Flaschenhals (Logistik)

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Als Flaschenhals bezeichnet man diejenige Anlage, Funktion, Abteilung oder Ressource, die in einer betrachteten Periode die höchste Auslastung in der gesamten Prozesskette hat, damit den Durchfluss begrenzt und somit eine Kapazitätsgrenze für ein Gesamtsystem darstellt.[1] Ähnlich definiert auch Eliyahu Goldratt dieses Phänomen in seiner Theorie der Einschränkungen (theory of constraints).[2] Ändert sich die Bedarfslage oder der gefertigte Produktmix, dann kann sich der Flaschenhals auf einen anderen Teil des Gesamtsystems verschieben.

Solange die Auslastung des Systems erheblich unter der Kapazität des Flaschenhalses liegt, wird dies nicht als problematisch betrachtet (sieht man von der suboptimalen Nutzung einmal ab). Ab ungefähr 80 Prozent der Kapazitätsauslastung verändert sich das Verhalten des Systems und führt schnell zu einer Überlastung. In der Produktionsplanung soll im Rahmen der Kapazitätsterminierung ein solcher Engpass lokalisiert werden, indem man in der Netzplantechnik die Methode des kritischen Pfades anwendet: ein Produktionsprozess, der einen solchen Engpass darstellt, liegt dort im kritischen Pfad.

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wallace J. Hopp, Mark L. Spearman: Factory Physics. Foundations of Manufacturing Management. 2. Auflage. McGraw-Hill, Boston 2001, ISBN 0-256-24795-1.
  2. Eliyahu M. Goldratt: What Is This Thing Called Theory of Constraints and How Should It Be Implemented? North River, Croton-on-Hudson 1990, ISBN 0-88427-085-8.