Zehrgebiet Süd
Höhenbereich 4'180 m ü. M. – 1'681 m ü. M. (2001)[3]
Eisvolumen 3,84 ± 0,96 km³ (1993)[2]
Koordinaten 654353 / 14985246.4977777777788.14666666666672930.5Koordinaten: 46° 30′ N, 8° 9′ O; CH1903: 654353 / 149852
Fieschergletscher (Wallis)
Fieschergletscher
Entwässerung Weisswasser, Rhone

Der Fieschergletscher ist ein Talgletscher auf der Südseite der Berner Alpen im Kanton Wallis in der Schweiz. Mit einer Länge von 14,8 km[1] ist er nach dem benachbarten Aletschgletscher der zweitlängste Gletscher der Alpen, ist aber vergleichsweise schmal, so dass er flächenmäßig mit 37 km² (1993) nach Aletsch- und Gornergletscher nur der drittgrösste der Alpen ist.[2]

Seinen Ausgangspunkt nimmt der Fieschergletscher auf etwa 4'000 m ü. M. am Osthang des Gross Fiescherhorns. Nachdem er auf den ersten zwei Kilometern eine Höhendifferenz von 700 m überwunden hat, fliesst er nur noch mit flacher Neigung südostwärts, flankiert im Westen vom Grünhorn (4'044 m ü. M.) und Gross Wannenhorn (3'906 m ü. M.), im Osten vom Finsteraarhorn (4'274 m ü. M.). Dabei münden von beiden Seiten her kleinere Tributärgletscher ein. Am Südfuss des Finsteraarrothorns (3'530 m ü. M.) mündet von Osten zudem das System des insgesamt 5 km langen Studer- und Galmigletschers, die fast gleich breit sind wie der Fieschergletscher.

Die Gletscherzunge des Fieschergletschers und sein Abfluss, das Weisswasser

In seinem unteren Abschnitt fliesst der Fieschergletscher nach Süden durch ein tiefes Tal zwischen dem Wannenhorn im Westen und dem Grat des Wasenhorns im Osten. Im Sommer, wenn die Schneeschicht weggeschmolzen ist, präsentiert er sich hier als „grauer“ Gletscher, bedeckt mit dem Geröll der Mittelmoränen sowie den von den Steilhängen abgerutschten Gesteinsbrocken. Die Gletscherzunge befindet sich derzeit etwas unterhalb von 1'700 m nördlich der „Burg“ (nördliches Ende einer im unteren Teil auch „Titter“ genannten Felsbastion). Hier tritt der Gletscherbach Weisswasser aus, der bei Fiesch in die Rhone mündet.

Am Südwesthang des Finsteraarhorns, rund 100 m über dem Fieschergletscher, steht die Finsteraarhornhütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC auf 3'048 m ü. M. Sie dient häufig als Zwischenstation ausgedehnter mehrtägiger Gletschertouren vom Jungfraujoch oder vom Lötschental bis zum Grimselpass.

Nicht zu verwechseln ist der Fieschergletscher mit dem nördlich der Fiescherhörner gelegenen, in den Unteren Grindelwaldgletscher abfließenden Gletscher, den die Karte ebenfalls als Fieschergletscher bezeichnet und der zur Unterscheidung von dem Walliser Fieschergletscher auch als Grindelwald-Fieschergletscher bezeichnet wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Fieschergletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online, auch als PDF, abgerufen am 10. Januar 2014).
  2. a b c Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).
  3. WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fieschergletscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien